Cristiano Ronaldo, der Superstar der portugiesischen Elf. Bild: Flickr / calciostreaming CC BY 2.0

Nutzen auch Profifußballer die Möglichkeiten der Steuerflucht? Laut Football-Leaks scheint es so zu sein. Dabei schaden sie jedoch auch ihren eigenen Fans.

Von Edgar Schülter

Football-Leaks behauptete diese Woche, dass angeblich Fußball-Ikonen wie José Mourinho, Mesut Özil und Cristiano Ronaldo, ähnlich wie bei der „Panama-Papers-Affäre“, sich an den existierenden Steuerfluchtmechanismen bedienen. Hierbei sollen sie unter anderem sogenannte Postkastenfirmen auf den Virgin Islands nutzen – einem weltweit bekannten Steuerparadies.

In Portugal behauptet man, Cristiano Ronaldos Verhalten sei völlig legal, doch Untersuchungen sollen folgen. Warum gerade solche Fußballstars sich vor den Steuern drücken, ist zugleich fraglich wie auch empörend! Immerhin ist es jenes Geld, das in unseren Kassen fehlt und das eigentlich zum Wohle unserer Gesellschaft beitragen sollte. Schließlich ist es die Mittelschicht die Fußballtickets kauft und somit unsere Fußballstars mitfinanziert.

Was sagt die Politik dazu? Wolfgang Schäuble behauptete vor zirka zwei Jahren, man habe angeblich ein Mittel gefunden, dass alle ihre Steuern zahlen und nicht immer nur einige Menschen: Der sogenannte „internationale automatische Informationsaustausch“. Nun scheint es ja doch immer noch nur dieselben zu treffen – die Mittelklasse.

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Wird das so weitergehen? Ich befürchte ja. In einer neoliberalen Ordnung (Geld hat das letzte Wort) zahlen anscheinend immer die gleichen Leute für andere. Da braucht es uns nicht zu wundern, wenn eine erboste Mittelklasse in den USA Populisten wie Donald Trump wählt oder in Deutschland eben die AfD.

Steuerflucht scheint bei Reichen immer beliebt zu sein. Solange keine Transparenz herrscht und ein starkes Eingreifen der Politik erfolgt, werden immer einige für andere mitzahlen. Das trägt zum Wunsch eines Umwandelns des Systems zu einer weniger neoliberalen Ordnung bei und somit zum Aufstieg von Populisten.

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10 KOMMENTARE

  1. Steuerflucht im Fußball

    ————

    Halten wir zunächst einmal fest: Steuerflucht es etwas ganz anderes als Steuerhinterziehung.und vollkommen legal.

    Im Rahmen des ähäm…'Globalismus' und des angestrebten heimatlosen 'Weltbürgers' sowie der undefinierbaren 'Zivilgesellschaft' ist es völlig legitim, wenn ich mich steuerlich dort anmelde, wo ich die günstigsten Konditionen vorfinde.

    Da die Hochgeschwindkeits-Kicker inzwischen zu einer internationalen Söldnertruppe verkommen sind, darf man sich nicht wundern, wenn sie sich die Rosinen der Steuerparadiese rauspicken.

    Also, was solls!

    Ist vielleicht nicht die feine Art und irgendwie umoralisch. Aber Moral ist doch etwas für Reaktionäre, für die 'ewig Gestrigen'! Unmoral hat Konjunktur in unserer Porno- und Vergnügungsgesellschaft, genannt 'westliche Wertegemeinschaft'!

    Der wahre Verbrecher ist der Raubritter-Staat, der den Steuernasen -sofern sie nicht die Möglichkeit haben in Steueroasen zu verduften – inzwischen bis zu 75 Prozent ihres Einkommens abknöpft um es an Hochfinanzbankster und schwarze und braune, nicht-weiße Schwerstbereicherer auszuschütten.

    DA LIEGT DER EIGENTLICHE SKANDAL!

    Und er liegt natürlich darin, dass der Staat ein internationales, hochkriminelles Bankster-Kartell mit der Emittierung von Betrugsgeld (FIAT-Money) beauftragt, das praktisch Geld aus der Luft schöpft und uns das Ganze als Geld andrehen darf.

    Und ein weiterer Skandal liegt darin, dass der Staat, der ja das Geld selbst (zinsfrei) emittieren könnte, das nicht tut, sondern sein eigenes Geld von den Hochfinanzbankstern zu dem üblichen Zinssatz von zwischen 5-7 Prozent zurück leihen muss, was automatisch in die  Abhängigkeit der Hochfinanzbankster, in die Schuldenfalle  und in die ewige Zinsknechtschaft führt.

