Die Rückkehr der Euro-Dollar-Parität

Donald Trumps Sieg und dessen politischen Programm stärkt den Dollar, während der Euro unter anderem wegen Italien und anderer Problemstaaten schwächelt. Auch die Geldpolitik von Fed und EZB tragen dazu bei.

Von Marco Maier

Die beiden großen Leitwährungen der Welt – der US-Dollar und der Euro – könnten bald schon wieder gleichauf liegen. Zuletzt war dies vor rund 15 Jahren der Fall. Zwar heißt es immer wieder, dass beispielsweise das Verfassungsreferendum in Italien am kommenden Sonntag oder die Parlamentswahl in den Niederlanden am 15. März die Märkte schocken könnten – doch die Spekulanten und Investoren haben diese Möglichkeiten ohnehin schon längst "eingepreist".

Jeder weiß, dass die Eurozone in einem katastrophalen Zustand ist und ein zumindest partielles Auseinanderbrechen durchaus im Bereich des Möglichen liegt. Doch wenn beispielsweise Italien oder auch Griechenland aus der Eurozone ausscheiden, dann würde dies die restlichen Euro-Länder eigentlich nur stärken.

Allerdings macht die Geldpolitik der EZB das Ganze etwas komplizierter. Denn die Wechselkurse werden an den Devisenmärkten festgelegt und spiegeln doch eher weniger die realwirtschaftlichen Bedingungen wider, sondern vielmehr den Geldfluss an den Finanzmärkten, die sich eher an den Zinssätzen und der Inflationsrate orientieren. Hier zeigt sich auch eher eine abwartende Haltung der EZB, während die Fed wohl die Zinssätze anheben wird und damit auch für einen steigenden Kapitalzufluss sorgen dürfte. Dies wird den Dollar weiterhin antreiben und so zur Hauptursache für die baldige Parität zwischen dem US-Dollar und dem Euro avancieren.

Auch die von Trump angekündigten massiven Infrastrukturprogramme (die auch die EU nötig hätte) dürften dem Dollar Antrieb verleihen. Die umfangreichen Investitionen locken nämlich auch Unmengen an Kapital an, die in diesen Wirtschaftsbereichen investieren und davon profitieren wollen.

Lesen Sie auch:  Washingtons Kalter Krieg mit China wird schwere Schäden verursachen

Loading...

Wenn ihnen dieser Artikel gefallen hat, können sie uns mit einer Spende (hier) unterstützen. Es besteht auch die Möglichkeit ein ePaper oder ein eBook im Shop (hier) käuflich zu erwerben.

Spread the love

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: [email protected] nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

7 Kommentare

  1. Vor Jahren wurde behauptet, dass die Parität erreicht wird und in Folge der Euro schrittweise im Dollar aufgeht, der Euro den Zweck hat den Dollar als Weltwährung zu sichern und Europa vollständig unter dem Finanzschirm der US-Finanzindustrie zu halten.

  2. Die Rückkehr der Euro-Dollar-Parität

    ———

    Mal wieder ein ausgezeichneter Artikel aus der Feder unseres Herrn Maier.

    Eine kleine Bemerkung zur Sache:

    Alles wird davon abhängen, inwieweit Trump die ihm feindlich gesonnene US-Fed an die Kette legen kann, Es hat aber ja schon im Wahlkampf gegen Janet Yellen geschossen!

    Eine seiner ersten Amtshandlungen muss sein, diese Person zu entlassen. Tut er das nicht, wird sich die US-Fed als trojanisches Pferd erweisen, dass versucht,  all seine Pläne zu torpedieren und ihn schlussendlich als Depp dastehen zu lassen.

    Sie durch eine  kompetente Person seines Vertrauens ersetzt werden.

    Ich hätte da jemanden anzubieten, der maßgeschneidert für diesen Job ist. Ron Paul, den Texaner, der sein Leben dem Kampf gegen diese Hydra gewidmet hat.

    DAS wär doch mal was! 

    1. und was? is doch alles spekulativ, erst mal muss er präsi sein, dann spekulieren wir weiter oder bekommen antworten.bis dahin fließt noch ne menge wasser die spree runter

    2. Der letzte Mr. President, der sich mit der FED anlegte und diesem Privatbanken-Kartell das Geldschöpfungsmonopol entreißen wollte (es gab kurzzeitig sogar wieder staatliches Geld in Form von "US Notes"), hatte danach keine besonders hohe Lebenserwartung mehr. Ein "verrückter Einzeltäter" erschoss ihn gleichzeitig aus mehreren Richtungen.

      1. Bill Clinton scheint daraus etwas gelernt zu haben und das Ange- nehme, mit Monica Lewinsky als Bankenbotin, mit dem Nützlichen verbunden zu haben und noch rechtzeitig der Auflösung des Glass Steagal Acts zugestimmt zu haben, bevor es nach Western Manier zum show down im Bankenstil, ohne den Ehrencodex des Westens zu beachten, diese als erste von mehreren Seiten geschossen hätten.

  3. Euro und Dollar schaukeln sich, oder werden mit ihren Kaufkraftverlusten gegenseitig heruntergeschaukelt, so daß eine Parität lediglich die Stabilität des Euro, als Zugehörigkeit zur  'Weltwährung' des U.S. Dollars, suggerieren soll, um die Finanzmärkte nicht zu 'beunruhigen', obwohl es beide Inflationswährungen, losgelöst von jeglichen Gegenwerten, sind.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.