Nachdem am 20. April 2010 die Ölplattform Deepwater Horizon im Golf von Mexiko explodiert war, kam es zu einer beispiellosen Reihe von Vorkommnissen, die alle auf dem Rücken der Umwelt ausgetragen werden.

Via Watergate.tv

Denn der Öl-Riese BP, der mit seiner wochenlangen Unfähigkeit, ein Leck zu stopfen, die größte Öl-Katastrophe der Menschheitsgeschichte ausgelöst hat, hat die Gelder für die Bekämpfung des Schlamassels nicht nur steuerlich absetzen können, sondern sogar behauptet, dass viel weniger Öl ins Meer geflossen sei als tatsächlich ausgetreten ist. 

Schon wenige Monate nach dem Skandal wurde so getan als ob bereits alles Vergangenheit ist, als ob alle Schäden beseitigt wären und keinerlei Gefahren mehr drohen. Gelernt hat man aus dieser Katastrophe scheinbar gar nichts.

Und während das schuldige Unternehmen BP längst wieder fröhlich seine Gewinne zählt, leiden und sterben bis heute Menschen und Tiere. Ob und wann das Leiden ein Ende haben wird, ist vollkommen unklar, denn nicht nur rund 700 Millionen Tonnen Öl und 500.000 Tonnen Methangas sind lange Zeit gehindert ins Meer geflossen, das Unternehmen hat zudem großflächig eine Chemikalie ins Meer gekippt, die den Ölfilm aufhalten sollte. 

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Dass dies keine gute Lösung sein kann ist regelrecht selbsterklärend und welche Schäden dieser Einsatz von giftigen Stoffen noch zusätzlich verursacht haben könnte, mag man sich gar nicht ausdenken. 

Rund 60 Milliarden Euro soll BP der Unfall eigentlich gekostet haben, dank der Steuerersparnisse blieben noch 40 Milliarden zu zahlen. Dann war das Kapitel wohl abgeschlossen. Kein Gedanke scheint daran verschwendet zu werden, dass 11 Menschen und unzählige Tiere und Pflanzen ihr Leben haben lassen müssen, dass die Schadstoffe noch für eine nicht absehbare Zeit am Boden des Meeres lauern und auch in die Nahrungskette gelangen. 

Der Schaden, den Deepwater Horizon auch noch Jahre nach der Katastrophe auslöst und der noch lange nicht eingedämmt scheint, wird von dem Öl-Multi allerdings einfach unter den Tisch gekehrt. Es ist eine Schande, so mit dem Leben und der Gesundheit von unzähligen Menschen zu spielen.

Sie möchten mehr zum Thema wissen? Lesen Sie hier unseren vollständigen Beitrag zum Deepwater Horizon-Skandal auf:  Watergate.tv

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15 thoughts on “Deepwater Horizon: Ein Skandal!”

  1. Lieber Autor,

    …wegen 11 People und paar Fischen so einen "deprimierenden Artikel" abzusetzen, kann sich nur jemand erdreisten, der NICHT BP-Aktionär ist und via Dividende und Kurssteigerung am Erfolg des Unternehmens partizipiert. Stimmts?! 🙂

    Haben Sie eigentlich eine Ahnung, wieviele Ruheständler, Lebensversicherungs- und Fondsinhaber auf die Erträge aus den üblen Geschäften von BP angewiesen sind?
    Was glauben Sie, wer von denen sich aus einer Schaumkrone vor Mexiko oder einer Schlackeschicht am Meeresgrund (vermutlich so groß wie Bayern) irgendwas macht?

    Genau! Niemand!

    Aber trotzdem ist Ihre Anprangerung korrekt.  

  2. Das ist kein Einzelfall noch schlimmer ist Fukushima von dem seit Jahren radioaktive Partikel ins Meer gelangen und das Meer rundum um die Erde verseuchen und es ist kein Ende ab zu sehen.

    1. ..das alles hört sich regelos gefährlich an..

      Öl-/Isotop-Lekagen.. sonstige vermiedene Umweltstoffe

      ..ein Stoff ist weit gefährlicher – da es ebenfalls nicht abbaubar ist und sich wieder in den Nahrungskette ungewohlt einschliesst..

      es ist unser Penicelin bzw. Anti-Biotika..

      Das Stoff baut sich im Körper nicht ab,, 98% wird aus dem Körper ausgeschieden findet den Weg ins Klärsystem (falls vorhanden) danach wird es in den Naturkreislauf wieder zugeführt über,, Bakterien zum Lebensorganismen..

      Diese resistenten Kulturen findet sich sogar bei unseren Salat/Gemüse/Früchte/Getreide/Fleisch/Fisch..

      das uns Terroristen mit Ihrem Sprengwesten od Schmutigen-Atombomben überlisten.. Punktiere ich 1zu1mia..