    Das sind Themen die viel wichtiger sind, als ein paar Kicker-Millionäre, die ihre Gelder in sicheren Häfen und Steuerspar-Paradiesen bunkern.

    • Söldnertruppe "Schutti"

      Die wissen nicht nicht wohin mit Ihren "LegalErbeuteten" Preisgeldern..

      ich häge den "Verdacht* Sie werden es in Ihren "Grab" mitnehmen

      sonst könnte es dem "FamilyClan-Mob" und dem "Staat" dem Zombis auf gefressen werden

  2. Ich danke diesen ganzen hoch anständigen „Journalisten“, daß die hoheitliche Aufgaben übernehmen und (mutmaßliche) Steuerflüchtlinge auftreiben. Eine Provision von seiten der Firma Finanzamt und deren Äquivalenten in anderen Verwaltungsgebieten dürfte denen sicher sein. Danke auch dafür, daß mit mindestens genausoviel Engagement über TTIP/CETA, „Flüchtlings“krise berichtet wurde.

    Jedem Fußballfan, der zu einem Fußballspiel in einer der obersten Ligen geht, sich Trikots kauft und das ganze andere Gedöns was noch so dazugehört, und sich dann über solche Praktiken beschwert, gehört ein gewaltiger Schlag mit einer Schaufel versetzt. Solange, bis er es merkt.

  3. Viel wichtiger ist z.B. diese Frage:

    Wozu braucht die SPD eine Off-Shore-Firma in Hongkong?

    Ja,ja, die Steuer-Saubermänner von der SPD, die am liebsten gleich jeden Steuerflüchtigen oder Steuerhinterzieher mit lebenslager Kerkerhaft, dem Fallbeil und der Einziehung des gesamten Vermögens bestrafen möchten.

    Firmengründungen im Ausland erfolgen nicht selten an sogenannten Off-Shore-Finanzplätzen. Das sind Standorte, in denen keine oder nur geringe Steuern zu zahlen sind, die ein hohes Maß an Vertraulichkeit bieten und keine oder nur eine geringe Finanzmarktkontrolle aufweisen. Kurz gesagt: Es handelt sich um Finanzplätze außerhalb der üblichen Rechtsnormen.

    Wer also zum Beispiel als Deutscher in Hongkong eine Off-Shore-Firma gründet, zahlt dort keine Steuern auf Gewinne, sofern er Geschäftelediglich mit nicht in Hongkong ansässigen Partnern tätigt; aber selbst Gewinne aus Geschäften mit Personen aus Hongkong werden nur mit 17,5 Prozent besteuert. Sehr vorteilhaft ist auch, daß es in Hongkong keine Umsatzsteuer gibt. Zudem besteht kein Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Hongkong, und das Abkommen mit China gilt nicht für Hongkong. 

    Wer es also schafft, seine Geschäfte aus Deutschland nach Hongkong zu verlagern, der bleibt steuerfrei. Hongkong – eine typische Steueroase.

    http://www.achgut.com/artikel/wozu_braucht_die_spd_eine_off_shore_firma_in_hongkong

  4. Ich bin eigentlich kein Freund der Verbote, aber ein Fussballverbot wäre schön.

    Jede Zeitung, die mehr Platz für Fussball in den letzten Jahren opferte wie für ernsthafte Aufklärung in Recht, Gesundheit, … gehört mit sofortiger Wirkung verboten.

  5. Die Frage -"Nutzen auch Profifußballer die Möglichkeiten der Steuerflucht?" – wurde zu Zeiten eines Diego Maradonna bereits bejaht und ich glaube nicht, dass sich seitdem am Verhalten der millionenverdienenden Kicker etwas verändert hat. Das ganze "System Profi-Fußball" ist ein Abbild, ein Aushängeschild unserer durch und durch korrupten Gesellschaft. Wieso sollte es da anders zugehen als in der Wirtschaft, in der Politik oder bei den Bankern? Jener oben abgebildete junge Mann, der, einem Primaten gleich, triumphierend über den grünen Rasen rutscht, hat im vergangenen Jahr 227 Millionen verdient. Wen wundert's, wenn er da den Überblick verliert und professionelle Steuerrechtsverbieger anheuert, die sein schwer verdientes Geld "in Sicherheit" bringen.

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