In den Westmedien wird immer wieder behauptet, Russland stünde in Sachen Staatsschulden so schlecht da. Doch entspricht dies der Wahrheit? Wohl eher nicht, wie die nachfolgenden Zahlen belegen.

Von Viribus Unitis

Viel wurde in den letzten Jahren über die russische Wirtschaft, aber auch über die russische Staatsverschuldung gesprochen. Wie sieht es aus, mit den tatsächlichen Auslandsschulden und den Goldreserven?

Die russischen Auslandsschulden lagen im Juli 2016 bei ca. 520 Milliarden US-Dollar (ca. 480 Milliarden Euro bei aktuellem Wechselkurs), die russischen Goldreserven betragen 1.506 Tonnen.

Anmerkung: Die russischen Schulden sind deshalb so hoch (hoch ist relativ – man beachte die österreichische Schuldenhöhe), weil Russland ALLE Schulden der Sowjetunion übernommen hatte – und daran zahlen die Russen noch heute. Die Ukraine, Kasachstan, etc., also alle anderen Sowjetrepubliken gingen schuldenfrei in die Unabhängigkeit.
Während der Sanktionen (sic!) hat Russland seine Schulden sogar reduziert – während der Sanktionen – sic! sic! sic!

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Die österreichischen Auslandsschulden lagen im Juli 2016 bei ca. 605 Milliarden Euro, die österreichischen Goldreserven betragen 280 Tonnen.
Man beachte: die Zahlen unterliegen auch Wechselkursschwankungen.
Man beachte auch: die Website bleibt bei Österreich die zugrunde liegende Währung schuldig. Sind es USD (was die Zahl für Österreich freundlicher macht) oder EUR (was die Zahlen noch weitergehend katastrophal aussehen lässt)? Ich hab mal Euro angenommen.

17.09.2016 Putin ohne Output

Außenpolitisch steht der Kreml-Chef seinen Mann. Zu Hause aber nützt er seine Beliebtheit nicht, um das Land mit Reformen vor einer Katastrophe zu bewahren. Das hat Kalkül.
Wer unter Russlands Milliardären und Politikern einen nüchternen Rechner und Analysten zur Lage der Nation sucht, wird bald bei Sergej Petrov landen.
Was er aber dieser Tage im Interview mit der russischen Zeitung „Wedomosti“ sagte, hat es richtig in sich. Und sollte er auch nur ansatzweise recht haben, steht Russland vor dem Abgrund. „Ich weiß, dass wir einen Weg eingeschlagen haben, aus dem es ziemlich sicher keinen evolutionären Ausweg mehr gibt“, sagte er da. „Wir haben den Point of no Return fast überschritten, und das System wird wahrscheinlich – wie jede unflexible Struktur – mit einem großen Krach fallen.“ Schlimmer noch: „Ich bin ziemlich überzeugt davon, dass Russland in seinen jetzigen Grenzen nicht bis zum Jahr 2020 bestehen wird.“
(Die Presse)

Keine vier Jahre mehr und ein Crash? Das schlägt sich mit dem Image des starken Mannes, das der autoritäre Langzeitherrscher Wladimir Putin außenpolitisch abgibt. Genau der Mann, der sich mit den USA anlegt, soll sein Land nicht im Griff haben? Und genau der Mann, der in seiner ersten Amtszeit wichtige Reformen durchboxte, soll nun trotz ungleich größerer Macht nicht die nötigen Bedingungen schaffen können, dass es beizeiten doch aufblüht?

Also, wenn man die Auslandsschulden seines Landes binnen zwei Jahren mit Sanktionen reduziert hat man keinen Output. Was – wenn man wie Deutschland und Österreich – seinen Schuldenstand hält (der gigantisch ist)? Zeugt dies von wahrer politisch-ökonomischer Fähigkeit?

Die deutschen Auslandsschulden lagen im Juli 2016 bei ca. 4.800 Milliarden Euro, die Goldreserven betragen 3.378 Tonnen.

Die Zahlen sind die letzten beiden Jahre in etwa gleich geblieben (Schuldenstand hat sich nicht erhöht) – trotzdem ist der Schuldenstand Deutschlands zehn Mal höher als jener Russlands mit 480 Milliarden Euro. 80 Millionen Deutsche müssen 4.800 Milliarden Euro Schulden bedienen, haben doppelt so viele Gold- Reserven als die Russen, dafür haben die 144 Millionen Einwohner Russlands nur 480 Milliarden Euro abzuarbeiten (10 Prozent der deutschen Schulden).

Interessanterweise sehen deutsche Experten – publiziert in österreichischen Medien – die Russen am finanziellen Abgrund:

Moskau/Berlin. Der Chef des Münchner Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, hat vor einem Zusammenbruch der russischen Wirtschaft gewarnt. Die Devisenreserven reichten gerade noch, um den Schuldendienst für zwei Jahre zu leisten, und von Exportüberschüssen könne wegen des sinkenden Ölpreises nicht mehr die Rede sein, schrieb Sinn in einem Gastbeitrag für die „Wirtschaftswoche“. (Die Presse)

Russland hat Ressourcen um seine Schulden zu bedienen – 2015 größter Erdölproduzent und Exporteur (noch vor Saudi-Arabien). Da sind die Gasexporte, Waffenexporte und anderes noch nicht eingerechnet. Im Vergleich dazu: Deutschland, Österreich haben … naja … wie ist die Wirtschaftskraft – und damit Schulden-Bedienfähigkeit Österreichs, verglichen mit Russland? Um WEN sollte man sich – angesichts der Schulden – mehr Sorgen machen? Um Deutschland, Österreich oder Russland?

