Atomausstieg: Aktionärsprofit auf Steuerzahler-Kosten

Erst kassieren die Betreiber von Atomkraftwerken Unsummen ab, dann erhalten sie auch noch eine finanzielle Entschädigung. Die Aktionäre kassieren ab, die Steuerzahler dürfen löhnen.

Von Marco Maier

Lange Zeit haben die Betreiber der Atomkraftwerke in Deutschland – E.ON, RWE und Vattenfall – an den Meilern gute Profite gemacht. Nun, mit dem von Berlin beschlossenen Atomausstieg, kommen Dank einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts noch enorme Kosten in Milliardenhöhe auf die Steuerzahler in Deutschland zu. Profiteure sind vor allem die Aktionäre der Energiekonzerne, die sich wohl auf eine Dividendenerhöhung freuen können.

Nicht nur, dass die Deutschen mit ihren Steuergeldern für den Großteil des Rückbaus der Atommeiler aufkommen müssen, nein, auch eine finanzielle Entschädigung steht den Energiekonzernen zu. Denn der Erste Senat des Bundesverfassungsgerichts erklärte gestern, dass der im Jahr 2011 beschlossene beschleunigte Ausstieg aus der Atomenergie für die Unternehmen zwar zumutbar sei, allerdings wäre die Verweigerung einer Ausgleichszahlung mit dem Grundgesetz nicht zu vereinbaren. Denn diese seien im Vertrauen darauf vorgenommen worden, ab 2010 zusätzliche Strommengen verkaufen zu können.

Selbst wenn man kein Freund der Atomenergie sein sollte, so muss man doch zugeben, dass die beschleunigte Abkehr von der Atomstromproduktion samt der sogenannten Energiewende ein extrem teures Unterfangen ist, welches durch die allgemeine Hysterie rund um das havarierte Atomkraftwerk bei Fukushima in die Wege geleitet wurde. Anstatt mit Vernunft zu reagieren und eine Lösung zu finden, die sowohl den Sicherheitsbedenken, der Energiesicherheit allgemein und den Kosten für die Steuerzahler entgegenkommt, hat die deutsche Politik kläglich versagt.

Denn nun kommen – samt den zusätzlichen Klagen, wie zum Beispiel wegen der 2011 eingeführten Brennelementesteuer – auf die Steuerzahler in Deutschland massive Kosten in Milliardenhöhe zu. Schätzungen gehen bislang von mindestens 6 und maximal 10 Milliarden Euro aus, die vom Fiskus an die Unternehmen (zurück-)bezahlt werden müssen.

Lesen Sie auch:  Auch in Deutschland geht es in Richtung Zwangsimpfung

Loading...

Wenn ihnen dieser Artikel gefallen hat, können sie uns mit einer Spende (hier) unterstützen. Es besteht auch die Möglichkeit ein ePaper oder ein eBook im Shop (hier) käuflich zu erwerben.

Teilen Sie diesen Artikel:

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: redaktion@contra-magazin.com nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

22 Kommentare

  1. Ich glaube die KKWs sollen aus ganz anderen Gründen abgeschaltet werden. Man will Deutschland bis in alle Ewigkeit als Sklavenstaat halten und hat angst, da friedliche und militärische  Kernenergie nur einen kleinen Schritt voneinander entfernt sind und will die deutschen vom Know how  abkoppeln.Zusätzlich darf der deutsche Steuerzahler diese Ostküstenlist noch bezahlen.Die französischen Atomlraftwerke liegen zum größte Teil nur wenige km von der deutschen Grenze. Das ist ein Interludium Merkel-Ostküste, so einfach ist das  und die Deutschen sind einfach zu blöde und streiten noch, ob das stimmt.

  2. Merkel hätte Verträge, in denen das Volk Konzernen Gewinn-Garantien gibt nie zusagen dürfen. Hier beginnt die Kriminalität Merkels.

    Hat man sie jedoch unterschrieben, dann kann man sie nicht aus populistischen Gründen brechen. Hier zeigt sich Merkels Konzeptlosigkeit. Merkel agiert rein opportunistisch ohne Sinn und Verstand.

    Jetzt wird das Volk doppelt zur Kasse gebeten: Einmal für Atomenergie und einmal für ineffektive und ineffiziente Windräder. Merkels Politik ist erkennbar desaströs. Merkel muß weg!

