Sinkende Werbeerlöse, fallende Verkaufszahlen im Printbereich und wachsende Kosten – das ist die perfekte Rezeptur für eine wachsende Medienkonzentration.

Von Marco Maier

Es vergeht kaum ein Monat, in dem die deutsche Medienlandschaft nicht mit Hiobsbotschaften aufwartet: Stellenstreichungen, Zusammenlegungen von Redaktionen, Negativrekorde bei den verkauften Auflagen und so weiter machen die Runde. Die ohnehin schon zusammengeschrumpfte Vielfalt an Meinungen und Ansichten auf dem Medienmarkt wird so jedoch nur noch weiter vorangetrieben. Spätestens dann, wenn es wirklich nur noch 3-4 große Medienkonzerne gibt, die Print, Radio und TV beherrschen, wird es schwierig.

Zwar bietet das Internet noch eine recht große Vielfalt an unterschiedlich ausgerichteten Onlinemedien, doch weite Teile der Bevölkerung werden damit nicht erreicht. Das "klassische Newsgeschäft" können die vielen kleinen "Einzelkämpfer" bzw. die Mini-Teams damit einfach nicht ersetzen. Sie sind mehr oder weniger auch nur die Ergänzung zu den Massenmedien. Die TV-Sender und die "Tagesschau" können sie zudem ohnehin kaum ersetzen – noch.

Für die Medienvielfalt ist die aktuelle Entwicklung jedoch tragisch. Zwar gibt es neben den klassischen Konzernmedien im Printbereich noch ein paar unabhängige Produktionen von "rechts" (Junge Freiheit, Compact, Zuerst…) und links (junge welt, taz, Neues Deutschland…), doch gegen die geballte Meinungsmacht von Springer, Bertelsmann, den Staatsmedien & Co kommen diese auch nicht an. Und so werden die Deutschen wohl damit leben müssen, trotz einer scheinbaren Vielfalt an Medien doch von ein paar wenigen Medienkonzernen mit Neuigkeiten, Berichten und dergleichen "beliefert" zu werden – von noch weniger Konzernen als jetzt ohnehin schon.

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21 KOMMENTARE

  1. Wir müssen uns wohl langsam daran gewöhnen (was nie anders war), dass die tumbe Masse eben die Massenmedien liest. Ein täglicher Blick in die Realität, beim morgendlichen Einkauf, beim abendlichen Einkauf, am Werk-, Sonn- oder Feiertag, die Wahrheit ist nicht massentauglich.

    Nebenbei bemerkt, ist auch die JF nicht "frei", dort wird schon lange nur noch Kinderkram veröffentlicht und man kan davon ausgehen, dass dieses Blättchen genauso kontrollert wird, wie es mit AfD und Pegida geschieht. Einzig frei sind Induvidien.

  2. Die "Masse" lief doch immer schon nur mit. Ganz früher sorgten die Prediger für "Volksverblödung", später Zeitungen und jetzt das TV. Fragt sich allerdings, ob die "Masse" relevanter Faktor ist, oder ob die derzeit durch das Internet (noch) recht gut versorgte opposotionelle "Info-Elite" der eigentlich relevante Impulsgeber gesellschaftlicher Veränderungen ist. Insofern bin ich nicht so pessimistisch.

