Tu-154-Absturz bei Sotschi: Vermutlich Fehler des Co-Piloten

Offenbar war der Co-Pilot für den Flugzeugabsturz bei Sotschi verantwortlich. Er hatte wohl den falschen Hebel betätigt.

Von Viribus Unitis

Fliegen ist durchaus gefährlich wie Flugunfall-Statistiken zeigen. Die Absturzursache für die Tu-154 scheint menschliches Versagen zu sein. Offenbar hatte man statt des Fahrwerks die Klappen eingefahren und so den Absturz verursacht. Zuständig dafür war der Co-Pilot. Der verblüffte Kapitän hatte keine Chance mehr zu reagieren.

Die Klappen sorgen dafür dass die Flügelfläche vergrößert und dadurch der Auftrieb am Flügel größer wird. Bei teuren Sport-Autos hat man beispielsweise ausfahrbare Spoiler um Abtrieb zu erzeugen, an Flugzeugen sind auch solche "Spoiler", Klappen genannt, um Auftrieb zu erzeugen. Diese sind wichtig, denn gerade beim Start (und auch bei der Landung) ist das Flugzeug relativ langsam und hat zusätzlich das Fahrwerk ausgefahren, das als "Luftbremse" wirkt. Nach dem Start wird normalerweise schnellstmöglich das Fahrwerk eingefahren und wenn man dann entsprechend Höhe und Geschwindigkeit hat, auch die Klappen.

Die beiden Hebel im Cockpit der Tu-154, die der Co-Pilot vertauschte.
Der Co-Pilot – in dieser Flugphase für die Bedienung der Flugtechnik verantwortlich – hatte vom Kapitän den Auftrag das Fahrwerk einzufahren. Er hat das dem Kapitän Sekunden vor dem Absturz auch so gemeldet "Fahrwerk eingefahren". Scheinbar hatte er den falschen Hebel erwischt (unglaublich aber scheint Tatsache) und statt des Fahrwerks die Klappen eingefahren.

Als der Co-Pilot die Klappen einfuhr, war das Fahrwerk noch draußen, die Geschwindigkeit noch relativ niedrig und das Flugzeug zusätzlich im Steigflug. Eine tödliche Kombination, die innerhalb von Sekunden das Flugzeug destabilisierte. Der Kapitän – für das Steuern in dieser Flugsitutation verantwortlich – hatte keine Chance, diese Situation auszufedern. Das ist verglichen mit Autofahren ungefähr so, als ob bei 220 auf der Autobahn, mit einem mal alle Bremsen UNGLEICH und ohne ABS, und das auch noch bei Glatteis, blockieren.

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Falscher Hebel – fast nicht zu glauben, aber das passiert. Den falschen Hebel – in dem Fall im Rahmen der Triebwerkssteuerung – hatte beispielsweise auch der TransAsia- Pilot bei einem ebenso fatalen Absturz in Taiwan betätigt.

Relativitäten von Statistiken: Der Flugzeugtyp "Tu1-54" gilt als zuverlässig. Die vergleichbare Boeing 737 hat "One crash per: 507.500 flying hours", die Tu-154 "One crash per: 1.041.000 flying hours". Wobei solche Statistiken "relativ" sind. Ein Crash mit Pilotenfehler wird auch dem Flugzeug zugeordnet, obwohl das Flugzeug nichts dafür kann.

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5 Kommentare

  1. Wie wahrscheinlich ist das denn??? Der Funk-Kontakt riss doch vorher schon ab… hat der Co-Pilot da auch den falschen Hebel gedrückt?

    Wird das jetzt die German-Wings-Nummer 2.0? Bloß nicht zugeben, dass eine Maschine gekapert wurde mittels Fremdsteuerung… nach dem Motto "keep quiet" und weiter wie bisher…? Und es traf natürlich 'zufällig' genau das Flugzeug mit genau 'dieser' Besatzung, bzw. weil sich ja eigentlich IMMER solche Prominenz an Bord russischer Flugzeuge befindet? Man erinnere mal an den Absturz in Smolensk… klar, 'menschliches Versagen', und 'unglüklicherweise' traf es ausgerechnet die im Flugzeug versammelte "Intelligenzia"… Und was war mit Putins Chaffeur, welche Erklärung bekommen wir da geliefert? Fahridiot schrottet gepanzerte Limousine, trifft 'ausgerechnet' und blitzsauber dieses eine Auto auf einer dicht befahrenen Fahrbahn… Märchenstunde allüberall…

  2. Pilots' last words:

    "Speed 300 (inaudible)."

    "(Inaudible)."

    "I've pulled in the landing gear, commander."

    "(Inaudible)."

    "Oh bloody hell!"

    Piercing alarm sounds

    "The flaps, hell, what a…!"

    "The altimeter [altitude meter]!"

    "We're in… (inaudible)."

    Alarm sounds about dangerous proximity to the ground

    "(Inaudible)."

    "Commander we're falling!"

    http://www.bbc.com/news/world-europe-38449058

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