US-Kongressgebäude. Bild: Flickr / Laszlo Ilyes CC BY 2.0

Eigentlich ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis das US-amerikanische Zwei-Parteien-System kollabiert. Die aktuelle Präsidentenwahl mit den Erfolgen von Donald Trump und Bernie Sanders sind Ausdruck dieses Trends.

Von Marco Maier

Die derzeitige Präsidentenwahl, bei der es ohne die Manipulationen bei den Vorwahlen der Demokratischen Partei der Linksaußen-Kandidat Bernie Sanders fast geschafft hätte, gegen den Exzentriker Donald Trump anzutreten, welcher trotz des Gegenwinds des Establishments zum Kandidaten der Republikaner avancierte, ist ein Symptom der politischen Veränderungen in den Vereinigten Staaten. Denn im Gegensatz zu den Demokraten, wo das Partei-Establishment noch ein gewichtiges Wörtchen mitzureden hat, konnte Trump sich auf die Parteibasis verlassen.

Dennoch zeigt sich eine zunehmende Radikalisierung in beiden Lagern. Nicht nur die Tea Party bei den Republikanern ist so ein Paradefall, auch sonst zeigen sich immer mehr Bruchlinien, zumal selbst der libertäre Kandidat Gary Johnson je nach Umfrage und Bundesstaat mit teils bis zu 15 Prozent an Unterstützung rechnen kann. Über kurz oder lang wird es trotz des Mehrheitswahlrechts zu einer Zersplitterung der Parteienlandschaft kommen, die dann auch zu einer Wahlrechtsänderung führen könnte.

In insgesamt 18 Bundesstaaten, wie zum Beispiel in California, wäre dies jetzt schon mittels direktdemokratischer Initiativen möglich, zumal dort die Bürger die Möglichkeit haben, die Verfassung der Bundesstaaten zu ändern. Fallen hier erst einmal die Schranken auf lokaler und regionaler Ebene, ist es zu einer nationalen Wahlrechtsänderung nicht mehr weit. Doch dies würde die bisher einflussreichen Establishments von Demokraten und Republikanern schwächen, die bisher von diesem Zwei-Parteien-System massiv profitierten, weshalb man davon ausgehen kann, dass diese gegen solche Änderungen massiven Widerstand leisten werden.

Allerdings driftet die US-Gesellschaft seit Jahren so sehr auseinander, dass die bisher dominierenden beiden Parteien von ihren rechten (Republikaner) bzw. linken (Demokraten) aufgerieben werden. Sie haben schon jetzt das Problem, dass beispielsweise republikanische Abgeordnete von der Ostküste deutlich liberaler sind als demokratische Abgeordnete aus dem mittleren Westen. Ähnlich ist es auch mit den Wählerschichten selbst. Deshalb wird man wohl nicht darum herumkommen, künftig ein System aus zwei Mittelparteien (Republikaner rechts der Mitte, Demokraten links der Mitte) plus daraus hervorgegangene kleinere Parteien (Libertäre und Tea Party im rechten Spektrum und Sozialisten und Grüne im linken Spektrum) zu etablieren. Ansonsten droht tatsächlich noch der gesellschaftliche Kollaps, in dem die Establishment-Verdrossenheit die beiden großen Parteien komplett sprengt – und damit zu einer existentiellen Krise in der US-Politik beiträgt.

Wenn ihnen dieser Artikel gefallen hat, können sie uns mit einer Spende (hier) unterstützen. Es besteht auch die Möglichkeit ein ePaper oder ein eBook im Shop (hier) käuflich zu erwerben.

Liebe Leser, wenn sie kein Abo abschließen möchten, können sie uns auch mit einer Spende auf folgendes Empfängerkonto: Andreas Keltscha, IBAN: DE96100110012620778424, BIC: NTSBDEB1XXX oder per Paypal und Kreditkarte, unterstützen. Danke für ihre Hilfe!

Loading...

12 KOMMENTARE

  1. Die Finanzindustrie in Verbindung mit der Wirtschaft ein Pyramidenspiel, die Gesellschaft Multikulturell. Wie soll da was anderes bei rauskommen als der Zerfall und am Ende eine Militärdiktatur. Das auch unsere Zukunft. Etwas anderes ist unter den gegeben Umständen gar nicht möglich. Man braucht es nur zuende zu denken und dabei die gegeben Rahmenbedingungen zugrunde legen.