      Aber Penecelin/AntiBiotika, 1zu100 od 1zu1000

       

  3. Vielleicht sollte man den 40Mrd nach Steuern einmal nachgehen ! Ich schätze mal so 10% davon werden tatsächlich in die Rep. der Umweltschäden gegangen sein und der Rest ….!?

    1. Vielleicht sollte man den 40Mrd nach Steuern einmal nachgehen ! Ich schätze mal so 10% davon werden tatsächlich in die Rep. der Umweltschäden gegangen sein und der Rest ….!?

      Ja, genau daran habe ich auch gedacht.

    1. …und wo Späne fallen, wird es zwangsläufig schmuddelig und kriminell?

      Und was hilft es, wenn ich meine Karre verkaufe? Dann braucht der Käufer eben den Treibstoff von BP. Verschrotten wäre auch keine Lösung. Dann läuft eben eine zusätzliche Karre mehr vom Fließband in Wolfsburg, China oder Detroit.

       

  4. und wo Späne fallen, wird es zwangsläufig schmuddelig und kriminell?

    Nein.

    Aber wer harte Männer dafür bezahlt, dass sie harte und gefährliche Jobs machen, damit unsereiner im Warmen sitzt und über die Autobahn brettern kann, braucht den Burschen keinen "krummen Hund" nachzurufen, wenn mal etwas schief geht.

    Unfälle gibt es immer, und wenn ich mir diese Gigantentechnologie von Tiefseebohrinseln vor Augen halte, muss ich mich wundern, dass da nicht noch mehr Unfälle passieren.

    Nichtsdestotrotz : Diese Typen und ihre Chefs gehören zu Denen, die unsere Zivilisation am laufen halten.

    Neben allen Anderen, die tagtäglich ihren Hals riskieren, damit es den Undankbaren gut geht.

    1. Ähhm… keiner dieser "harten Jungs" riskiert täglich seinen Hals, "damit es den Undankbaren gut geht" oder "unsere Zivilisation am Laufen" gehalten wird. Keiner von denen ist Samaritter oder Mutter Teresa!

      Alle machen diese "harten Jobs" für dicke Schecks am Monatsende. Flocken im eigenen Beutel sind die einzig wahre Motivation! Also bitte etwas sparsamer mit Deinem Mitleid 🙂 …wenngleich Deine Argumentationskette einen unbestreitbaren Kern besitzt. 

  5. Und all dieser Irrsinn obwohl kein Mensch das Erdöl tatsächlich braucht.

    Algenöl kann aus Wasser, Luft, Sonne und Fäkalien billiger und in nahezu beliebiger Menge nach dem Verfahren von Dipl.-Ing. Helmuth Heinicke hergestellt werden. An fast jedem Ort der Welt.

    Obendrein hat Algenöl nicht die ganzen giftigen Verbindungen wie Erdöl, ist also bei der Verbrennung viel sauberer.

    Schreibt es an jede Mauer: Algenöl ist billiger als Erdöl!

    1. …hat aber als Brennstoff eine geringere Energiedichte als fossile Kohlenwasserstoffe!
      Außerdem muss Algenöl hergestellt werden, nicht nur abgepumpt… Das gilt auch für alle anderen, ähnlichen Methoden bei der Biomasse Grundstoff zur Ölgewinnung darstellt.

      Richard, bitte ab 2050 nochmal mit Ihrem Vorschlag melden. 🙂

       

      1. Der Aufwand zur Algenölherstellung ist geringer, als Bohrungen auf Plattformen wie der Deepwater Horizon. Die Energiedichtedifferenz ist unerheblich.

        Algenöl kann z.B. in Plexiglasbehältern auf dem Hausdach entstehen und alle drei Wochen 30 Liter Algenöl liefern. Ein Hausbesitzer kann so genug herstellen, um sein Auto das Ganze Jahr mit Algenöl fahren zu lassen.

        Zieht man das etwas größer auf, kann man das Algenöl auch als Heizmittel für den Winter verwenden.

        Man kann es nicht oft genug wiederholen: Algenöl ist billiger als Erdöl!

    2. Außerdem willst Du nicht nur Auto fahren, sondern auch z.B. Artikel aus Plastik kaufen können, auf Asphalt spazieren oder Deine Bude heizen. Die dafür nötige Vielzahl an komplexen Kohlenwasserstoffketten dürften dem Algenöl wohl vermutlich fehlen.

        1. Plastik ist toll, weil sooo vielfältig einsetzbar. Im Meer hat es nichts zu suchen, da hast Du völlig Recht! Aber tröste Dich. Nanopartikel vom Abrieb der jährlich 4,5 Mrd. verschlissenen Gummireifen und Bremsbeläge haben auch nichts im Fleisch der Landtiere zu suchen.

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