    Dachwindanlage – effiziente und effektive Energiegewinnung:

    Im Gegensatz zur Propaganda des Kapitals, welches aus alternativer Energiegewinnung nur das ganz große Geschäft machen will, läßt sich Energie auch preisgünstig, dezentral und effektiv gewinnen. Die entsprechenden Erfindungen sind von deutschen Erfindern längst entworfen. Eines dieser Konzepte ist die Dachwindanlage von Dipl.Ing. Walter Thurner, München.

    Diese Dachwindanlage kann praktisch auf jedem Hausdach längs der Zinne installiert werden.

    Technisches Optimierungsmerkmal: Diese Anlage nutzt die Dachschräge als Düse, welche die Windgeschwindigkeit erhöht. Und da die Windenergie quadratisch mit der Geschwindigkeit des Windes zunimmt ist diese Anlage effektiver als herkömmliche Windräder.

    Die Leistung: Die Anlage liefert mehr Strom, als im Haus verbraucht wird, kann also ein Haus energietechnisch autonom machen. Ein durchschlagender Vorteil.

    Der Standortvorteil:Das Windrad ist in die Spitze des Daches integriert und kann von außen nicht gesehen werden. Sie verschandelt also nicht die Landschaft wie herkömmliche Windräder, stört keine Vögel und kann deutschlandweit installiert werden.

    Dezentralität – Energietechnische Unabhängigkeit für den Bürger: Diese Anlage macht den Bürger energietechnisch unabhängig von der Abzocke durch die Konzerne der Bankster und von Marktpreisschwankungen. Und das für den Rest seines Lebens.

    Preis: Der Preis des Umbaus dürfte für ein Einfamilienhaus bei ca. 10.000 € liegen. Die Anlage hat sich also nach ca. 10 Jahren refinanziert.

    Die Anlage samt den nötigen Berechnungen kann auf der Webseite von Herrn Thurner besichtigt werden. http://www.walter-thurner.de

    1. Stell dir vor :

      Eine Sylvesternacht, 20° minus, Windstille, alle Leute zu Hause und dann : Stromausfall.

      Dann können unsere alternativen Stromquellen mal beweisen, was sie draufhaben.

      Am Neujahrstag werden es denn alle wissen – also die jedenfalls, die dann noch nicht erfroren sind.

      Wind und Sonne können konventionelle Kraftwerke bestenfalls ergänzen, aber niemals ersetzen.

      1. Wind kann konventionelle Kraftwerke ersetzen.

        Denn die Zeiten, dass in ganz Deutschland windstille herrscht sind relativ gering. Diese Zeiten können über Energiespeicher vor Ort überbrückt werden. Dies kann auf verschiedene Weise realisiert werden:

        1. Speicherung von Strom in Wärme. Die Rückgewinnung erfolgt über optimierte Stirlingmotoren.

        2. Speicherung von Energie in Form von Rotation. Dazu werden schwere Betonblöcke in einem Vakuum in Rotation versetzt. Die Energie der Rotation nimmt mit der Rotationsgeschwindigkeit quadratisch zu. Solche Anlagen sind bereits im Gebiet von New York im Einsatz.

        3. Speicherung der Energie in Form von Algenöl. Rückgewinnung über Blockheizkraftwerke.

         

        1. Das ist reine Mathematik

          Alle alternativen Energiequellen haben eine Effizienz zwischen 10 und 25 Prozent.

          Je öfter die Energie umgewandelt wird, um so schlechter der Wirkungsgrad.

          Eine Energiegewinnung, die mechanische Energie (Wind) in Strom umwandelt, diesen dann in Wärme und die Wärme dann wieder in Strom, ist im untersten Effizienzbereich.

          Und – nicht zu vergessen – solche Anlagen kosten nicht nur ein Heidengeld, sondern verschlingen wärend ihrer Fertigung oft schon mehr Energie, als sie in ihrem gesamten Lebenszyklus erzeugen können.

          Was immer noch fehlt, ist ein effizienter Stromspeicher.

          Ein Beispiel :

          Würde ich mit neuester Technologie einen Akku bauen, der den Energiegehalt von 100 Liter Diesel speichern kann, so wöge dieser allein drei Tonnen.

          Mit konventionellen Batterien kämen wir auf 30 Tonnen.

          Ein Hundert-Liter-Tank kostet ein paar Euronen.

          Wie viel kostet ein Lithium-Ionen-Akku, der drei Tonnen wiegt und nach 500 Ladezyklen ersetzt werden muss?