  3. Auf dem Höhepunkt meines beruflichen Wirkens hatte ich mal 4 Zeitungsabonnements, über nahezu 2 Jahrzehnte. Die haben sich aber alle so mitte links angenähert, daß die Inhalte sich immer mehr ähnelten und eine Auseinandersetzung garnicht mehr stattfand. Heute informiere ich mich auschließlich über das Internet und das hat viele Vorteile. Man kann bei den Leitmedien in Deutschland beginnen, liest weiter wie die Welt in Asien und Amerika beschrieben wird und kann dann auch in gegensätzliche Meinungen abtauchen, abseits des Welt-Mainstreams. Das kann mir doch ein deutsches Blatt nicht annähernd bieten, zumal die beim "Großhändler einkaufen" indem sie sich der großen Presseagenturen bedienen und deshalb auch überall den gleichen Mist veröffentlichen, den die anderen auch herauskehren. Vergleichbar mit einer Großküche die 5 Firmen beliefert, dann gibt`s dort auch überall gleich Montags Kartoffelsuppe, Dienstags Grünkohl, Mittwochs Heringssalat usw. Da fehlt doch jede Individualität, Themen gibt es doch genügend, man muß nur entsprechend eroieren und sich sein Programm zum Gefallen seiner Leser zusammenstellen. Aber das ist ja Arbeit und da ist es doch viel bequemer, wenn man schon die fertigen Menüs serviert. Ich weiß von was ich spreche, bin ich doch im Verlagswesen durch meinen Vater groß geworden. Wenn die Presselandschaft zusammenklappt ist das auch kein Beinbruch, es kommen immer wieder neue und hoffentlich machen sie dann nicht die gleichen Fehler wie die Alten, indem sie sich von den Idealen des Journalismus verabschieden, indem sie nicht mehr frei und unabhängig berichten.

  4. Volker Pispers: Wem gehören die Medien? Oder der Stacheldraht durch die Köpfe der Menschen   https://www.youtube.com/watch?v=uPvGtlYxv5U

    Das Netzwerk der korrupten deutschen Journalisten – Die Anstalt April 2014 Das Medien Monopol – Gedankenkontrolle und Manipulationen  https://www.youtube.com/watch?v=5_c2-Yg5spU

    "Die gefährlichsten Massenvernichtungswaffen sind die Massenmedien. Denn sie zerstören den Geist, die Kreativität und den Mut der Menschen, und ersetzen diese mit Angst, Misstrauen, Schuld und Selbstzweifel." – M.A.Verick

  5. "Heute informiere ich mich auschließlich über das Internet und das hat viele Vorteile."

    Echt gut. Geht mir genauso. Habe mich 2004 von dem ganzen Indoktriatiosschund abgekoppelt, indem ich seit dem Zeitraum keine einzige News über Bildschirm an mich heranlasse. Gleich danach ging es mir besser.

  6. Es genügt heut zu Tage nicht mehr hirnlos mit Kot rum zu schmeissen. Was bitte will ich mit einer Zeitung wenn ich Internet habe. Ich brauche keine Gebrauchsanweisung um blöde zu sein. Wie blöde ich bin bestimme ich selbst 🙂

  7. Das Internet ist stark und der Feind der Politik und deren Kriecherpresse denn die große Masse informiert sich im Netz – und das ist gut so.

    Habe vorige Woche entgültig auch die Kündigung meiner Regionalzeitung abgeschickt, weil ich die Nase von den einseitigen, gleichgeschalteten Berichterstattungen – voll hatte.

    Alles was im TV kommt – war fast 1zu1 auch in der Zeitung zufinden. keine Themen, die nicht auch die Massenmedien bringen. Alles ein gleichgeschalterter Einheitsbrei.

    Kritik an der Verräterbande in BERLIN sucht man zu 95% vergebens.

     

     

     

     

  8. Und wieder das typische Pendel. Von einem Extrem in das andere. Auch "die Kleinen" brauchen den kritischen, zweifelnden Nutzer. Und: Sehr offensichtlich saugen auch viele "unabhängige", kleine Medien ihren Nektar bei wenigen Großen. Kommt hinzu ein ganz eigenes Sendungsbewußtsein abseits der reinen Information.

  9. Die größte Lüge ist doch wenn die Presse von freien Journalismus reden den es schon lange nicht mehr gibt. Die meisten Journalisten sind gekaufte und dürfen nur noch in einer Richtung berichten – was daran noch frei sein soll ist fraglich.

