In Bulgarien und Moldau haben zwei „pro-russische“ Kandidaten das Rennen um die Präsidentschaft gewonnen. Das zeigt den Wandel in Osteuropa. Der Einfluss des Westens schwindet, der Einfluss Russlands steigt. Warum ist das so? Oder ist das überhaupt so? Bei näherer Betrachtung gibt es eine viel entscheidendere und tieferliegendere Tendenz.

Von Dr. Christian Weilmeier

In Bulgarien hat der ehemalige Luftwaffengeneral Radew die Präsidentschaftswahl gewonnen. Er ist politisch ein unbeschriebenes Blatt, zeigte aber Verständnis für Russlands Annexion der Krim und will eine Aufhebung der EU-Sanktionen gegen Russland. In der Republik Moldau wird Sozialistenchef Dodon neuer Präsident. Er will eine „strategische Partnerschaft“ mit Moskau.

Die ganze Lage ist aber nur scheinbar klar. Die Politik in beiden Ländern ist sehr undurchsichtig und vor allem in Moldau extrem korrupt. In Moldau sind 2014 eine Milliarde Euro aus dem Bankensystem verschwunden. Ein ungeheuerlicher Diebstahl durch die korrupten Machthaber zugunsten mächtiger Oligarchen. Diese Oligarchen haben den Staat im Grunde übernommen, eine Art Mafia-Republik. Die Herrschenden deklarieren sich selbst als Anhänger der EU, was natürlich dem Ansehen Brüssels in der Bevölkerung schweren Schaden zugefügt hat. In Bulgarien haben EU und USA die Gas-Pipeline verhindert, um damit Russland zu schaden. Den Schaden hat aber auch Bulgarien und dazu kommen noch die Russland-Sanktionen, die das wirtschaftlich eng mit Russland verbundene Bulgarien besonders treffen.

Was die ganze Lage jedoch undurchsichtig macht, ist das bekannte Spiel vieler osteuropäischer Politiker. Sie spielen USA/NATO/Brüssel und Russland gegeneinander aus. Immer droht man mit dem Einfluss des jeweils anderen, um damit von beiden Seiten hofiert zu werden. Besonders beherrscht das Spiel der serbische Ministerpräsident Vucic. Er ist sozusagen Mann Moskaus und Washingtons gleichzeitig, je nachdem, wer mehr bietet oder gerade unter Druck gesetzt werden muss.

Die politische Landschaft wird in Osteuropa immer wirrer und unterliegt einem zunehmenden Zersetzungsprozess. Die Bürger glauben dort bald gar nichts mehr oder haben schon radikal-nationale Regierungen als Alternative gewählt. Wir erleben vor allem einen völligen Zerfall der Glaubwürdigkeit der EU in diesem Raum. Schon allein das macht die vollmundigen Erklärungen der EU-Politiker absurd, jetzt als Reaktion auf Trump eine eigenständige Rolle in der Welt spielen zu wollen. Die EU selbst ist schon zu sehr zerfressen und geschwächt, als dass sie das wuppen könnte. Sie schafft es ja nicht einmal, ihre eigenen Grenzen effektiv zu kontrollieren.

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Der politische Umgestaltungsprozess in Europa ist radikal und so weitreichend, dass wir uns das jetzt noch gar nicht vorzustellen vermögen. Wir haben oft nur die größeren Länder im Blick, beim Blick auf die kleineren Länder, z.B. Osteuropas, bestätigt sich das Bild. Die ganzen Politiker-Erklärungen dieser Tage können wir alle in die Tonne treten. Die haben noch gar nicht gerafft, wie schlimm es wirklich um sie steht. Europa ist im Prozess einer Revolution.

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14 thoughts on “Politischer Zersetzungsprozess in Osteuropa”

    1. Nachtgedanken

      Denk ich an Deutschland in der Nacht,
      Dann bin ich um den Schlaf gebracht,
      Ich kann nicht mehr die Augen schließen,
      Und meine heißen Tränen fließen.

      Die Jahre kommen und vergehn!
      Seit ich die Mutter nicht gesehn,
      Zwölf Jahre sind schon hingegangen;
      Es wächst mein Sehnen und Verlangen.

