Die Ukraine steht vor dem totalen Zerfall

Julia Timoschenko heizt die Machtstreitigkeiten in der ukrainischen Putschregierung weiter an. Ein neuer Maidan soll stattfinden. Die Ukraine steht vor dem totalen Zerfall.

Von Marco Maier

Angesichts des andauernden Krieges im Osten des Landes, der weiteren Zersplitterung der Parteienlandschaft, dem harten Regime gegen Oppositionelle, dem Ruin der Wirtschaft, der grassierenden Armut und so weiter haben die Menschen in der Ukraine das Vertrauen in die Politik verloren.

Selbst jene Menschen, die zuvor die Maidan-Bewegung unterstützten, weil sie an eine bessere Zukunft im Westen glaubten, resignieren. Denn der Westen – vulgo die EU – will sie ja eigentlich gar nicht haben. Selbst die einfachen Menschen durchschauen langsam das dreckige Spiel, bei dem sie nur der Spielball der Interessen der Politiker und Generäle des Westens sind.

So auch Elena, eine Lehrerin in Lemberg (Lwiw) im Westen der Ukraine. "Wir wollten eine bessere Zukunft für unsere Kinder", so die Lehrerin, "aber alles was wir bekommen haben ist Ungewissheit". Die Politiker im Land würden sich wie eh und je die Taschen füllen, während für die Bürger nicht mehr wissen, wie sie überhaupt durch den Winter kommen sollen. Denn die Differenzen mit Russland und die maroden Staatsfinanzen haben dafür gesorgt, dass das zum heizen und kochen lebensnotwendige Gas für immer mehr Ukrainer zu einem Luxusgut geworden ist. "Janukowitsch war zwar nicht perfekt, aber er hatte wenigstens versucht, das Leben für die Menschen zu verbessern", so Elena weiter.

Die allgemeine Unzufriedenheit mit der Regierung Poroschenko versucht indessen auch die "Gasprinzessin" Julia Timoschenko für sich zu nutzen, obwohl ihre Beliebtheit beim Volk ebenso nur frostige Werte erreicht. Mit pathetischen Worten versuchte sie laut Sputnik die Menschen dazu zu bewegen, von heute an wieder auf dem Maidan gegen die Regierung zu protestieren. "Nur die Menschen können heute die Gerechtigkeit wiederherstellen und die Macht zurechtweisen. Morgen früh werden die Bürger, darunter auch die Rentner, zu einer unbefristeten Protestaktion gegen den Griwna-Kursverfall, Gebührenanhebung und für das Zurückbekommen ihrer Spareinlagen auf die Straße gehen", so Timoschenko. Allerdings ist es zweifelhaft, dass die nationalistische und prowestliche Politikerin überhaupt genügend Anhänger zusammentrommeln kann, um überhaupt eine Relevanz zu haben.

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Die Macht bezeichne die Protestierenden als "Hand des Kremls", in der Tat haben die Menschen es "einfach schon satt". "Sie bedecken sich mit dem Krieg, doch sie machen das Land korrupt und räubern es aus", so die Ex-Premierministerin des Landes laut Sputnik. Dabei versucht sie allerdings nicht wirklich, eine Brücke nach Moskau zu bauen, denn die Oligarchin ist durch und durch auf Washington ausgerichtet. Allerdings kennt sie sich mit der ukrainischen Politik aus und weiß genau, mit welchen Phrasen man die Menschen gewinnen kann.

Für die Regierung Poroschenkos wird diese wachsende Opposition – auch im prowestlichen Lager – zunehmend zu einem Problem. Im oligarchischen System der Ukraine gilt zwar das Motto, dass keine Krähe der anderen ein Auge aushackt, doch ein paar Intrigen sind immer wieder Teil des politischen Spiels, wie auch schon Ex-Premierminister Jazenjuk miterleben durfte. Angesichts des wachsenden Unmuts in der Bevölkerung und dem sinkenden politischen Rückhalt in der Rada dürfte es nur noch eine Frage der Zeit sein, bis auch Poroschenko & Co das Schicksal Janukowitschs droht: Exil. Doch ob dann eine bessere Regierung nachfolgt, steht noch in den Sternen. Bislang sieht es allerdings nicht so aus, als ob dies der Fall sein wird.

