Seit Oktober ist der chinesische Yuan Teil der IWF-Währungsreserven. Auch sonst spielt die Währung Chinas eine immer größere Rolle auf der Welt und hat das Potential, den Dollar als Weltleitwährung abzulösen.

Von Marco Maier

Im Währungskorb des Internationalen Währungsfonds (IWF) ist der chinesische Yuan seit 1. Oktober 2016 vertreten. Hält der US-Dollar dort noch 41,73 Prozent und kann der Euro noch 30,93 Prozent Anteil für sich verbuchen, so liegt jener des Yuan derzeit bei 10,93 Prozent. Dies bringt auch den Umstand mit, dass die Zentralbanken rund um die Welt einen Teil ihrer Währungsreserven in Yuan halten müssen, was auch die Position Chinas stärkt.

Inzwischen sehen diverse Experten bereits die Möglichkeit eines Gleichzugs des Yuans mit dem Euro und dem Dollar. Mittelfristig könnte der IWF-Währungskorb durchaus weiter zugunsten der chinesischen Währung umgewichtet werden, während andere Währungen (insbesondere das britische Pfund oder der japanische Yen) an Gewicht verlieren. Und es gibt eigentlich kaum einen Grund, warum der Yuan nicht mit den beiden "großen" Währungen Dollar und Euro gleichziehen sollte.

Denn Peking startete bereits vor etwa acht Jahren damit, anderen Ländern Kredite auf Yuan-Basis zu gewähren. Länder, die sonst auf Dollar-Kredite angewiesen waren, hatten so eine Ausweichmöglichkeit. Dann, im Jahr 2013, unterzeichneten die People's Bank of China und die Europäische Zentralbank den bis dato größten Deal in den chinesischen Geschichte: Ein Währungs-Swap in Höhe von 45 Milliarden Euro wurde eingefädelt. Ähnliche Swap-Vereinbarungen gab es bereits mit Nachbarstaaten in der Asien-Pazifik-Region wie Japan, Südkorea, Neuseeland, Malaysia, Mongolei und so weiter.

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Dann im Jahr 2014 wurde der Yuan erstmals auch an der Londoner Börse gehandelt und weitere "offshore centers" öffneten im folgenden Jahr in der Schweiz, Frankreich, Deutschland, Luxemburg und Tschechien. Ebenfalls im Jahr 2015 schuf China binnen weniger Monate einen "Yuan-Ring" in seiner Nachbarschaft und verdrängte dort den Dollar. Und: China wurde ein großer Gläubiger der USA. Alleine in die US-Wirtschaft investierten die Chinesen 1,261 Billionen Dollar.

Während die Europäer als Transatlantiker kaum Ambitionen haben, den Dollar als Weltleitwährung zu verdrängen, ist dies im Falle des Reichs der Mitte anders. Schon die schrittweise Etablierung der "Neuen Seidenstraße", für die 40 Milliarden Dollar aufgewendet werden, soll die chinesische wirtschaftliche Dominanz im zentralasiatischen Raum sichern und zudem dafür sorgen, dass die Transportkosten nach Europa deutlich sinken. Ergänzt wird dies durch die Asian Infrastructure Investment Bank (AIIB), die mit 100 Milliarden Dollar Startkapital ausgerüstet wurde, um – wie der Name es schon sagt – in die Infrastruktur in Asien zu investieren.

Erste Zahlen zeigen inzwischen, dass im Jahr 2016 wohl rund ein Viertel aller Welthandelsgeschäfte bereits in Yuan abgewickelt wurden. Dann haben die anderen BRICS-Staaten beschlossen, dem Dollar den Rücken zu kehren und über die BRICS-Entwicklungsbank erste Yuan-Anleihen im Wert von 400 Millionen Dollar auszugeben. Insgesamt sollen bis zum Ende des Jahres Anleihen im Wert von umgerechnet 1 Milliarde Dollar in den jeweiligen BRICS-Landeswährungen über die Entwicklungsbank ausgegeben werden.

Der Yuan mag zwar noch vor einigen Hürden stehen, wenn es um die Rolle als globale Leitwährung der Zukunft geht, doch wenn die chinesische Führung diese in den Griff bekommt, könnte die globale Lage bereits in fünf bis zehn Jahren deutlich zugunsten des Yuan und deutlich zuungunsten des Dollars (aber auch des Euros, des Pfunds und des Yens) ausfallen. Die Yuanisierung der Welt ist kaum aufzuhalten.