      Mein Sehnen und Verlangen wächst.
      Die alte Frau hat mich behext.
      Ich denke immer an die alte,
      Die alte Frau, die Gott erhalte!

      Die alte Frau hat mich so lieb,
      Und in den Briefen, die sie schrieb,
      Seh ich, wie ihre Hand gezittert,
      Wie tief das Mutterherz erschüttert.

      Die Mutter liegt mir stets im Sinn.
      Zwölf lange Jahre flossen hin,
      Zwölf Jahre sind verflossen,
      Seit ich sie nicht ans Herz geschlossen.

      Deutschland hat ewigen Bestand,
      Es ist ein kerngesundes Land!
      Mit seinen Eichen, seinen Linden
      Werd ich es immer wiederfinden.

      Nach Deutschland lechzt ich nicht so sehr,
      Wenn nicht die Mutter dorten wär;
      Das Vaterland wird nie verderben,
      Jedoch die alte Frau kann sterben.

      Seit ich das Land verlassen hab,
      So viele sanken dort ins Grab,
      Die ich geliebt – wenn ich sie zähle,
      So will verbluten meine Seele.

      Und zählen muß ich – Mit der Zahl
      Schwillt immer höher meine Qual,
      Mir ist, als wälzten sich die Leichen
      Auf meine Brust – Gottlob! sie weichen!

      Gottlob! durch meine Fenster bricht
      Französisch heitres Tageslicht;
      Es kommt mein Weib, schön wie der Morgen,
      Und lächelt fort die deutschen Sorgen.

      Heinrich Heine (1797-1856)

    2. Die Bulgaren sind kein Mischvolk – sie sind Slawen.

      Und sie besinnen sich darauf, wer ihre Brüder sind.

      Und die schönsten Frauen haben sie auch – ein weiterer Grund, sie zu beneiden.

  1. Die politische Landschaft wird in Osteuropa immer wirrer und unterliegt einem zunehmenden Zersetzungsprozess. Die Bürger glauben dort bald gar nichts mehr oder haben schon radikal-nationale Regierungen als Alternative gewählt. Wir erleben vor allem einen völligen Zerfall der Glaubwürdigkeit der EU in diesem Raum

    ——–

    Gut so, das US-raelische Imperium mit den Ost- und Südosteuropäischen Völkern,  geschmiedet während der und nach der Jelzin aka Jelzman Zeit zerfällt zunächst an den Rändern der Europäischen Union und wird sich später in Richtung Zentrum fortsetzen.

    Das ist gut so, sehr gut sogar!

    WER DIE GELDER; DIE VERSCHWUNDEN SIND; GEKLAUT HAT, DÜRFTE WOHL FESTSTEHEN, ALSO DIE ÜBLICHEN VERDÄCHTIGEN VON DER 'LANDSMANNSCHAFT:' – wie überall auf der Welt.

  2. Die Korruption gedeihte mit massiver Hilfe der EU, die beide Augen zugedrückt hat, um ihre Kanditaten durchzudrücken! 

    Wie es dem Volk dabei ergeht oder wieviel von den Europäern schwer erarbeitetes Geld in dunkle Kanäle fließt, ist der EU egal. Hauptsache, ihr eigenes politisch korruptes System faßt dort Fuß! Daneben darf auch eine private Korruption vegetieren!

    Und die leute haben es durchschaut und wehren sich!

    Ich hoffe, nicht nur der Osten zerfällt, sondern vor allem die EU.

    Europa wird es verschmerzen und auf den Trümmern der EU kann nur etwas besseres entstehen, läßt man die Nationalstaaten weiter existieren, die sich auch zu lockeren Regionen ohne zentrale diktatorische Regierung wie Brüssel beschämend vorexerziert, entwickeln können!

