Mittels massiver Steuererhöhungen will die konservative Minderheitsregierung den Staatshaushalt sanieren. Dabei braucht das Land vor allem viel mehr Arbeitsplätze.

Von Marco Maier

Angesichts einer nach wie vor extrem hohen Arbeitslosenquote und der grassierenden schlechten Entlohnung jener Menschen die noch Arbeit haben, ächzt die spanische Sozialversicherung unter den herrschenden Zuständen. So werden die Sozialkassen in diesem Jahr ein Rekorddefizit von rund 18 Milliarden Euro vorweisen. Und die Tendenz ist nicht positiv, zumal die jungen Spanier auswandern und bereits im Jahr 2030 jeder vierte Mensch in Spanien älter als 65 Jahre sein wird.

Doch anstatt Jobs ins Land zu holen, wird die Steuerschraube hochgedreht: So soll im kommenden Jahr die Gewinnsteuer der Unternehmen von 23 auf 25 Prozent erhöht werden, was bis zu 8,3 Milliarden Euro in die klamme Staatskasse bringen soll. Auch bei den Vermögens- und Erbschaftssteuern soll es weiter aufwärts gehen. Dafür konnte die Ciudadanos dafür sorgen, dass die Selbstständigen Strom, Wasser und den privaten PKW steuerlich absetzen können. Auch bei diversen Konsumsteuern (u.A. für Tabak und Diesel) sind Erhöhungen vorgesehen. Zudem gibt es weitere Sparmaßnahmen bei den Ausgaben.

Das vergleichsweise hohe Wirtschaftswachstum von 3,2 Prozent in diesem Jahr wird 2017 auf jeden Fall kaum mehr haltbar sein. Noch im Mai hieß es seitens der EU-Kommission, dass man für das kommende Jahr in Spanien ein Wachstum des BIP von 2,6 Prozent erwarte. Nun geht man nur noch 2,3 Prozent aus. Realistischer dürfte jedoch eher ein Wert von unter 2 Prozent sein, da die Austeritätsmaßnahmen der spanischen Regierung weitere Dämpfungseffekte mit sich bringen wird.

Für die Spanier werden auch die kommenden Jahre kein Zuckerschlecken, das ist gewiss. Dabei hätte Madrid durchaus die Möglichkeit, das Land als Industriestandort attraktiver zu machen und so neue Arbeitsplätze ins Land zu holen. Doch stattdessen setzt man lieber auf Maßnahmen, welche die Konjunktur doch noch weiter abwürgen.

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11 thoughts on “Spanien: Massive Steuererhöhungen werden kommen”

  1. Spaniens Arbeitslosenproblem ist hausgemacht. Denn die Regierung läßt es zu, dass in den Agrarbetrieben massenweise afrikanische und rumänische Billiglöhner die spanischen Arbeiter um ihre Jobs bringen. Gewinner dabei sind die Unternehmer.

    Wenn Spanien schon ein Agrarland ist, dann muß der Agrarbereich auch die Spanier in Arbeit bringen, sonst funktioniert der Staat nicht. Die Gewinne aus dem Agrarexport müssen der allgemeinen Bevölkerung zugute kommen und nicht nur einer Unternehmerminderheit.

    Die Probleme Spaniens sind also nur das typische Ergebins neoliberaler Politik.

    1. @ Richard

      Spaniens Arbeitslosenproblem ist hausgemacht. Denn die Regierung läßt es zu, dass in den Agrarbetrieben massenweise afrikanische und rumänische Billiglöhner die spanischen Arbeiter um ihre Jobs bringen. Gewinner dabei sind die Unternehmer

      ———-

      Genau so isset.

      Und weil sich die Herren und Damen Jungarbeitslosen zu schade sind, in die Hände zu spucken und in der Landwirtschaft  oder auf dem Bau zu arbeiten.

      Dafür holt man dann Rumänen, moslemische Moros, Neger usw. ins Land, welche als Billiglöhner den Gewinn mehren.

      Hinzu kommt, dass die Spanier dem US-rael Lockruf der 'post-intustriellen Gesellschaft' erlegen sind, welcher ein Jahrhundert-Betrug an den Völkern ist.

