Bundeskanzler Christian Kern (rechts) und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (links) - Bild: BKA/Andy Wenzel

Weil die einstigen Großparteien SPÖ und ÖVP in den vergangenen Jahren in vielen Bereichen total versagten, kann die FPÖ mit hoher Zustimmung rechnen.

Von Michael Steiner

Kaum ist die Präsidentenwahl geschlagen, teilen die Regierungspolitiker von SPÖ und ÖVP immer weiter gegen die FPÖ aus. Nun, da der Grün-Politiker Van der Bellen Bundespräsident ist und nicht FPÖ-Kandidat Hofer, befürchtet man seitens der Roten und Schwarzen einen weiteren Aufwärtseffekt für die Blauen. Denn diese holen ihre Wähler nicht nur von den bisherigen Nichtwählern und den Neuwählern, sondern vor allem auch von SPÖ und ÖVP.

Besonders die ÖVP, die sich während des Präsidentschaftswahlkampfs noch weitestgehend zurückhielt, zeigt nun größere Lust auf Angriffe gegen die Freiheitlichen. Besonders ÖVP-Chef Reinhold Mitterlehner, der eigentlich eher der "Typ Großkoalitionär" ist, teilt nun gegen die FPÖ aus. "Wir müssen darstellen, dass wir die besseren Konzepte haben und uns im Gegensatz zur FPÖ auf dem Boden der Rechtsstaatlichkeit bewegen", so der Vizekanzler zur "Krone". Man habe die Auseinandersetzung mit den Freiheitlichen bisher zu wenig geführt, deshalb werde es die Aufgabe sein, bei der nächsten Nationalratswahl "alles dafür zu tun, dass Strache nicht Bundeskanzler wird".

Auch ÖVP-Generalsekretär Werner Amon attackiert die Freiheitlichen scharf. "Wenn die FPÖ von ihrer grundsätzlich EU-kritischen Haltung nicht abgeht, wird man sie nur sehr schwer an einer Regierung beteiligen können", so der konservative Politiker zum "Standard". Doch der Grund für die plötzliche Koalitionsfrage ist scheinbar einfach erklärt: "Meiner Meinung nach ist die FPÖ derzeit unser größter Konkurrent. Nicht die Sozialdemokraten, da gibt es kaum einen Wähleraustausch", so Mitterlehner.

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Doch wie will die "Europapartei" ÖVP jene Wähler zurückholen, die die FPÖ auch wegen ihrer – durchaus sehr berechtigten – Kritik an der EU wählen? Dieser bedingungslose Brüssel-Unterwerfungskurs von ÖVP (und SPÖ) kommt bei vielen Österreichern nämlich nicht wirklich gut an. Da nützt es auch nichts, wenn Teile der ÖVP in Sachen Migration inzwischen einen deutlich schärferen Kurs verfolgen.

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5 KOMMENTARE

  1. Warum haben die Angst? Sie haben ja einen  "Präsidenten" in den Sattel geholfen, der vollmundig allen demokratischen Prinzipien widersprechend erklärt hat, daß er eine FPÖ Regierung nicht angeloben wird!

    Deshalb haben ja die ÖVP und SPÖ ihn massiv unterstützt.

    Somit kommen nur Schwarze, Rote oder Grüne in die Regierung. 2 Fliegen mit einer Klappe. Der Präsident ist EU treu und ein "beeideter" Transatlantiker, und unterschreibt auch ohne mit der Wimper zu zucken TTIP und CETA, und ignoriert den Wählerwillen im Falle eines FPÖ Sieges!

    Die EU Lakaien haben e sich gerichtet und haben wieder einmal ihre Fähigkeit, Demokratie bis zur Unkenntlichkeit zu verzerren, unter Beweis gestellt!

     

  2. Warum haben die Angst? Sie haben ja einem  "Präsidenten" in den Sattel geholfen, der vollmundig allen demokratischen Prinzipien widersprechend erklärt hat, daß er eine FPÖ Regierung nicht angeloben wird!

  3. Der allergrößte Konkurrent der ÖVP bleibt aber immer die FPÖ, weil die ÖVP um ihre Verdrängung aus ihrer Rolle bangt. Es outet sich ganz offensichtlich, die Parteiinteressen liegen der ÖVP immer über denen des Volkes.

  4. Sie haben Konzepte für die Lösung von Problemen die sie zuvor ganz bewußt selbst aus staatszersetzerischen Gründen herbeigeführt haben! Die Unverfrorenheit der Behauptung man hätte sich auf den Boden der Rechtsstaatlichkeit bewegt ist unfassbar! Ebenso die diesbezügliche verleumderische Unterstellung in Richtung FPÖ!

  5. Seit Haider wird der, mit einer kurzen Unterbrechung, kontinuierliche Aufstieg der FPÖ mit einer nach dem Krieg nicht dagewesenen Hetze von "Rotschwarzgrün," die keinerlei charakterliche Untiefen ausläßt bzw. ausgelassen hat, begleitet! Das ist ein Musterbeispiel dafür wie fanatische politische Emotionalität (Hass) die Unfähigkeit rationale Verhaltensweisen zu befördern, manifestiert. Das ist auch der Grund weshalb in Österreich das politische Flachwurzlertum auf allen Ebenen, Furore gemacht hat.  Man tut immer wieder das Gleiche und hofft auf ein anderes Ergebnis.

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