Nun könnte man meinen, obige Zeitungsakteure hätten bewusst die Tatsachen verdreht. Das kann natürlich auch sein. Viel wahrscheinlicher ist, dass die obigen Tasten-Virtuosen die wahren Fakten gar nicht kannten. Es sind – wie man sieht – nicht die hellsten Köpfe, die dort in den Redaktionsstuben sitzen.

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13 KOMMENTARE

  1. Das ist doch nur miese Propaganda der West-Pressitutes, um von den eigenen viel größeren Problemen abzulenken.

    Damit kann man die große Anzahl der hiesigen Gehirngewaschenen aber gut einlullen. den Rest tut Fußball und irgendwelche albernen TV-Formate.

    • Da ist auch noch eine großes troyanisches Propagandpferd darin versteckt und zwar der Herr Sinn. Ich sag es schon lange, dass der gute alte Onkel ein mieser Propagandist des Establishments ist. Die Russlandzahlen vor bald 2 Jahren waren da ein perfektes Beispiel, denn die Analyse war völliger Schwachsinn (konnte sogar jeder selber nachprüfen).

      zum Topic: nimm die Zahlen der Staatsverschuldung zum BIP, dann kannst du es leichter und verständlicher erklären.  aktuell ca. 18 % ! lol….davon können wir Westler nur träumen^^ Übrigens die Zahlen der Goldreserven mit den 1500 Tonnen, sind älter als das Riesenrad und gleichzeitig viel westl.Wunschdenken. Nimmt man jedoch seit 2000 die steigenden Produktionszahlen, die Zukäufe der letzten mehr als 10 Jahre, dann ist man alleine damit bereits bei über 3tsd Tonnen (persönlich schätze ich sie sogar noch einiges höher ein).

      Wie gesagt, die Daten kann jeder selber finden und da steht Russland einiges besser da als Deutschland (von Österreich red ich gar nicht^^)  Nehmt aber bitte keine FAZ,Welt oder sonstigen Systemlinge sondern echte Analyseseiten, denn was die Systemlinge da teilweise raushauen ist eine Beleidigung jeglichen Intellekts.

      p.s.: zusätzlich wie auch Austriak unten anmerkte, kann sich Russland völlig autark versorgen aber Deutschland nicht und die USA überhaupt nicht, denn die sind sowieso der globale Parasit schlechthin.

       

  2. Und Österreich – Deutschland könnte sich alleine nicht versorgen,die Russen aber schon!!

    Außerdem haben die Russen nicht Millionen Neger am Hals…………mit Grundsicherung!!

  3. Lassen wir die Schulden also beiseite. Kann man durchaus machen. Also jetzt: Wo investiert der Iwan? Natürlich zuerst einmal in die Wehrmacht.

    http://tass.com/economy/913261

    Das Angebot von meinem Freund, dem Sultan, doch seine herrlich weichen Lire zu nehmen, hat der Zar abgelehnt. Trotzdem hat der Sultan gerade Turkstream abgesegnet. Und gute Nachricht für den Zaren: Öl ist wohl deutlich über $50. Vorerst. Das neue Budget basiert auf $40 – 50.

  4. Ob Deutschland tatsächlich im Besitz von 3.378 to Gold ist, halte ich für zweifelhaft. Immerhin hatte die Bundesbank vor einigen Jahren die Parole ausgegeben, deutsches Gold, welches mehrheitlich im Ausland lagert – ein besonders großer Anteil davon in USA – nach Deutschland zu holen. Tatsächlich ist ein geringer Teil nach hier gekommen. Wenn ich richtig informiert bin stammte der aber nicht oder nur zum Teil aus den Einlagerungen in USA. Und seitdem habe ich über die Rückführung des deutschen Goldes nach Deutschland nichts mehr gelesen oder gehört. Existiert der vermeintliche deutsche Goldschatz überhaupt noch? Oder kommt Deutschland nicht dran? Natürlich kann der Rücktransport auch in aller Heimlichkeit erfolgt sein. Oder das Gold wurde umgeschmolzen, oder es wurden Legierungen daraus gemacht? Zweifel an der Existenz des deutschen Goldschatzes sind m.E. nicht von der Hand zu weisen.

    • Also ich habe irgendwo gelesen, daß zumindest jene warum auch immer in die USA transferierten und erheblichen Bestände nur noch auf dem Papier existieren sollen und selbst darauf ein unerklärer Schwund stattgefunden hat. Bei der bisher zurücktransferierten Alibimenge soll es sich daher auch nicht um die ehemals eingelagerten Bestände handeln.

      Natürlich wird sich unsere unabhängige Justiz mit dem Fall beschäftigen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen.

    • Naja so ganz war das nicht. Es hat sich hier um das ganze zusammengraubte Gold in Europa gehandelt was die Amis wenig störte. Es geht hier nicht nur um unser Eigentum sondern um das geraubte Gold aus Hitlers Zeiten. Vor ein paar Jahren hatten sie ein Abkommen das man es zurückgiebt, bislang kam eine Mini Lieferung in Deutschland an. Man behauptete dann das eine Auslieferung von solchen derartigen Mengen zu gefährlich sei,seitdem kam nichts mehr. Eine Weltmacht die zu blöd ist seine Transporte zu schützen welch ein Witz. Das Gold von ganz Europa haben sie längst verzockt es ist mit Sicherheit nichts mehr da. Wir haben den überfallen Ländern längst Entschädigung gezahlt das sollte man nicht vergessen.

  5. " In den Westmedien wird immer wieder behauptet, Russland stünde in Sachen Staatsschulden so schlecht da. "

     

    Wo wird das behauptet? gerade den Vorwurf gegen Russland konnte ich noch nirgends lesen.

     

     

     

    " Die deutschen Auslandsschulden "

     

    Deutschland ist nach Japan und China drittgrößte Gläubigervolkswirtschaft der Welt

     

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