Das Internet – Werkzeug der Macht oder Weg zum freien Bürger

Beim Web-Summit in Lissabon wurden viele Interviews gegeben, Podiumsdiskussionen und Vorführungen haben die Technologieinteressierten in ihren Bann gezogen. Wenn an dem was man so sagt was dran ist, gibt es nur Hoffnung für die Zukunft, wenn wir lernen das Internet richtig zu nutzen.

Von Rui Filipe Gutschmidt

Irgendwo zwischen digitalem Datenmüll, Fiktion, Propaganda und gezielter Desinformation versteckt sich die Wahrheit. Auch das genaue Gegenteil ist der Fall. Die beste Form eine Lüge zu erzählen, ist diese in mitten der Wahrheit zu präsentieren. Das Internet ist voll davon. Jeden Tag kommen neue Daten hinzu, die immer mehr Speicherplatz auf immer mehr Servern benötigen. Die Kunst ist es jetzt, für den Wissensdurstigen, aus dieser Datenflut die Lügen herauszufiltern und sich seine eigene Version der Wahrheit zusammenzustellen. Eigene Version der Wahrheit? Ja, jeder sieht die Realität aus einem anderen Blickwinkel. Deshalb ist die Ansicht „der anderen“ nicht gleich falsch oder gar gelogen. Daher ist auch der Ausdruck „Lügenpresse“ nicht wirklich akkurat. Gelogen wird überall. Doch im Mainstream verbergen sich Lügen und Halbwahrheiten besonders gut, da 90 Prozent der Nachrichten dort der Wahrheit entsprechen. Online ist es anders. Dort wird die Wahrheit zwischen Lügen und Übertreibungen präsentiert, was es für die User nicht gerade leichter macht, sich gut zu informieren. Generell ist die Sprache, die vor allem online verwendet wird, radikalisiert und zunehmend werden Worte neu definiert, angepasst. Da den Durchblick und den Kontakt zur realen Welt nicht zu verlieren ich gar nicht so einfach.

Das Netz hatte, wie so vieles, ursprünglich den Zweck einen Datenaustausch zwischen Rechnern zu vereinfachen. Die Pioniere der Informatik waren Idealisten. Naive Idealisten. Das US-Militär, immer zu neuen Schandtaten bereit, nutzte die Technologie und förderte fortan die Entwicklung. Doch am meisten profitieren Geheimdienste vom WWW. Ein Überwachungsstaat lebt von schnellem Informationsaustausch. Schon zuvor haben Telegrafie, Telefon, Radio, Funk und Fernsehen den Machteliten dabei geholfen den Informationsfluss zu überwachen, zu beeinflussen, zu kontrollieren und für ihre eigenen Zwecke zu nutzen. Nie war die Propagandaschlacht so extrem, nie zuvor wurde so viel Geld darauf verwendet wie heute. Denn die „Idealisten“ haben ihre Naivität abgelegt und mischen kräftig mit. Hacker, Blogger, freie Journalisten, Freigeister aller Art sorgen dafür, dass das Internet nicht ausschließlich von den Machtinteressen der multinationalen Großkonzerne, der Thinktanks, der Finanzoligarchie und des Geldadels kontrolliert wird.

