Web-Summit 2016: Von Snowden inspiriert – Teil 2

Beim Web-Summit in Lissabon wurde an der Zukunft der Wirtschaft gebaut. Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass sich an der Dominanz des Neoliberalismus nicht viel ändern wird. Doch auf dem Messegelände tummeln sich die Freigeister, die sich für eine gerechtere Wirtschaft einsetzen. Joseph Gordon-Levitt ist einer von ihnen.

Von Rui Filipe Gutschmidt

Edward Snowden kann, bekanntermaßen, nicht persönlich anwesend sein, aber dafür der, der seine Rolle im kürzlich gedrehten Kinofilm spielt. Der Schauspieler Joseph Gordon-Levitt hat sich eingehend mit Amerikas „Public Enemy Nr. 1” befasst und mit diesem per Skype gesprochen. Er ist somit gewissermaßen Snowdens Vertretung. Die Filmrolle beeinflusste das Leben des Gründers des Unternehmens „hitREcord“. Er sagte beim Start des Web-Summit am Montag, dass das Internet und die Technologie von der nächsten Generation nicht mehr zum sozialisieren genutzt wird, sondern um gemeinsam zu erschaffen und zu arbeiten. 

Natürlich ist er in Lissabon, um seine Firma zu promoten und um von seiner Vision zu sprechen. Die „hitREcord“ ist ein Projekt der gemeinschaftlichen künstlerischen Schöpfung. Vor zehn Jahren wurde das Unternehmen gegründet, um Künstlern aus aller Welt eine kreative Zusammenarbeit zu ermöglichen. So fungiert die hitRECord als Onlinegemeinschaft, in der alle Mitglieder an der Entwicklung von Projekten wie ein Buch, ein Film oder ein Lied zusammenarbeiten und am Ende bezahlt werden können. Laut Joseph Gordon-Levitt, wird die Zukunft der Internet-Nutzung mehr der kollektiven Kreativität und weniger der narzisstischen Selbstdarstellung gewidmet werden. „Derzeit denkt jeder für sich. Bein uns (hitRECord) wird alles getan, um die kollaborative Zusammenarbeit zu erleichtern. (…) Natürlich weiß ich, dass es gut tut bezahlt zu werden, aber die Menschen sind mehr daran interessiert aufrichtig, partizipativ Teil eines Wesens, einer Gemeinschaft zu sein. Es gibt uns ein gutes Gefühl.“

Der Schauspieler und Unternehmer glaubt, dass die nächste Generation von Internet-Nutzern auch auf diese kollaborative Weise arbeiten wird. „Sie werden Dinge gemeinsam tun, die sie allein nicht machen könnten.“ So glaubt Gordon-Levitt, der die Rolle des Computerfachmanns und abtrünnigen Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden in Oliver Stones Kinofilm „Snowden“ kürzlich gespielt hat, dass die Technologie nur gut oder schlecht ist, je nachdem, wer sie benutzt. Die Aussage, dass "wir heute sehr optimistisch sein dürfen" glaubt der Schauspieler, da in der Zukunft die Technologie mehr Freiheit und bessere Lebensbedingungen schaffen wird. Das ist natürlich eine schöne Vorstellung, aber um das umzusetzen braucht es viel Arbeit, Talent, Willen und Kampfgeist. Denn diese Freiheit muss im ständigem Kampf gegen das System errungen werden.

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6 Kommentare

  1. Im Prinzip ist auch diese Webseite eine Zusammenarbeit von Internetuser. Redaktion und Kommentatoren erörtern gemeinsam politische Themen.

    Man könnte diese Zusammenarbeit übrigens noch ausdehnen indem die Redaktion den Kommentatoren die Möglichkeit gibt, hier eigene Aufsätze zu veröffentlichen und zur Diskussion zu stellen, praktisch als freischaffende Co-Autoren.

    1. Gordon,-Levit glaubt leider immer noch an den Kommunismus, aber dem steht die Natur des Menschen entgegen ! Es wird immer in der weiteren "IT-Geschichte" private Aneignung von kollektiver Wertschöpfung geben.

      Aber wenigstens kann man im Netz "noch" kommentieren und Standpunkte austauschen, leider schon immer mehr "moderiert" !

    2. Diese Möglichkeit besteht durchaus. Einfach einen Leserbrief an die Redaktion schicken. Es wurden schon ein paar Leserbriefe veröffentlicht. Genaues bitte bei der Redaktion anfragen.

  2. durch eintritt in das IT-Technologie hat die Menschheit Quantensprünge gemacht..

    es geht letztentlich um Kollektiv-Bewusst sein.. und Kollektive-Shaaring..

    NiX.. wird so sein,, wie wir uns je anmaasen..
    dieser Quantansprung wird uns helfen unseren Gedächnis auf die Sprünge zu verleiten,, irgendwann wird es uns möglich sein,, über unseren 3% Hirnkollektiv auf 30 gar 60% auszuweiten.. das Weltweit..!!

    ..erlangen das Bewusstseinserweiterung wird uns zu eigenen Götter erschaffen und den wir uns selbst erschafft haben..

     

  3. Diese Wunschvorstellung, wird die Macht nie zulassen.

     

    Man wird vielleicht die kollektive zusammenarbeit der Massen nutzen, aber nur um sie auszunutzen.

  4. Von A..loch zum Bürger habe ich Jahrzehnte gebraucht, ich mache mir nur Gedanken um den Rest der vielleicht wieder Jahrzehnte braucht. Na gut ich bin Jahrgang 46 und hatte Zeit viel zu lernen. Vielleicht ein Vorteil 🙂

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