Syrien: Kurdistan – ethnisch gesäubert?

Bereits vor einem Jahr gab es Vorwürfe, die Kurden würden ethnische Säuberungen in ihren Gebieten in Syrien und im Irak durchführen. Nun gibt es erneut Meldungen von Vertreibungen.

Von Marco Maier

In den von den kurdischen Milizen kontrollierten Gebieten in Nordsyrien war es schon vor rund einem Jahr zu Vertreibungen von arabischstämmigen Sunniten gekommen, wie diverse Organisationen damals berichteten. Anfang dieses Jahres gab es ähnliche Vorwürfe gegenüber den Peschmerga im Nordirak. Und auch in den letzten Tagen soll es laut Amnesty International wieder zu ethnischen Säuberungen in den Kurdengebieten des Nordiraks gekommen sein.

Dies wirft die Frage auf, ob die Kurden – sowohl die mit der PKK verbundenen PYD in Syrien als auch die Peschmerga im Irak – mit solchen Vertreibungsaktionen ihren Anspruch auf ein "ethnisch reines Kurdistan" festigen wollen. Manche bezeichnen dies auch als "Racheaktion" der kurdischen Milizen, die 250 sunnitisch-arabische Familien vertrieben, ihre Papiere und Ausweise einbehalten und dann partiell ihre Häuser mit Bulldozern niedergewalzt haben. Es scheint hierbei, dass die Kurden mit solchen Aktionen die Umsiedlungen aus der Zeit Saddam Husseins, als gezielt arabische Familien im Nordirak angesiedelt wurden, rückgängig machen wollten.

Auch stellt sich die Frage, ob der Westen mit den Kurden wirklich so einen guten Verbündeten gefunden hat, zumal diese auch sämtliche von ihnen vom "Islamischen Staat" eroberten Territorien für sich reklamieren. Quasi eine Ausweitung Kurdistans also im Zuge der Neuordnung des Nahen Ostens, der mit der Besetzung des Iraks durch die USA im Jahr 2003 ihren Anfang nahm und nun mit den blutigen Auseinandersetzungen in Syrien und im Irak einen vorläufigen Höhepunkt fand.

Lesen Sie auch:  Größte US-Basis in Syrien im Visier eines Raketenangriffs

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19 Kommentare

  1. Hier lohnt ein Blick auf das Völkererrecht:

    "Artikel 73

    Mitglieder der Vereinten Nationen, welche die Verantwortung für Hoheitsgebiete haben oder übernehmen, deren Völker noch nicht die volle Selbstregierung erreicht haben, bekennen sich zu dem Grundsatz,…

    b) die Selbstregierung zu entwickeln, die politischen Bestrebungen dieser Völker gebührend zu berücksichtigen und sie bei der fortschreitenden Entwicklung ihrer freien politischen Einrichtungen zu unterstützen…"

    Syrien, Türkei und Irak brechen also das Völkerrecht, da sie dem nach Selbstbestimmung strebendem Volk der Kurden Land und eigenen Staat gewaltsam verweigern. Obwohl dies zu unterstützen gemäß dem Völkerrecht ihre Pflicht ist.

    Die Bundesregierung beteiligt sich an diesem Völkerrechtsbruch, indem sie der Türkei Waffen liefert, mit denen sie das Streben der Kurden nach Selbstbestimmung blutig nieder schlägt.

    Der oben genannte Artikel belegt übrigens nebenbei, dass die Gründung des Staates Israel auf dem Land der Palästinenser ebenso ein Völkerrechtsbruch der Briten war. Die Briten hätten als Besatzungsmacht 1948 das Errichten eines Palästinenserstaat laut Völkerrecht fördern müssen – nicht hingegen deren Vertreibung.

      1.  Die können dann ihr Kurdistan in Bayern gründen. 

        ——–

        Die fliegen auch alle wieder raus!

        Warte mal ab.

        Die sollen 'Ihr' Kurdistan auch in Kurdistan gründen.

        Im übrigen gehören die Kurden zu den ältesten Kulturvölkern der Welt und ihr Anspruch auf einen eigenen Staat ist mehr als berechtigt.

