Der philippinische Präsident teilte scharf gegen die US-Administration aus. Diese wolle seine Regierung durch CIA-Aktionen destabilisieren, wie aus Berichten hervorgehe.

Von Marco Maier

Am vergangenen Dienstag berichtete die Tageszeitung "Manila Times" davon, dass ein früherer US-Botschafter in den Philippinen, Philip Goldberg, eine "Blaupause zur Unterminierung Dutertes" vorbereitet habe. Dabei zitierte die Zeitung aus einem Dokument, welches sie von einer "hochrangigen Quelle" erhalten habe. Dies passt auch hervorragend zu einer jüngsten Untersuchung von US-Einmischungen in anderen Ländern.

So habe Goldberg, der kürzlich seinen Posten in Manila räumte, verschiedene Strategien für eine 18-monatige Periode ausgearbeitet, mit denen die in Washington höchst ungeliebte philippinische Regierung unter Präsident Duterte destabilsiert werden sollte. Diese beinhalten die Unterstützung der pro-amerikanischen Opposition (den sogenannten "Amboys") und die Aufhetzung der Medien, des Militärs, der Nachbarstaaten und leitenden Regierungsangestellten gegen Duterte, um ihn so wirtschaftlich zu isolieren.

Duterte, der den ehemaligen US-Botschafter schon früher heftig attackierte, weil er sich kein Blatt vor den Mund nimmt, bezeichnete ihn auch schon als Washingtons "Superstar", mit einer Erfolgsbilanz in der Unterminierung von Regierungen. "Vielleicht wird er es verleugnen, aber es ist nicht gut", so Duterte zu Goldbergs angeblichen Blaupausen, die laut dem philippinischen Staatsoberhaupt zu seiner Geschichte passen würden.

Das US-Außenministerium beschrieb die Vorwürfe gegen Goldberg erwartungsgemäß als "falsch". Dabei ist es hinlänglich bekannt, dass das amerikanische Außenministerium zusammen mit der CIA in dutzende Fälle von Regime-Changes und Destabilisierungsmaßnahmen verstrickt war und ist. Duterte jedoch äußerte einen deutlich zynischeren Blick: "Die meisten der Botschafter der Vereinigten Staaten, aber nicht all, sind keine professionellen Botschafter. In derselben Zeit spionieren sie, sie sind mit der CIA verbunden", so der Präsident in einem TV-Interview. Er ergänzte, dass "der Botschafter eines Landes ist der Spion Nummer Eins. Aber der Botschafter der Vereingten Satten, deren Stärke ist es wirklich, Regierungen zu unterminieren."

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3 thoughts on “Duterte: „US-Botschafter sind CIA-Spione“”

  1. Interessant – Duterte scheint die US-Krake systematisch aus seinem Land herausdrängen zu wollen. Dazu gehört die Aufklärung der Bevölkerung über die schändlichen Machenschaften der USA in seinem Land. Dies macht Duterte mit diesem TV-Interview.

    Ähnlich ging damals auch Hugo Chavez vor. Und vor ihm Adolf Hitler, wobei der seinen Schwerpunkt auf die Kritik an der primär jüdischen Wallstreet legte.

    Dutertes Mut muß im Zusammenhang mit dem Wiedererstarken Rußlands gesehen werden. Rußlands Beistand zu Assad in Syrien gegen die CIA-bewaffneten IS-Truppen gibt anderen Schwellenländern die Sicherheit, nicht alleine zu stehen, wenn sie sich gegen das US-Imperium wenden.

    Syrien ist insofern ein Präzedensfall, der in der 3. Welt leicht Schule machen kann und den Einfluß des US-Imperiums zurück drängt.

    1. @ Richard

      Gute Darlegung eines wohl sehr richtigen Zusammenhangs.

      Dennoch muss ich Duterte meine Bewunderung aussprechen. Der Mann sagt einfach in Kürze die Wahrheit. Und die ist das grösste Gift für die USrael-Oberclique.

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