Putins Japan-Besuch: Kommt eine geopolitische Trendwende in Tokio?

Die wachsenden politischen Spannungen mit Washington und zumindest kleinere Fortschritte bei den Beziehungen mit Peking sorgen dafür, dass der Besuch von Präsident Putin in Japan mit anderen Augen gesehen werden muss.

Von Marco Maier

Seit dem Zweiten Weltkrieg, als die Sowjetunion einige Inseln im Norden Japans (Kurilen) eroberte, die auch weiterhin Teil des russischen Staatsgebiets sind und immer noch von Japan beansprucht werden, ist das politische Klima zwischen Tokio und Moskau ein wenig unterkühlt. Doch die jüngsten Entwicklungen zeigen, dass man seitens des Lands der aufgehenden Sonne für einige geopolitische Veränderungen bereit zu sein scheint. Insbesondere die beiden Kandidaten der US-Präsidentenwahl sorgen für Bedenken bei den Japanern, was die regionale Sicherheit anbelangt.

Der bald schon stattfindende Staatsbesuch von Russlands Präsidenten in Japan und die betont freundlichen Worte Putins gegenüber der politischen Führung in Tokio, sowie der respektvolle Umgang seitens der Japaner mit der russischen Diplomatie zeigen, dass hier durchaus einiges an Potential steckt. Immerhin gilt Japan – wie auch Deutschland – seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs als besetztes Land, wenngleich die Japaner nie diesen historischen Schuldkult betrieben und ihren Stolz bewahrt haben. Dies alles führte sogar so weit, dass man inzwischen dazu überging, sogar einen Friedensvertrag anzustreben, zumal Russland und Japan (wie im Falle Deutschlands) seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs offiziell eigentlich immer noch im Zustand des "Waffenstillstands" sind.

Die komplizierte Lage in Nordostasien, die durch extrem durchwachsene diplomatische Beziehungen geprägt ist, spielt auch bei jenen zwischen Russland und Japan eine gewichtige Rolle. Immerhin befindet sich Japan in einem Prozess der politischen Normalisierung, also der Wiedererlangung der politischen Souveränität, die auch Moskau zu schätzen weiß. Denn bisher galt das Motto des "wirtschaftlichen Riesen der ein politischer Zwerg" ist. Ökonomisch mag Japan nicht mehr die große Rolle auf der Welt spielen wie noch vor 20, 30 Jahren. Doch politisch wächst das Gewicht mit der Zunahme an staatlicher Souveränität und der Emanzipation der Regierung von den US-Interessen.

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In den russischen diplomatischen Ebenen ist man sich des Wandels in Sachen Japan durchaus bewusst, so dass man dies zum Anlass nimmt, auch ein Übereinkommen mit Tokio in Sachen Kurilen zu finden, welches für beide Seiten von Vorteil ist. Kein Wunder also, dass die Karten im Osten Asiens sukzessive neu gemischt werden. Das amerikanische Jahrhundert neigt sich dem Ende zu, das asiatische Jahrhundert beginnt. Die Japaner, die durchaus auch in Generationen denken, könnten dies zum Anlass nehmen, neue Allianzen einzugehen und auch eine geopolitische Trendwende einzuleiten.

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12 Kommentare

  1. Japan muß sich doch nur Hiroshima und Nagasaki vor Augen halten, dann wissen sie, wozu die ostamerikanische Landsmannschaft in der Lage ist Brauchen sie noch mehr??

  2. Japan ist ein gutes Beispiel. Sollte sich Amerika genau anschauen. Innerhalb von 20 Jahren Wirtschaft am Arsch, völlig kaputte Währung, fiskalpolitisch nicht der geringste Handlungsspielraum mehr. Jede Belebung der Wirtschaft bereits im Keim erstickt. So sieht es bald auch in den USA und Europa aus. Sowie die FED die Zinsen erhöht fallen alle um wie die Fliegen, Zahlungsunfähig oder aber die Wirtschaft wird durch neue Steuern vollends abgewürgt. Und am allerschlimmsten, keine Geld mehr da für Rüstungsmodernisierung. Was für ne Scheiße wo doch genau jetzt der Russe umfangreich modernisiert. Auahey, das muss weh tun. Überall wo Putin und Lawrov auftauchen rennen sie offen Türen ein. Wie das wohl zusammenhängen mag. "lol"

  3. Ich hogge das Nippon sich Russland und China annähert denn das ist für alle Seiten nur von Vorteil. Das von schleimigen, parasitären Finanzjuden durchjauchte Mittelamerika kann eh nicht mehr als wertloses Papier für japanische Hightech Produkte bieten. Last die Dounats am ausgestreckten Arm verhungern dann ist die Welt auch die Finanzparasiten los.

  4. Politikstube:

    1.Putin fassungslos über Flüchtlingspolitik in der EU

    2.Balkanroute wieder offen: Zehntausende wollen nach Deutschland – Medien schweigen (und Berlin und Bayern täuschen uns mit falschen Zahlen der Masseneinwanderung – für dieses Jahr ) .

    3.Illegale AFRIKANER reisen per Güterzug von Italien nach Deutschland.