        Und zwar sollte dieser Staat alle Gebiete umfassen, in denen kurdisch gesprochen und die kurdische Kultur gelebt wird.

        Die haben mit Recht mehr Anspruch auf ihr Land Kurdistan als die Türken auf 'Ihre' Türkei, denn die Türken sind ja als räuberische Eroberer gekommen, die Kurden hingegen waren schon immer da.

         

          1. Och Dieter, die grösste Demokratie der Welt hat doch mit den Indianern vorgemacht wie das mit dem "schon immer da" funktioniert.

            ————

            Tja, mag ja sein aber die Türken waren vor ihnen da und haben den Amis vorgemacht, wie Genozid und Vertreibung geht,.

    1. Die Briten hätten als Besatzungsmacht 1948 das Errichten eines Palästinenserstaat laut Völkerrecht fördern müssen – nicht hingegen deren Vertreibung.

      ——-

      Richtig, die Israel-Lobby -vor allen Dingen Rothschild, der unbedingt seinen eigenen Staat haben wollte- haben's verhindet. Durch politischen Druck aber auch durch Bestechung!

      1. @ DvB

        Dein Youtube Link habe mir angesehen..

        Es ist ein FAKE,  ein billiges Photoshop!!

         

        Arisches Volk gibt es tatsächlich, die sind in Länder-Dreieck "IRAN-PAKISTAN-INDIEN" beheimatet,, WICHTIGER Zeichnungsmermale sind das die ARIER weder "Blauäugig-Grünäugig-Blondhärig-Rothärig" sind.

        ARIER sind Kohle-Dunst-Schwarz.. Augen-Haare-Haut.!!

        1. Arisches Volk gibt es tatsächlich, die sind in Länder-Dreieck "IRAN-PAKISTAN-INDIEN"

          —————-

           

          Das, mein Freund, sind die sog. Süd- oder Indo-Arier und die sind beileibe nicht 'Dunst-Schwarz', sondern haben eine helle Haut und darunter gibt es auch viele Menschen mit blauen oder hellen Augen und blonden oder hellen Haaren!

           

          Und die Kurden sind halt eben keine Türken, gehören also nicht zu den Nachfahren der mongolischen Gök-Türken aus dem Altai, sondern zuj den Indo-Arischen (proto indo-arisch-germanischen) Völkern.

          Auch ihre Sprache gehört zu den indo-germanischen Sprachen nd zwar zum nordwestlichen Zweig der iiranischen Sprachebn , sagt selbst Wiki.

          Vermutlich sind die Kurden Nachfahren der Skythen  Meder, und Perser. 

           

    2. Gemäß Herrn Oberüber von gelberschein.info ist die BRD übrigens auch nix weiter als eine Kapitel 11-Verwaltung gemäß Artikel 73 UN-Charta.

  2. Und auch in den letzten Tagen soll es laut Amnesty International wieder zu ethnischen Säuberungen in den Kurdengebieten des Nordiraks gekommen sein

    ———-

    Bei Amnesty International ist äußerste Vorsicht geboten. AI ist ein Tool der 'Eliten', wie alle ..ähäm Menschenrechtsgruppen!

  3. Es ist egal, ob jemand "unser" Schweinehund ist

    Schweinehunde sind alle gleich – überall.

    Jedenfalls wenn sie können wie sie wollen.

    Und Kurden sind da keine Ausnahme

  4. klar ist Kurdistan ein völkisches Projekt.

    Betriebenen weniger von den Kurden als von denen, die mit einem Kurdenstaat die Spaltung der Staaten mit Kurdenminderheiten betreiben wollen. Betroffen sind die Staaten Türkei, Irak, Syrien, Iran. Betreiber sind vorrangig Israel und die USA , aber auch Frankreich und GB und stark zunehmend die Merkel-BRD.

  5. ..Kurdistan POLEMIK gedeiht zur Absurdistan..

    Ob in Syrien, Irak, Iran, Armenien, Türkei, oder eben in Deutschland/Belgien.. u. Co..

    ..dan sollen Sie eben Ihren Absurdes-Mega-Kurdistan haben..

    ..feuchtfröhlich zusammen leben und sich schön vermehren..

     

     

     

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