    Da gibt es den Presserat,dpa,Reuter,etc.die alles kontrollieren ,vorgeben und immer den Daumen drauf halten und wehe da tanzt mal einer aus der Reihe, gibt es sofort Druck von oben.

    Ich möchte auch nicht wissen, wie oft es Nachrichtensperren gibt – wenn es darum geht – was wir das Volk nicht wissen und erfahren sollen.

    Für mich hat sich das Thema "Medienmasse" schon lange erledigt, wenn ich im Netz mal auf eine deren Seite lande dann nur als Bestätigung für mich – das die Medienmasse der reinste Einheitsbrei ist und alle den gleichen Mist schreiben und sie wohl bemüht sind  – sich da gegenseitig noch zu überbieten. 

    • @ Emma

      Den erwähnten sogenannten 'Presserat' kann man als Gleichschaltungs- und Unterstützungssorgan für die Lügenpresse betrachten, da er von der Bundesregierung mitfinanziert wird. Die ausgebliebenen Maßnahmen des Deutschen Presserats, allein bei den Beschwerden über die Berichtserstattungen zum Ukrainekonflikt der deutschen Lügenpresse, zeigte anschaulich das Bild eines willenlos zu dirigierenden zahnlosen Tigers, der nur eine Alibifunktion im Sinne einer transatlantisch gesteuerten Bundesregierung wahrnimmt. Diese erbärmlichen Vorstellungen kann man sich täglich im ZDF und der ARD, Rundfunk und den gedruckten Medien, nicht nur in den Nachrichten, sondern auch in den einseitig gesteuerten Programmen, ansehen und lesen. Zudem wurde bisher nicht bekannt, daß die Beschwerden einer falschen und tendenziösen Berichterstattung kaum irgend-welche Konsequenzen durch den 'Deutschen Presserat' für die Verursacher nach sich gezogen hätten.

  10. Da regt man sich heuchlerisch über Erdogan auf – dabei ist es in Deutschland nicht viel anders.

    Denke viele Journalisten haben es in der heutigen Zeit auch nicht einfach – denken vielleicht anders ,würden auch gerne FREIER schreiben aber werden wahrscheinlich schriftlich aufgefordert nur politisch korrekt zu berichten.

    • Ein Journalist, der gerne freier schreiben würde und es nicht tut, der ist kein Opfer sondern ein Täter.

      Warum versucht man Entschuldigungen für andere zu finden? Ich denke zum Selbstschutz. Man braucht eine Entschuldigung für das eigene Nichttun, z.B. es nicht zu wagen, für die eigenen Kinder einzutreten.

    • Ich kenne solche Fälle von mir persönlich bekannten Journalisten aus der Mainstream-Presse. Und angesichts des aktuellen Kahlschlags in der Medienlandschaft wo jeder von denen um seinen Job fürchten muss, ist das ja noch schlimmer.

  11. Saure Gurke

    5. November 2016 at 19:03

    "Heute informiere ich mich auschließlich über das Internet und das hat viele Vorteile."

    Auch hier müssen sie vorsichtig sein. Durch das Internet werden sie ebenfalls manipuliert. Auch von den Seiten, die nicht dem Mainstream angehören. Auch ein Contra Magazin beeinflusst ihre Meinung. Hier lesen sie, was sie gerne lesen wollen. Ob es sich letztendlich um die " Wahrheit " handelt, wissen sie nicht. Um sich tatsächlich eine " eigene " Meinung bilden zu können, müssen sie sich von den vorgegebenen Meinungen trennen. Dies kann natürlich sehr schwierig und aufwendig sein. Wollen sie sich z.B. ein eigenes Urteil über die Wirtschaftspolitik bilden wollen, müssen sie sich mit der Makroökonomie ( Volkswirtschaft ) befassen und sich zumindest die Grundkenntnisse aneigenen. Dazu benötigen sie die entsprechenden Lehrbücher. Und damit meine ich wirklich die pure Fachliteratur. Das sind Grafiken und Mathematik. Wenn jemand z.B. wissen möchte, wieso die EZB so eine expansive Geldmengenpolitik betreibt, muss sich mit den Theorien von Keynes befassen. Auch die meisten Volkswirtschaften handeln nach seinen Theorien.