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12 Kommentare

  1. Google "ukraine & emigration to russia". Aktuell gehen wohl monatlich 80.000 Ukrainer nach Rußland. Und das sind nicht nur ethnische Russen. Momentan leben fast drei Millionen Ukrainer in Rußland.

    In dem Zusammenhang fragt man sich doch, warum "Europa" sich nicht um diese Flüchtlinge bemùht. Immerhin sind sie Weiß, gut gebildet und sehen sich nicht als Herrenrasse.

  2. Das wird nicht klappen liebe Julia, denn ein zweites mal werden dir die KonradAdenauerStiftung, die USA und die ganzen NGO´s keine Maidantruppen finanzieren. Natürlich könnest du ins eigene Tascherl greifen, weil genug von den Milliarden an gestohlener Kohle muss ja noch vorhanden sein.

    hihihi aber bei einem zweiten Maidan bin ich dann auf den Salto rückwärts unseres Mainstreams gespannt und vor allem WIE sie uns das dann verkaufen wollen ^^^^^^^^

  3. Es besteht die Gefahr, daß der vom Westen inszenierte Faschistenputsch in der Ukraine vielleicht doch noch zeitnah juristisch aufgearbeitet werden könnte.

    In diesem Fall wären wir in Deutschland gut beraten, seine beteiligten pro-faschistischen Politiker zumindest rechtzeitig aus ihren Ämtern zu entfernen, bevor sie als Kriegsverbrecher identifiziert werden und ihr Makel das ganze Volk beschmutzt.

  4. Man wollte doch den Ukrainischen Volk nur helfen damals bei den friedlichen Putsch. Es ist ein Jammer es klappt keine Revolution mehr, egal welche Farbe sie hat. Das Ergebnis wird sein das sich die Ukraine Russland anschließt und das ist gut so.

  5. Das hat man davon, wenn man mit Hilfe fragwürdiger ausländischer Freunde gegen die Interessen des eigenen Volkes arbeitet. Glaube auch nicht, dass Soros, die Adenauerstiftung, Frau Nuland und Co. nochmal ihre Börse zum Zwecke der Schadensbegrenzung öffnen. Die korrupte Bagage in der Ukraine und ein (tlw.) dämliches Volk haben ihre "Schuldigkeit" getan, nun müssen die "Revolutionäre" ihre Trümmer selber wegräumen. Gutes und hoffentlich abschreckendes Beispiel, in Moldawien und Bulgarien haben die Wähler das begriffen. Aber da gibt es doch noch eine liebe Fee in Germania, die hat bestimmt noch ein paar Milliarden übrig! Wasserträger der CDU, SPD, Grünen, voran!

  6. Wenn die Ukraine wie Syrien nicht mehr als  amerikanischer Kriegsgrund am Köcheln gehalten werden muß, wird dieses Land zerbrechen. Der Osten wird wieder zu Russland kommen, der Westen zu Polen oder je nach EU-Entwicklung zu einem vielleicht neu entstehenden Staat und die Karptato-Ukraine gehört zur Slowakischen Republik. M.E. muss irgendwann eine Art Wiener Kongress der Weltmächte sich statuieren und alle Raubzüge und Ungerechtigkeiten aus der Welt schaffen. Sonst sind das ewig blutende Wunden.

  7. unser neuer bundespräsident, der steinmaier, hat da tüchtig mitgeholfen bei der zerstörung der ukraine. dann noch merkel, die grünen, die nato, obama und nicht vergessen die eu. westerwelle hat sich dort auch ´rum getrieben. ja gemeinsam habt ihr verbrecher dieses schöne land zerstört. heute merken die kämpfer, es war alles umsonst. und sie hetzen weiter und lassen das land fallen. so wirds gemacht.

  8. Nicht reden, sondern handeln, liebe Julia und die ausstehenden, überfälligen Gas- rechnungen an Rußland, aus den abgezweigten Geldern der 'EU', bezahlen, um die Lebensbedingungen der Bevölkerung zu verbessern und vor allem um die Instandhaltung der ukrainischen Kernkraftwerke zu gewährleisten, denn ein zweites Tschernobyl würde weder die Ukraine, noch das der 'EU' vorschwebendes 'Großeuropa', sehr wahrscheinlich, nicht überstehen, womit auch diese unrealistischen 'EU' Träume unwiederbringlich geplatzt wären.

     

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