Brasiliens Ex-Präsident Lula da Silva: Kein Geld für seine Verteidigung!

Das Virtuelle Crowdfunding für Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva, ging diesen Samstag zu Ende. Jedoch wurde das Ziel weit verfehlt. In 17 Tagen sollten umgerechnet rund 146.000 Euro zusammen kommen, doch leider wurde nur etwas mehr als die Hälfte aufgebracht.

Von Edgar Schülter

Vor diesem großen Fiasko versuchte noch das „Institut Lula“ seine Partei, die brasilianische Arbeiterpartei (PT) zu mobilisieren, um noch zusätzlich Geld zu bekommen. Bis dahin hatte das Online-Crowdfunding nur zirka 55.000 Euro erhalten. Lulas Online-Geldbeschaffungsprogramm lief vom 7. bis zum 24. Dezember. Doch das große Weihnachtsgeschenk blieb auf der Strecke. Insgesamt haben 2.381 Leute für „Lulas Verteidigungs-Komitee“ im Namen der Demokratie gespendet.

Im Vergleich dazu bekam die Ex-Präsidentin Dilma Rousseff bei einer ähnlichen Aktion, 58 Prozent mehr als das vereinbarte Ziel. Sprich, statt 146.000 Euro gleich zirka 231.000 Euro. Ziel war es damals Dilmas Reisen durch Brasilien zu finanzieren um das „Impeachment“ (die Entmachtung) zu verhindern. 

Um die Bevölkerung zur Spende aufzurufen wurden Videos und Ansprachen bekannter Politiker ausgestrahlt. Nach Angaben der brasilianischen Bewegung „Ein gerechtes Brasilien für Lula“ wurden Bewegungen aller Gewerkschaften mobilisiert. Wir erinnern uns: Präsident Lula da Silva regierte das Land von 2003 bis 2011.

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Sein Regierungsprogramm sorgte für mehr sozialen Frieden durch eine gerechtere Verteilung der Gelder. Zur dieser Zeit wuchs auch die brasilianische Wirtschaft deutlich, die innere Kaufkraft legte deutlich zu.

Brasilien war eines der wichtigsten „Emerging Market“-Länder. Nie zuvor hatten Menschen die in Favelas lebten, einen besseren Zugang zur Erziehung, ärztlichen Versorgung und Arbeit. Die allgemeine Hungersnot wurde reduziert. Gerade solche anti-neoliberale Maßnahmen schaffen eine stärkere Mittelschicht. Das Geld fließt besser und ein gesunder Kreislauf stabilisiert die Wirtschaft.

Dennoch wurde leider die steigende Korruption zum Auslöser der Erosion in Lulas Politik und nicht zuletzt führte dies zu seiner Festnahme und in der Folge zur jetzigen Anklage. Seine Anhänger sehen darin aber einen weiteren Prozess aus politischen Gründen.

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