    Auch Schweiz ist schon seit Monaten das neue Tor für AFRIKANER um nach Deutschland zu kommen.

    Zukunftskinder (24.10.) : (Deutschland) Starke Zunahme der Meldungen zu Tötungsdelikten – 10 Meldungen in den letzten 7 Tagen   UNFASSBAR !!!

     

    2016 : Erstes Halbjahr  – 146.500 Straftaten von Migranten ( von denen man weiss- Dunkelziffer wahrscheinlich um einiges höher )

     

  5. Ist denn etwa schon vergessen, dass Japan 2012 den letzten Versuch unternommen hat, auf eigenen Beinen zu stehen. Der Versuch, der internationalen Hochfinanz die Tür zu zeigen, endete im „Selbstmord“ des japanischen Finanzministers.

    http://www.mmnews.de/index.php/wirtschaft/10798-japanischer-finanzminister-selbstmord

    Fukushima soll auch damit zu tun haben, und die 500 kg (FÜNFHUNDERT Kilogramm !!) schweren Überwachungskameras, die kurz vor dem Unglück von einer jüdischen Firma {ein Schelm wer böses dabei denkt} im AKW aufgestellt worden sind.

  6. „Immerhin befindet sich Japan in einem Prozess der politischen Normalisierung, also der Wiedererlangung der politischen Souveränität, die auch Moskau zu schätzen weiß.“

    Wünschte mir, es wäre so. Doch ich denke, dieser Satz enthält viel Wunschdenken. Abe spielte bis jetzt immer den Pudel der USA und liess die Unterhaltung oder gar Errichtung neuer US-Militärstützpunkte in und um Japan (um die 80) zu – samt sämtlichen militärischen und waffen-technischen Bewegungen.  Dies entgegen des lautstarken Protestes seiner Bevölkerung! Dass Abe jetzt sich den Russen etwas annähert, mag ein markantes politische Zeichen sein, und vor allem ist diese politische Richtungsänderung ein Druckmittel gegen die USA. Aber man sollte dazu keine Überinterpretation in Richtung Abwendung von den USA fantasieren. So einfach ist das nicht. Japan ist von den USA besetzt mit ausreichend US-Militärbasen, um den Inselstaat jederzeit platt zu machen. Diese Wahrheit schleckt keine Geiss weg. Von Souveränität ist dabei nicht viel festzustellen.

     

    Japan: Premier Abe zofft sich mit Okinawa um US-Militärbasen
    https://www.contra-magazin.com/2016/03/japan-premier-abe-zofft-sich-mit-okinawa-um-us-militaerbasen/

    Japan: Massenprotest gegen Militarismus und Kriegstreiber-Regierung
    http://www.schweizmagazin.ch/nachrichten/ausland/24267-Japan-Massenprotest-gegen-Militarismus-und-Kriegstreiber-Regierung.html

  7. …über den Kaputulation und Enteigungen müsste über diesen s.g. "Friedensvertragswerk" auch über Vertragsablaufdatum Festgelet worden sein..

    … in der Regel sind es 99Jahre bzw. 100Jahriges "Pfandrecht" was nach Ablauf wieder dem Eigentümer rückerstattet werden müsste..

    Den die Engländer und Amerikaner nahmen die Russen mit an Board.. als Sie Ihren perfiden Kriegsplan gegen NS-Deutschland geschmiedet haben..

    Die Russen befürchteten,, dass Sie von der NS eingenommen zu werden,, da boten sich die Churchil und Rosevelt dem Stalin die Unterstüztzung.. dafür mussten die Stalinisten gegen Japan den Krieg erklären..

    …Japan's 4Flugzeugträger (damals die grösste u. stärktste Meeresflotte der Welt) wird gemeinsam versenkt und danach mit Zivilisten mit A-Boomb exkreminiert (erneuter Völkermord.. wieder vom Feinsten von diesen Barbaren!!)

  8. die japaner haben wie die deutschen überhaupt nix zu melden

    wenn der ami sagt spring dürfen sie noch fragen wie hoch

    aber das war s dann aber auch schon

    das weiß im gegensatz zur deutschen bevölkerung die japanische auch

    nur die deutschen glauben sie könnten bei den wichtigen usa – rußland -china mit reden

    es gilt eben wie sonst auch je weniger man zu bestimmen hat desto mehr reißt man s maul auf oder wie im fall der deutschen kriecht man den ami s in arsch

  9. Hoffentlich lassen sich die Japaner keine Friedensverträge, Souveränitäts- und Einwanderungsbestimmungen, Verfassungsänderungen ect. beeinflußt von Goldman Sachs, J.P. Morgan, Freshfield Bruckhaus und Deringer ect. unterjubeln, wozu unsere Politiker, aus einem Mangel an Durchblick, nur allzu bereit sind, alles zu unterschreiben was ihnen von unseren transatlanstischen Freunden, wie z.B. TTIP und CETA, vorgelegt wird. In diesem Zusammenhang ließen sich sicherlich juristische Gründe finden russische Ansprüche auf Alaska anzumelden, da sie bei dem damaligen 'deal' von den U.S.A. nach Strich und Faden übers Ohr gehauen wurden.

     

     

     

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