          1. Lieber Deutscher Michel,

            geht man von dem aus, was in den Standart-Physikbücher steht, so haben sie sicherlich Recht.

            Doch -mit Verlaub- Sie sind da das Opfer der Wallstreet-Propaganda geworden.

            Windenergie hätte einen Wirkungsgrad von 10-25%?

            So oberflächlich denken die Bachelor-Studenten an den Unis – und begreifen nichts.

            Sie haben die Ausführungen meines ersten Kommentars nicht begriffen. Wenn Sie die Lügen der Energiemafia entlarven wollen, so lesen Sie meinen ersten Kommentar noch einmal, nehmen sich einen Taschenrechner, suchen sich aus einem Physikbuch die entsprechende Gleichung heraus und rechnen Sie nach – dann werden Sie eine Überraschung erleben. Das kann ich Ihnen versprechen!

            Nicht ohne Grund sagt Rene Descartes:

            "Mathematik ist die reinste Form der Vernunft…"

          2. Was ihr da schreibt wird die Initiatoren der Schweinerei freuen. Deutsch, deutscher am deutschesten. Shalom!Shalom!  Dass das ganze zum Himmel stinkt, beweist die Tatsache, dass ein paar Kilometer von der deutschen Grenze entfernt, die leichtsinnigen französischen Atomkraftwerke voll, voller am vollsten sind. Deutschland, Deutschland über….

          3. Na, die Zahlen liegen Ihnen doch bereits zu Füßen!

            Windenergie = 100%

            An der Dachschräge erhöht sich die Geschwindigkeit der Luft gemäß der Kontinuitätsgleichung.

            Wie schrieb ich, dass sich die Windenergie mit der Geschwindigkeit entwickelt? Richtig, quadratisch.

            Wieviel Prozent Windenergie kommt also an der Dachwindanlage an? Genau, 100% + x

            100% + x multipliziert mit dem Wirkungsgrad der Anlage, ins Verhältnis zur Anfangsenergie von 100% gesetzt ergibt einen Wirkungsgrad von wieviel?

            Kann also eine Windkraftanlage maximal einen Wirkungsgrad von 25% haben? Ziemlicher Unsinn, nicht wahr? Aber sowas lernen die Bachelorstudenten an der Uni.

             

          4. Ich stelle fest : Physik macht keine Gefangenen

            …sondern provoziert Bauchlandungen

            Außerdem schrieb ich über die zahlreichen Energieumwandlungen, denen du hier das Wort redest.

            Wenn du bei jeder Umwandlung nur 50% der Primärenergie verlierst, ist das schon eine technische Großtat.

            Die effizienteste Wärmekraftmaschine, die es momentan gibt, der Dieselmotor, liegt bei einer Effizienz von 43%, gemessen an der Energie des Kraftstoffs, der hier Primärenergie ist.

            Bei den von Dir beschriebenen Umwandlungen landest du bei ca. 10 bis 12% als nutzbar.

            Oder glaubst du, dass sich ein Vakuum von selbst herstellt, z.B.?

            Davon abgesehen kannst du sicher sein, dass die Kostenoptimierer aus der Industrie jede Deiner Möglichkeiten längst genutzt hätte, könnte man dadurch auch nur ein wenig sparen.

            Da sind die ganz pragmatisch.

          5. Schade, ich hatte gehofft, sie hätten meine Rechnung verstanden.

            Naja, ist auch nicht so schlimm.

            Die physikalischen Zusammenhänge, die hinter der Dachwindanlage stehen sind wohl auch nur durch längeres Beschäftigen mit der Materie zu verstehen. Ich selbst habe dafür ca. zwei Jahre gebraucht.

            Zum Abschluß noch die Lösung der Rechnung: Die Dachwindanlage des Herrn Thurner hat einen Wirkungsgrad größer 75%.

  3. Die vor dem Ausstieg beschlossene Verlängerung der Laufzeiten hat die Kernenergiewirtschaft auf Kosten der Allgemeinheit mit Extraprofiten begünstigt, während der Steuerzahler einem unkalkulierbaren Lebensrisiko, sowie unkalkulierbarer Zusatzkosten für Entsorgung und Rückbau ausgesetzt wurde. Dafür gebührt dem Steuerzahler selbstverständlich eine Kompensation, die mit Sicherheit den nun entgangenen Gewinn für die Energiekonzerne mehfach übersteigt.

