Planungen in Brüssel zur weitestgehenden Begrenzung des Euro-Währungsgeschäftes auf die Eurozone lassen die Devisenhändler in London und New York zittern. Zehntausende Arbeitsplätze stehen dort auf dem Spiel.

Von Marco Maier

Laut der britischen Zeitung "The Independent" prüft man in Brüssel eine Beschränkung des Handels mit dem Euro außerhalb der Eurozone. Der Chef der Londoner Börse, Xavier Rolet, geht davon aus, dass die EU-Spitzen die Zahlungsabwicklungen in der europäischen Gemeinschaftswährung unbedingt auf den Kontinent zurückholen wollen.

"Millionen von Euro-denominierten Transaktionen werden derzeit in New York abgewickelt, aber eine Obergrenze für den US-Handel wird nun erwogen, welche auch für London gelten dürften, sobald Großbritannien die EU verlassen hat – ein Schritt, welcher die Industrie fatal untergraben könnte", schreibt der Independent. "Ich verstehe, dass in der EU darüber diskutiert wird, die Fähigkeit amerikanischer Clearinghäuser zu begrenzen, auf Euro lautende Sicherheiten zu tauschen, oder ihr Geschäft irgendwie zu behindern", so Rolet gegenüber der Zeitung.

Damit seien jedoch viele Arbeitsplätze in London gefährdet. Insgesamt etwa 100.000 Jobs hängen demnach entweder direkt oder indirekt mit dem Devisenhandel zusammen, zumal die Londoner Börse als der weltweit größte Umschlagsplatz für Währungen gilt. Insgesamt rund 490 Milliarden Euro werden tagtäglich dort in verschiedenen Währungen transferiert, so die Zeitung.

Die EU-Spitzen wollen so wieder mehr Kontrolle über den Euro-Handel bekommen und die Finanzmärkte quasi dazu zwingen, anstatt in New York oder London künftig an den Börsen in der Eurozone aktiv zu sein. Dies könnte unter Umständen zu einer massiven Stärkung der Börse in Frankfurt bzw. in Paris führen, die dafür noch am ehesten geeignet wären.

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2 thoughts on “Euro-Handel: Brüssel will Währungsgeschäfte außerhalb der Eurozone reglementieren”

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