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5 KOMMENTARE

  1. Natürlich muß mit China gerechnet werden. Aber wer weiß schon, was sich in den nächsten fünf bis zehn Jahren abspielen wird? Da ist doch alles offen.

    Mittelfristig sehe ich eine Weltwährung, dominiert von Peking und der Ostküste.

  2. Die Finanzmacht wurde nach Asien mit Hongkong als Machzentrum verlegt! Dominiert genauso die Welt wie die USA es taten. Nur eine Entflechtung globaler Strukturen in allen Bereichen gibt uns die Feiheit wieder!

  3. Ob der Yuan in 5 oder 10 Jahren im Währungskorb einen größeren Anteil haben wird, dürfte den durchschnittlichen europäischen Bürger kaum noch interessieren. Denn der lebt zu der Zeit in der Islamische Republik Deutschland/Österreich/Frankreich/Italien usw. und ist entweder zum Islam konvertiert oder hat als Angehöriger einer Minderheit nichts zu lachen.

  4. Mit Volldampf in die Yuanisierung der Welt

    ———

    Nun, das ist doch kein Wunder zumal die Bank of China – die chin. Zentralbank – von Rothschild kontrolliert wird.

    China soll offensichtlich zum neuen 'Shangri La' der Ostküsten-Eliten ausgebaut werden. Um mal einige prominente Namen (neben Rothschild) zu nennen: Mark Faber, Schiff jun., ehm. Weltbankpräsident Wolfensohn etc., etc. 

    Und George ist natürlich auch schon da (zumindest mit einem halben Bein)

    George Soros äußerte in einem Interview mit der ‘Financial Times’ seine Überzeugung, das China die USA als Motor der ‘JNew World Order’ ersetzen werde und dass die USA  den Niedergang des Landes und die Schwäche des Dollar nicht aufhalten könne,  was bedeute, dass der Lebensstandard in den USA sinken werde und dass eine neue Globale Währung eigeführt werden solle.

    Asked what Obama should discuss when he visits China next month, Soros stated, This would be the time because I think you really need to bring China into the creation of a new world order, financial world order,” adding that China was a reluctant member of the IMF who didn’t make enough of a contribution.

    “I think you need a new world order that China has to be part of the process of creating it and they have to buy in, they have to own it in the same way as the United States owns…the current order,” said Soros, adding that the G20 was a move in this direction.

    https://www.facebook.com/PrisonPlanetForum/videos/546040054590/

    Warum Soros so optimistisch in die Zukunft blickt kommt ja nicht von ungefähr. Man muss nur auf die ähäm… ‚Chinesische Revolution  zurückblicken, die ebensowenig eine ‚chinesische‘ war, wie die ‚Russische Revolution‘ v. 1917 eine ‚russische‘ war.

    Ein gewisser "Rewi Alley," war  der Mann, der in China commie Kommunen in China organisierte, weit  vor der  ‘Kommunistischen  Revolution’ im Jahre 1949

    Mao war –wie Mandela- nur die Gallionsfigur des CIA. Geschult und indoktriniert wurde er durch ‚Skull & Bones‘  der Yale Universität. Der Ort war die ‚Yali Highschool‘ in Shangsha, der Provinz Hunan, eine Außenstelle der Yale-Universität.  Mao war ein unsicherer junger Mann – ein total zu kontrollierendes ,  manipulierbares  Puppet für ihre Zwecke.

    Drei Polit-Büro Mitglieder Maos waren keine Chinesen und hatten folgende Namen: Israel Epstein, Sidney Shapiro (Sha Boli) and  (Mrs.) Chen Bidi. Geboren waren sie in Polen, den Vereinigten Staaten  resp. Kanada , und sie beantragten die chinesische Nationalität erst in den Jahren 1957 und, die sie auch prompt erhielten.  Obschon diese normalerweise Ausländern nicht gewährt wird.

    Epstein und Shapiro waren die ersten Finanz- bzw. Propagandaminister in Mao’s Kabinett.

    Weitere prominente Namen sind. Sidney Rettenberg, Virginius Frank Coe, Solomon Adler u. George Sokolsky, wobei die Liste beileibe nicht vollständig ist

    Die Namen klingen für mich nicht unbedingt chinesisch!

     

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