  4. Merkel ist schuld

    Hätte sie nicht die Angewohnheit entwickelt, auf alle Verträge zu spucken, wenn es ihrem Machterhalt dient, könnten die AKWs weiterlaufen.

    Das hätte auch den Anstieg der Strompreise begrenzt – der billigste Strom kommt aus Kraftwerken, die man bereits HAT.

    Wenn immer mehr Grundlastkraftwerke vom Netz gehen, wird ein tage – oder wochenlanger Stromausfall in D. immer wahrscheinlicher. De Maiziére weiß das, deshalb hat er auch dafür plädiert, dass die Leute sich Vorräte anlegen sollen.

    Ohne Strom bewegt sich bei uns kein Rad mehr.

    Wir befinden uns also, dank Merkel und den grünen Irren, in der grotesken Situation, dass wir die sichersten KKWs der Welt abschalten und darauf spekulieren, den Strom von irgendwelchen ausländischen Klapperkisten zu beziehen.

    Und das nur, wenn alles gut geht.

    Wird es aber nicht.

    Fragt einen beliebigen Kraftwerkstechniker eures Vertrauens.

    1. Es wird auf jeden Fall die Deindustrialisierung Deutschlands beschleunigen.

      Wenn z. b. in einer Stahlschmelze die Schmelzöfen erst ein paar mal durch Stromausfall zerstört wurden, hauen die dahin ab, wo es jeden Tag Strom gibt.

  5. Merkel lässt sich trotz Klatsche mit nur 89,9% gestern feiern und gleichzeitig verkündet das Bundesverfassungsgericht das die großen Eneegiekonzerne wegen Merkels übereilten Atomausstieg mit ca.20 Milliarden entschädigt werden sollen und die Zeche natürlich Dank Merkel – die Steuerzahler Blechen dürfen.

    Und diese Meldung findet kaum das Interesse der Kriecherpresse.

    Warum wohl ?!

  6. Auch der Merkel Regierung -Deal (Entsorgung des Atommülls)mit den Energiekonzernen vor ca.2-3 Wochen fand kein Interesse der Medien, auch da –  großes Schweigen.

  7. Ich kann mich noch erinnern…wer hat denn damals die Atomkraft hochgejubelt. Es waren die üblichen Qualitätsmedien Stern/Spiegel die uns  begeistert haben für Atom. Sie haben uns erzählt das wir nie wieder Strom sparen müssen und alles viel billiger wird und sogar die Autobahnen und Strassen im Winter Eisfrei würden durch Beheizung. Kein Scherz es war so. Gut, heute sind wir schlauer und sehen was hier abläuft. Im Grunde hat sich bei dieser Besatzungspolitik seit Jahrzehnen nichts geändert ausser das es noch viel schlimmer wurde

  8. Merkels kopfloser Atomausstieg ! ?

    Merkel hat nicht nur 2015 im Alleingang deutsche und europäische Gesetze außer Kraft gesetzt  – nein, sie hat auch beim Atomausstieg schon gesetzwidrig gehandelt (auch im Alleingang – mit dem Segen der Grünen – einfach über unsere Köpfe hinweg ) und einfach so, eingeläutet gehabt ( Fukushima kam ihr und der USA und den Eliten da sehr gelegen,ein Schelm der Böses denkt ….?!).

    das einzige was sie wusste, war das wir die teure EEG Umlage zahlen sollen und die großen Energieriesen das Versprechen bekamen das sie 20 Jahre subvensioniert werden und die hohen Kosten nur wir zahlen müssen.Nicht umsonst haben wir Deutschen in ganz Europa die höchsten Energiekosten zuzahlen. 

    Schon da, hätte sie zurücktreten und zur Verantwortung gezogen werden müssen.

     

     

     

  9. Diese charakterlose Frau, ist das Schlimmste was uns nur passieren konnte, wo sie uns Schaden zufügen kann – tut sie es und das ganz hemmungslos .

  10. Ich finde die Sache einfach nur dreist. Nun wird die Verantwortung für die Endlagerung der Allgemeinheit aufgebürdet, denn die paar Milliarden, mit denen die Energiekonzerne sich freikaufen können, sind ein Witz. Erst wurden die AKWs mit Steuergelder subventioniert, wäre es anders gewesen, hätte es vermutlich keinen einzigen Reaktor gegeben. Und nun werden Forderungen wegen zu früher Abschaltung erhoben und das oberste Gericht unterstützt die Konzerne dabei.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.