Elektroautos, umweltfreundliche Zukunft oder eher doch nicht?

Keine Auspuffgase, schön ruhig und vor allem umweltfreundlich. Ist das bei Elektroautos wirklich so oder lässt die Klimabilanz doch zu wünschen übrig?

Von Edgar Schülter

Eine Million Elektroautos sollen auf deutschen Straßen bis zum Jahr 2020 fahren. Derzeit lässt die Klimabilanz bei diesen Projekt noch sehr zu wünschen übrig. Von der Politik werden sie geradezu als Heilbringer für das Klima angepriesen, aber ist das so? Zwar stoßen Elektroautos während der fahrt keine Abgase aus und produzieren kein klimaschädliches Co2, das ist richtig, jedoch berücksichtigt man hingegen die Erzeugung des Stroms und die Produktion des Fahrzeugs, sinkt die Umweltfreundlichkeit von Elektroautos rapide. Denn hierzulande kommt der Strom noch immer zu weiten Teilen aus Kohle- oder Gaskraftwerken. Obwohl sich der Anteil der erneuerbaren Energien am Energiemix bereits enorm erhöht hat (auf derzeit rund 28 Prozent), reicht das noch nicht aus, um die möglichen Vorteile von Elektroautos gegenüber herkömmlichen Verbrennungsmotoren tatsächlich auszuschöpfen.

Das Institut für Energie- und Umweltforschung in Heidelberg kam in einer Untersuchung zu dem Schluss, dass batteriebetriebene Pkw über ihre gesamte Lebensdauer bei Nutzung des deutschen Strommix eine ähnliche Klimabilanz haben wie konventionelle Autos. 

Das größte Problem ist die Bereitstellung des Stroms zum Aufladen 

Solange in Deutschland kein Strom aus erneuerbaren Quellen bezogen wird, bringt das ganze nichts. Aber viel schlimmer noch wird es bei der Herstellung der Batterien. Diese liegen schon mit dreißig Prozent in der Klimabilanz drin. Akkus müssen während  ihres Lebenszyklus beim Elektroauto mindestens einmal ausgetauscht werden. Die Herstellung eines Akkus aber verbraucht reichlich Energie. Das heißt nutzt man ein Elektroauto für private Zwecke in der Stadt, ist es bei aller Berechnung genau so klimaschädlich wie ein Dieselmotor und nur 17 Prozent weniger schädlich als ein Benziner.

Lesen Sie auch:  Russlands politische Stabilität ist gewährleistet, während der Westen untergeht

Loading...

Fazit:  Elektroautos wirken sich nur dann positiv auf die Umweltbilanz aus und tragen zu einer Luftverbesserung bei, wenn der Strom für ihre Herstellung und ihren Betrieb, aus sauberen, regenerativen Energiequellen stammt. Wird dagegen der Strom lediglich durch Kohlekraftwerke erzeugt, verursachen Elektroautos im Prinzip pro Kilometer so viel Feinstaub und Ozon, wie benzinbetriebene Fahrzeuge. 3000 zusätzliche Tote resultieren pro Jahr als Folge der dadurch hervorgerufenen Luftverschmutzung.

Wenn ihnen dieser Artikel gefallen hat und auch Sie die Medienvielfalt retten wollen, können sie uns mit einer Spende (hier) unterstützen. Es besteht zudem die Möglichkeit ein ePaper oder ein eBook im Shop (hier) käuflich zu erwerben.

Spread the love

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: [email protected] nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

7 Kommentare

  1. CO2 ist Kohlendioxid, oder? Von Kohlendioxid ernähren sich Bäume und Pflanzen. Bäume und Pflanzen brauchen wir unbedingt, die machen nämlich unsere Luft zum Atmen. Ich weiß überhaupt nicht, was es dann an Kohlendioxid auszusetzen gibt. Kohlendioxid ist offenkundig ein wichtiges Zeugs für den gesamten Kreislauf hier

  2. Die (deutsche) Autoindustrie macht ständig Innovationen, um die Führerschaft in der Autoproduktion beanspruchen zu können. Die Kriterien dienen nicht den Menschen ,sondern um Barrieren beim Verkauf von Autos (low tecnology) aufzubauen. 90% der Innovationen der vergangenen 2 Jahrzehnte sind m.E. nach nicht zum Vorteil der Konsumenten und nicht zum Vorteil der Umwelt.

    Wenn nun, wie vorgesehen, strengere Gesetze für die Fahrerlaubnis in Städten gemacht werden, dient das dem Umsatz der Fahrzeugindustrie. Ähnliches gilt für Elektroautos, mit denen das grundsätzliche Problem des überhöhten Energieverbrauches nicht gelöst wird (und ähnliches gilt für die KFZ Überprüfungen, die mehr dem Fahrzeug- und Werkstättenumsatz als der Sicherheit dienen).

    1. @brücke

      "90% der Innovationen der vergangenen 2 Jahrzehnte sind m.E. nach nicht zum Vorteil der Konsumenten und nicht zum Vorteil der Umwelt."

      Es kann auf dieser Welt auch NICHTS zum Vorteil oder zum Wohle der Bevölkerung gemacht werden. Wir leben in einem Geldsystem mit Exponentialwirkung. Das Geld wird aus dem NICHTS erschaffen und als Schuld über Staaten, Unternehmen und private Haushalte in Verkehr gebracht.

      Das macht den Zwang: Rennen, rennen, rennen und noch schneller rennen. Natürlich wird unsere Welt mathematisch zwingend dadurch zerstört.

      Es geht zum Beispiel in der Pharma Industrie auch nicht um die HEILUNG von Krankheiten. Es geht um BEHANDLUNG.

      Es ist nicht möglich, nachhaltige Lösungen im Sinne der Menschheit und der Erde zu schaffen mit diesem Geldsystem.

  3. Elektromotoren können in jedem Billiglohnland produziert werden. Ebenso Akkus und Elektronik. Das dürfte das Ende für deutschen Automobilbau und die Maschinenproduzenten bedeuten. Dritte Welt Wohlstand damit sicher für die Deutschen. Aber in sauberer Luft.

  4. Warum verstecken Sie sich hinter mangelhaften Quellenangaben.
    Sie verwenden bewusst falsche veraltete Daten, um zu einem falschen Fazit zu kommen. Sie verwenden im Jahr 2016 Daten basierend auf dem Strommix von 2010 bei einer sehr gering angenommenen Fahrzeuglebensdauer von 120000km (Komponenten sind auf weit mehr ausgelegt). Seitdem hat sich der Output der erneuerbaren Energien (2016) fast verdoppelt, die Energieeffizienz der Industrie ist gestiegen und die Energiedichte der Akkus hat sich extrem positiv entwickelt.
    Das moderate Szenario 2030 aus der Studie entspricht viel eher dem, was wir heute in der Praxis sehen und da sind die Vorteile doch eindeutig.

    Ihre Angaben stammen aus folgender Studie:
    http://www.emobil-umwelt.de/images/ergebnisbericht/ifeu_(2011)_-_UMBReLA_ergebnisbericht.pdf

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.