     

  3. So sollte man sich näher mit den Bestrebungen und Strukturen einer 'EU' befassen, die auf plumpe Weise versucht, die Freiheit und Souveränität der Natiuoanlstaaten durch eine tyrannische supranationale Europaregierung abzuschaffen, was ihr am besten mit Deutschland gelungen ist, da Deutschland weder einen Friedensvertrag, noch ein Verfassung und damit keine Souveränität besitzt. Kein Wunder, daß sich östliche Staaten gegen eine solche Bevormundung wehren, die einzig und allein der Animal Farm in Brüssel nach ihrer Eingemeindung, wie z.B. mit der Ukraine angestrebt, zu dienen haben, wogegen die eigenen Oligarchiesysteme noch eine Idylle sein dürften.

     

  4. Und sollte alles zerfallen, dann sagen viele beider EU "rette sich wer kann".  Siehe Schulz, der von der SPD gern zum Außenminister gekürt werden soll.

    1. @ Sachsenmädel

      So kann man u.a. an der Person Martin Schulz festmachen, daß alle Strukturen und Schranken zwischen Politik und Wirtschaft verschwunden sind und er nahtlos sein Unwesen in der BRD fortsetzen kann.

  5. Eine  EU  in amerikanischen Sumpf und Seuche gebaut !   Wer will da noch an eine Zukunft denken !

    Solange es noch etwas zu holen gibt wird sie wohl am leben gehalten .  Und wer die Schulden zahlt , ja , wer wird die wohl bezahlen .

  6. Das kann ich verstehen, bevor ich mein Land völlig ruinieren lasse von der EU…siehe Griechenland…sucht man sich etwas anderes, etwas zuverlässiges wie Russland. damals war es die Hitlerdiktatur und heute die Eudiktatur der kaum noch jemand traut. Der Schatten der Welteroberer und Massenmörder USA lastet schwer auf Europa und dadurch sind wir völlig unberechenbar. Ob es jetzt Oligarchen sind die das Volk ausplündern oder Unmengen von Politikern die man für ihr Geschafel zahlt bleibt so gut wie gleich nur die Lüge ist größer.

  7. pfffff…… na und.

    Seht doch endlich mal die vielen Vorteile. Ihr braucht am Ballerman nich extra umtauschen. Is das nix oder was, ihr luschen.

    Bundesbankbericht; Spanier und Italiener besitzen jeweils doppelt bzw. dreimal so viel Vermögen wie Deutsche. Wen wundert’s. Wir sind ja schließlich Exportweltmeister. :-))

    Das ganze steht unmittelbar vor seinem finalen Höhepunkt.

     

  8. Ballermann der Spaß für geistig behinderte, dachte den gibts nicht mehr. Wenn ich damals ins Ausland gefahren bin haben mich die Grenzkontrollen nicht gestört, ich fand sie sogar richtig. Selbst nach Holland ist man nicht ohne Kontrolle gekommen. Damals fand man noch Freunde und heute wird man als Deutscher zb in Tschechien schief angeschaut. Toller Erfolg EU.

  9. …und Merkel dreht immer schlimmer auf.Wir merken es nur nicht weil die Migranten bei Nacht und Nebel eingeflogen werden.Gerade hat sie Mit Obama für TTIP appeliert den Trump ad Akta legen will.Diese Frau ist völlig von der Rolle.Sie richtet unglaublichen Schaden an—-für Deutschland (das sich lange nicht mehr davon erholen wird) und für ganz Europa das wir in Grund und Boden wirtschaften mit unserer Produktivität mit untersten Produktivitätskosten-weil Minilöhne.Mit unseren Bückaposteln im Parlament ist kein blumentopf zu gewinnen.Wann merken es nur die Michels?Wenn es nichts mehr zu retten gibt?

    1. Deine Frage, helmutn beantwortet Karl Friedrich von Weizäcker so;

      "Absolut Obrigkeitshörig, des Denkens entwöhnt, typischer Befehlsempfänger, ein Held vor dem Feind, aber ein totaler Mangel an Zivilcourage. Der typische Deutsche verteidigt sich erst dann, wenn es nichts mehr hat, dass sich zu verteidigen lohnt. Wenn er aber aus seinem Schlaf erwacht ist, dann schlägt er im blinden Zorn, alles kurz und klein. Auch jenes, was ihm vielleicht noch helfen könnte!"

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