    • "Das ist auch unsere Zukunft"

      Richtig ! Wir haben bei uns die gleichen starren Altpertei-Strukturen, wo wir bis jetzt noch nicht wissen, wie wir diesen über viele Jahrzehnte gewachsenen Kracken weg bekommen.

      Unsere Mitbürger wachen zwar zunehmend auf aber ob es sich in Deutschland mit der Wahl 2017 oder unser österreischen sicher bereits 2017 kommenden NR-Wahl ausgeht, dieses Machtklientel inkl. deren Gremien und Lobbyisten los zu werden, bin ich mir nicht ganz sicher !?! (leider)

       

      • Es steht und Fällt mit der Finanzmafia. Die nächste Finanzkrise wird alles verändern und Möglichkeiten eröffnen wie sie sich heute die wenigsten können vorstellen. Ich denke wir können voller zuversicht sein. Es wird passieren, schon bald. 🙂

  2. Klar, Teile und Herrsche war schon immer das Prinzip …

    jener Stammesbrüder, die ihre Kolonien mitten in fremde Völker pflanzten, um sich an den Erträgnissen deren Fleißes zu ergötzen.

    Joe Average steht unter dem gleichen Druck und wird von den gleichen Intrigen beschmutzt wie wir Europäer und insbesondere wir Deutschen, mit dem Unterschied, dass die Amerikaner in letzter Zeit nicht mehr alles widerstandlos fressen, was ihnen von den Silberzungen aufgetischt wird.

  3. Es muß eine zweite Aufklärung kommen mit mit dem Ziel und der Erkenntnis, dass die spezifischen, die jeweiligen Länder zu ihrem Eigentum erklärenden Lansmannschaften als solche erkannt und unschädlich gemacht werden. Es ist ein mafiaförmiger, sehr gefährlicher Clan, wo eine Handvoll satanischer Menschen versucht, die ganze Welt zu steuern und zu mißbrauchen.

  4. Lach, die Ami Gesellschaft driftet auseinander, welche Gesellschaft. Die der Obdachlosen und Fürsorgeempfänger usw. Ich denke eher die Systemsteuerung der gesegneten Demokraten funktioniert nicht mehr so richtig weil es doch noch Menschen giebt die ein Gewissen haben.

  5. Abwarten, 2017 (Bundestagswahl) werden hoffentlich so einige ins Staunen kommen.

    Und das was wir in der USA sehen (Paralellgeschaften) ist in Deutschland schon lange zu erkennen. Die Mittelschicht schrumpft immer mehr und geht unter – und es wird bald nur noch die Armen in ihre – und die ELITEN in andere Sadtteile wohnen. Da wo sie vor den vielen,muslimischen Migranten und Armen geschützt sind und sich einen Dreck darum kümmern – wie sich die Welt verändert hat,denn ihre Welt ist ja in Ordnung .

  6. Hamburg : In einem noblen Stadtteil war – man staune, auch eine Flüchtlingsunterkunft geplant , aber da haben die angeblichen Gutmenschen sich mit Händen und Füßen gegen gewehrt und natürlich gewonnen.

    Kennt jemand einen noblen Stadtteil wo eventuell auch sogenannte "Flüchtlinge" untergebracht sind ? Ich nicht !

    Aber genau diejnigen die da wohnen, haben ja soooo Verständnis für die vielen Millionen Wirtschaftsmigranten – wollen sie aber nicht in ihre Nähe wissen – das geht dann doch zuweit . Natürlich, gibt es da auch Ausnahmen  – nur die kann man allen Fingern abzählen.

    • … das Beste wird's sein, man drückt jedem Invasor ein paar Adressen in die Hand, wo's am meisten zu holen gibt. Dort soll er Klingeln, da wird ihm geholfen ! – wie auch immer geholfen !

  7. Der Bürgerkrieg schwellt.

    Freuen wir uns auf den Tag an dem sie ihre 155.000, in Deutschland eingstellten Soldaten-Pharisäer abziehen müssen.

  8. Wann sollte das sein? Schon die 68er riefen zu zigtausenden "Ami go home". Mittlerweile ziehen unsere ordnungsgemäß vermischten "Freiwilligen", sprich "Söldner", wieder zu zig- tausenden an Rußlands Grenzen, um unsere eigenen und unsere Sicherheit zu verteidigien.
    Ist da etwa ein Vernichtungskrieg geplant? Im Inneren wie im Äußeren?

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here