    Das ist jetzt nur ein Beispiel. Natürlich werden dies die wenigsten machen. Es ist einfach anstrengend. Wer tut sich das schon freiwillig an. Deshalb übernehmen die meisten Menschen die Meinung anderer.

    • @Jomenk, danke für den Hinweis. In der Tat, die Gefahr besteht immmer von einer Falle in die nächste zu laufen. Ich versuche dem dadurch zu entgehen, daß ich verschiedene Quellen ansteuere bzw. kreuze. Im oberflächlichen, ersten Ansatz hilfreich genügt es bereits  sich ein paar einfachen Weisheiten zu besinnen, wie: es ist nicht alles Gold was glänzt oder die Suppe ist nicht so heiß zu essen wie sie gekocht wird.

      • Da haben sie etwas sehr gutes geschrieben. Man sollte sich auf die grundlegenden Dinge konzentrieren. Man sollte sich wirklich auf ein paar  "einfache Weissheiten " fokussieren. Da gibt es einen Spruch, der profaner nicht sein kann. Jeder kennt ihn. Und man nimmt ihn eigentlich nicht so richtig wahr. Dieser Spruch zeigt uns aber die Basis auf, auf der die meisten Probleme beruhen, die diese Welt so beschäftigen. Und dieser Spruch lautet: Geld regiert die Welt. Wenn man das " wirklich " einmal begriffen hat, ist man ein grosses Stück weiter. Dann ist es nicht mehr so leicht, getäuscht zu werden. Und egal, wie kompliziert und unübersichtlich die Probleme manchmal sind, wenn man sich wieder diese 4 Worte vor Augen führt, ist man auf der richtigen Seite.

  12. Noch in den 1980ern bis in die 1990er Jahre, kaufte ich jeden Spiegel und Stern. Die FAZ, die Welt, die Frankfurter Rundschau und andere mehr. Heute kaufe ich gar nichts mehr davon. Bis Mitte der 80er, lasen wir am Arbeitsplatz quer. Jeder las einmal den Spiegel, die Bild, die Tageszeitungen und auch ohne dumme Kommentare, die National Zeitung. Das Zeug lag massenhaft herum und wurde auch gelesen. Aber, die Zeitungen berichteten immer weniger, sondern machten Meinung. Täterbeschreibungen wurden unterschlagen, wenn diese auf eine ausländische Herkunft schließen liessen, u.s.w., Das Phänomen, der absolutistischen Herrschaft, der Verlage und deren Eigentümer und Finanziers, über die "Schmierfinken", wie diese damals schon genannt wurden, rächt sich nun. Es hat lange gedauert, bis die Menschen genug von der einseitigen Berichterstattung und Meinungsmache hatten. Nun ist es halt soweit. Das, was ich von meinen Eltern automatisch mitbekam, nämlich die zeitung zu kaufen und zu lesen, bricht bei mir und vielen tausend ab. Ich lese nur noch technische und Artikel/Zeitschriften sowie aus Natur und Landschaft. Ich vermisse eine knallharte Lokaredaktion, die durch niemanden gestört wird, wenn sie einen Oberbürgermeister/in, in der Luft zerreißt, wenn diese/r nichts taugt. Die gegen innerstädtische Korruption angeht und gegen einen asozialen Kurs der Stadt und ihrer Zockerverwaltungen. Kein Handschlag, der nicht richtig Geld kostet. Man muss auch mal schreiben, das der öffentliche Dienst längst zerrissen ist. In die Oben und in die Unten. Das die oberen Gehälter der Beamten, viel zu hoch sind und gedeckelt gehören. Nichts von all dem, wird geschrieben.

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