      Denn nur Real-Wirtschaft, Industrie und Produktion erwirtschaften auf Dauer Wohlstand und nicht die von 'gewissen elitären Kreisen' propagierte Kasino-Wirtschaft oder wo der Eine dem Anderen den Bib-Mäc verkauft, sofern der ihn dann noch bezahlen kann.

       

      1. @ Herr von Bern,

        zu schade?

        Blicken sie in die Realität! Wie soll ein Mitteleuropäer der im Sozialgefüge seines Landes steht mit Arbeitskräften konkurieren, die zu mehreren in Verschlägen bei einfachster Nahrung und null Freizeit die Saison als Quasisklaven schuften und das Geld nach Hause schicken?

        Ist das Ihre Vorstellung von Europa? Ich halte nichts von solchen feudalen Zuständen, mit zu schade hat das nichts zu tun.

        Leider gibt es sogar Leute die sich dafür nicht zu schade sind, die Verzichten dann aber auf alles andere und die Frage nach dem "Warum bekommen die Europäer keine Kinder" wird dann wieder diskutiert ohne darauf zu blicken.

  2. Nicht nur Spaniens Arbeitslosenproblem ist hausgemacht. Die Haushaltsprobleme, (darin enthalten auch die Arbeitsmarktpolitik ) aller alten EU Staaten sind hausgemacht. Man kann auf Dauer nicht mehr ausgeben als einnehmen.

    Was wir dafur eingehandelt, bzw. dafuer gekauft haben ist eine durch und durch faule Demokratie. Wer davon aber immer noch ueberzeugt ist, lebt die Made im Speck.

     

    1. aller alten EU Staaten sind hausgemacht

      ——–

      Richtig! Hängt mit dem Schuldgeld zusammen, aufdem unser 'westliches Wertesystem' beruht.

      Ohne Schulden kein Geld (aus dem Nichts). Und so gerät man immer mehr in die Schuldenfalle (Zinsknechtschaft)

      Das wusste schon vor langen, langen Jahren ein gewisser Herr, dessen Namen man nicht aussprechen darf.

      WER hat's erfunden?

      Es darf mal wieder geraten werden?

      Der Gewinner darf 7 Tage lang bei der rothschildschen US-Fed in New York den 'deutschen Goldschatz' überprüfen und wird von der 'Auserwählten' Janet Yellen zu einem Gala-Dinner eingeladen.

  3. Da bin ich wieder^^

    Das Ende ist Nahe. Die Steuerschraube dreht bald überall. Und das wird knallen Freunde. Juhuuuuuu…Bürgerkrieg

     

    Das Geld verliert jetzt seinen letzten Wert, den es noch hatte. Seit fröhlich und erwartet den Messias. Es reisst allen den Arsch auf, die es verdient haben. Ne ganze Menge^^

  4. Ich erlebe hautnah was Familien mit Kindern hier in unseren Land erleiden müssen. Nicht mal zum Essen reicht es teilweise. Das man hilft ist jawohl klar, nur die Wut steigt immer mehr auf die jenigen die das alles zu verantworten haben. Es ist unglaublich wie diese Menschen vom Arbeitsamt-Sozialamt behandet werden, wie der letzte Dreck. Für alles andere haben sie Geld nur nicht für Deutsche die alles tun um eine Arbeit zu bekommen um ihre Familie ernähren zu können. Mir selber geht es gut aber ich kann es nicht mehr mit ansehen wie unsere Menschen derart zerstört werden. Und nein, ich bin weder Links noch Rechts noch sonst was und gehöre keiner Gaunergruppe an. Alles was ich habe ist mein Gewissen das man wohl weltweit verloren hat.

  5. …Spanien verfügt über Eigendynamikpotential um sich zu resozialisieren,, eines wird stets gleichbleibend sein..

    ohne Gauchios.. kein Spanisches erfolgs Pyramide..

    ..aber die Wirtschaftswachstum-Punktierungen mit 3.2 od 2.0 sind hoch erfreulich u. vielversprechend… 

    bin gespannt ob es nun weiter geschländert u. geschleutert od weiter herum gekleckst wird.. wo weitere Leichen verbuddelt wurden..

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