Militär: Russische Ingenieure im Kampf gegen die Minen in Aleppo

Erstmals im Syrien-Krieg wurden die russischen Ingenieurstruppen beim Anti-Minen-Einsatz in Palmyra gesichtet. Dort haben sie sowohl mit Panzer als auch mit eigenen Händen die größte Gefahr nach dem bewaffneten Konflikt bekämpft: Minen. 

Von Christian Saarländer

„Nach dem Krieg ist vor dem Krieg“, so etwa könnte das Motto der russischen Ingenieurstruppen sein, die nun die Stadt Aleppo zusammen mit den syrischen Waffenbrüdern befreien werden. In der Deutschen Bundeswehr oder im Bundesheer Österreichs sind Pioniere in etwa das, was in den russischen Streitkräften die Ingenieurstruppen sind. Sie bauen Stellungen, verlegen Brücken, legen Minensperren und sprengen Minen oder auch andere Objekte. Dieser Clip auf YouTube stellt diese Teilstreitkraft der Streitkräfte der russischen Föderation kurz vor.

https://youtu.be/9_XAAJ8D6K8

Wie man auf dem Video sieht, entfernen oder verlegen sie auch im Einsatz Minen. Hier geht es um das Entfernen von Minen, nach oder auch während eines bewaffneten Konfliktes. Die syrischen Streitkräfte sind mit dieser Aufgabe spätestens seit dem Jahr 2013 betraut, nachdem die islamistischen Rebellen selbst Minen verlegt haben. Minen können eigenhändig und mit einem Minen- oder Raketenwerfer verlegt werden. Der Zweck von Minen: Entweder man will verhindern, dass Fahrzeuge in ein bestimmtes Gebiet ungehindert eindringen, oder man will Soldaten und Zivilisten daran hindern. Deswegen gibt es sowohl Panzerabwehr-Minen als auch Anti-Personen-Minen, wobei letztere den Zweck vor allem darin haben, beim Gegner für Furcht, Schrecken und Verzweiflung zu sorgen und weniger darin jemanden zu töten.

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Dieses Foto stammt aus Palmyra und zeigt einen Anti-Minen-Soldaten mit einem Minensuchgerät im Einsatz. Oftmals sind Minen unter der Erde versteckt, was sie für den Gegner besonders unberechenbar macht. Gerade die gefürchteten Schmetterlings-Minen sind für Soldaten im Einsatz ein riesiger Gefahrenherd. Der Name Schmetterling deswegen, weil diese Minen wie ein Schmetterling nach oben fliegen, bevor sie explodieren und zu schweren bis tödlichen Verletzungen führen. Den Standort von Minen erhält man oftmals erst nach einem bewaffneten Konflikt, oft wenn der Gegner auf einer Karte den Standort zeigt. Zur Minenbeseitigung gibt es verschiedene Möglichkeiten. Entweder von Hand oder durch Sprengung von einem gesperrten Gebiet.

Dieses Video zeigt russische Soldaten bei der Bedienung des UR-83 einem Gerät, was zunächst an eine Feldhaubitze erinnern, aber letztlich ein Geschoss abwirft, das für die Sprengung von Minen konzipiert ist. Eine Feldhaubitze oder eine Panzerhaubitze wäre auch in der Lage Minen zu sprengen, aber sie wird eher dafür eingesetzt, um Minen zu verlegen. Hierfür gibt es bei den Panzerpionieren sogar einen speziellen Minenwerfer. Einen speziellen Panzer stellt der UR-77 da, ein Antiminenpanzer, der bislang einzigartig ist. Er erinnert ein wenig an die Zeichentrick-Serien Mask oder Transformers, wo Fahrzeuge vorkommen, die sich verwandeln können. 

https://youtu.be/Aq0OdmsBfDs?list=LLlLHlbS3VUGymcL7POFJAHg

Der Panzer in der russischen Version ist an das slawische Fabelwesen benannt, einen Drachen mit drei Köpfen. In der syrischen Version wird er „Meteorit“ genannt. Hier ein weiteres Video des „Smei Goronuch“ im Kampf gegen die Minen.

https://youtu.be/r0Ne9nzEvbU

Der Vorteil von solchen Sprengungen ist, dass sie schneller Minen vernichtet als die Entschärfung von Hand, dessen großer Nachteil es ist, dass man beim Entschärfen von Minen selbst in Lebensgefahr befindet. Der Nachteil ist, dass man durch solche Sprengungen – besonders in der Phase des Krieges – sich beim Feind bemerkbar macht. 

Das letzte Video zeigt nochmal die Version der syrischen Streitkräfte, der Meteorit, der bereits schon länger im Konflikt eingesetzt wird. Rechts im Bild ein weiterer Soldat beim Anti-Minen-Einsatz in Aleppo. Weitere Informationen auf News Front auf Deutsch.

https://youtu.be/Ex2_czsZjSs

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Ein Kommentar

  1. Schande auf Schande : Leopard-Panzer kriegsuntauglich

    Die türkischen Invasionstruppen in Syrien erlebten eine böse Überraschung : Der IS knackte drei ihrer "unüberwindlichen" deutschen Leopard-Panzer mit steinalten Abwehrraketen und eroberte noch zwei für den Eigengebrauch.

    Damit dürften die deutschen Rüstungsexporte – im Gegensatz zu den russischen – einen gewaltigen Einbruch erleben.

    Das kommt davon, wenn die Rüstungsindustrie nur daran interessiert ist, die Preise statt die Produkte zu optimieren.

    Das Desaster mit den neuen Rüstungsprojekten A 400, Marinehubschrauber und Panther-Kampfhubschrauber hatte also durchaus seine Vorgänger.

    Von den Knarren für die Infanterie fangen wir gar nicht erst an.

    Jetzt kann man nur hoffen, dass der IS die Leoparden auch benutzt – dann haben die Russen leichtes Spiel.

    Womit wir wieder beim Thema wären.

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