Die Moschee in Genf. Bild: Wikimedia / MHM55 CC BY-SA 3.0

Islamistische Prediger sorgen auch für die Radikalisierung von Muslimen in Europa. In der Schweiz wird die größte Moschees von den Saudis gesteuert. Diese hat enge Beziehungen nach Wien und Brüssel.

Von Michael Steiner

Es sind nicht nur neuere islamische Gotteshäuser, in denen radikale Imame versuchen, Einfluss auf die religiöse Ausgestaltung des Lebens der Muslime zu nehmen und sie für ihre extremistischen Ansichten zu gewinnen. Auch lange etablierte Moscheen geraten zunehmend unter den Einfluss extremistischer Gruppierungen. In der Schweiz ist laut der "SonntagsZeitung" die größte Moschee des Landes, jene in der Rhonestadt Genf, unter den Einfluss der Saudis geraten, die für eine extreme Auslegung des Korans (Wahhabiten) bekannt sind.

Die Moschee im Quartier Petit-Saconnex, die auch engste Beziehungen zu großen muslimischen Gemeinden in Brüssel und Wien unterhält, steht seit Monaten unter besonderer Beobachtung der Genfer Sicherheitskräfte und des Nachrichtendienstes. Grund ist unter anderem eine Gruppe von zwölf Jugendlichen. Zwei von ihnen sind nach Syrien in den Dschihad gereist und noch immer dort. Ein ehemaliger Imam hatte der "Tribune de Genève" erklärt, er habe deren Radikalisierung in der Moschee beobachtet.

Jetzt zeigt sich laut der Zeitung auch, dass saudische Kräfte das Gotteshaus dominieren. Bekannt war, dass die Moschee 1978 auf einer Parzelle in Genf gebaut wurde, die Saudi­Arabien gehörte. Auch wusste man, dass das arabische Königreich das Startkapital von insgesamt 15 Millionen Franken gespendet hatte. Mehr Geld sei von den Saudis nicht geflossen, versichert die Moschee. Sehr wohl aber Personal: Im Stiftungsrat, der alle wichtigen Entscheide fällt, stammen acht von dreizehn Mitgliedern aus Saudiarabien. Darunter alle, die für die Geschäfte der Stiftung unterschriftsberechtigt sind.

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Dabei spielt der Direktor der Moschee, Ahmed Beyari, eine zentrale Rolle. Er war zuvor Botschafter Saudi-Arabiens im Senegal. Aus Saudi-Arabien kommt auch Hashim Mahrougi. Er ist nicht nur im Stiftungsrat der Moschee in Genf, sondern auch Direktor des Islamischen Zentrums in Wien. Auch dort gab es Probleme wegen eines Dschihadisten, der im österreichischen Fernsehen betonte, dass der IZ-Direktor zu seiner Radikalisierung beigetragen habe.

Ein weiteres saudisches Mitglied des Genfer Stiftungsrats ist Jamal Saleh Momenah. Er ist Direktor der größten Moschee in Brüssel. Im März 2015 kam das Gebetshaus in Belgien in die Schlagzeilen, weil es auf seiner Internetseite den Gläubigen radikale Ratschläge erteilte. So wurde Frauen untersagt, dem Blick von Männern standzuhalten. Unterdessen hat die Moschee diese Verhaltensregeln aus dem Netz entfernt. Die Moschee ist unter Beobachtung der Sicherheitskräfte. Andere Stiftungsräte sind aktuelle und ehemalige Angestellte der saudischen Regierung.

Grund für den massiven Einfluss des wahhabitischen Königreichs auf die Personalstruktur der Moschee liegen in den Statuten der Stiftung. In Genf darf die Islamische Weltliga die Stiftungsräte wählen. Die Liga wurde von Saudi-Arabien gegründet, um den extremistischen Wahhabismus zu verbreiten. Der Posten des Moschee-Präsidenten ist für den Generalsekretär der Weltliga reserviert.

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3 KOMMENTARE

  1. Sind eh alles Ungläubige. Diese Vereine, Brutstätten und Moslems dieser Art wird es bald nicht mehr geben. Dauert auch nicht mehr lange. Schutzschalter wurde vor 2000 Jahren gelegt und wird bald umgelegt. Also was solls^^

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