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Andererseits ist die Ungewissheit aber auch eine Waffe in den Händen derer, die im Verborgenen die Politik steuern und den Bürger manipulieren. Klingt nach Verschwörungstheorie? Nun ja, das gezielte Streuen von Desinformation ist ein wichtiges Kapitel im Handbuch eines jeden Geheimdienstes. Das gleiche gilt für den Vorsatz „teile und herrsche“. Wie früher, als die Welt in Ost und West unterteilt war, so wird auch heute unsere Gesellschaft wieder in Links und Rechts aufgeteilt. Die politische Radikalisierung dient am Ende doch nur dem Establishment. Je radikaler die Opposition, je gewaltbereiter die Kritiker des Systems und je mehr Hass in der Botschaft steckt, desto weniger wird der normale Bürger das System in Frage stellen. Die Nazis, Kommunisten, Islamisten, Verschwörungstheoretiker und Anarchisten helfen dem System aber nur, die Kontrolle zu bewahren. Jeder Andersdenkende, jeder Systemkritiker wird in eine dieser Schubladen gesteckt. Außerdem lenken die Machthaber in unserer Welt die Wut des Bürgers gerne auf irgendwelche Sündenböcke. Sei es „der Russe“, „der Ami“, „die Flüchtlinge, Migranten, Asylbewerber“ oder „die Ungläubigen“ – alle sind geeignet, die man verallgemeinernd für Arbeitslosigkeit, Billiglöhne oder Kriminalität verantwortlich machen kann. Hauptsache, niemand stellt das System in Frage, bei dem eine Handvoll Leute leben wie die Maden im Speck und der Rest von uns, nach belieben manipuliert und gegeneinander aufgehetzt, für eben diese Maden den Speck heranschaffen müssen. Wenn wir lernen, die Informationen aus dem Internet zu filtern und wenn wir nicht jeder noch so abstrusen Verschwörungstheorie huldigen ohne den Wahrheitsgehalt zu hinterfragen, dann können Internet und Technologie dem Bürger mehr Freiheit geben. Aber nur wenn, ja wenn wir das auch wirklich wollen.

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20 Kommentare

  1. Ohne Medienkompetenz geht es halt nicht …

    …. und die bekommt man nicht geschenkt.

    Sie ist ein mühseliger Prozess der eigenen Plausibilitätsprüfung, und ein wiederholtes Hereinfallen auf irgendwelche Lügen, solange jedenfalls, bis man der eigenen Logik traut.

    Einfache Antworten gibt es nur Wenige, und selten ist der Zusammenhang so klar wie der zwischen Merkels Politik, Terrorismus, Verbrechen und Merkels neuem Volk.

  2. Das Internet ist für mich das ideale Werkeug der Eliten, ihre Interessen und Machtpositionen zu sichern. Es ist die ideale Plattform für die vielen wütenden Bürger, mal richtig Dampf abzulassen. Und wenn der Kessel leer ist, weiss man nur zu genau, da geht niemand mehr auf die Strasse. Die Leute bleiben letztlich unsichtbar. Das Internet und die zahlreichen Foren vermitteln den Menschen den Eindruck, sie hätte etwas zu sagen oder das ihre Meinung wichtig wäre. Aber letztlich sind es nur Texte, die für niemanden ein grösseres Problem darstellen. Aber die Menschen werden ruhig gestellt und sie kommen nicht auf die Idee, mit Fakeln und Mistgabeln vor dem Reichtstag zu erscheinen, um ihrer Stimme Gehör zu verschaffen. Und wenn es einmal wirklich dazu kommt, dass der Staat eine Gefahr sieht, so werden die Texte, so wie es in den sozialen Medien der Fall ist, einfach zensiert und gelöscht. Das ist sehr einfach und man muss nicht mit einer Hundertschaft von Polizeibeamten gegen Demonstranten vorgehen.

    Das Internet zerstört die Meinungsfreiheit und fördert sie nicht. Die Meinungsfreiheit bleibt anonym und ist deshalb wirkungslos.

    1. Da ist was dran …

      …. wer auf der Tastatur Dampf ablassen kann, geht nicht mehr auf die Straße.

      Mit Deinem letzten Satz bin ich nicht einverstanden : Das Internet bietet erst die Grundlage, auf der man sich eine Meinung bilden kann.

      Sonst wären wir ja alle abhängig von der Güllepumpe Tagesschau und ähnlichen Klärgruben.

        1. Ja, natürlich

          Genau so natürlich sagt das nichts darüber aus, ob sie zutreffend ist.

          Aber : Je mehr Medienkompetenz einer hat, um so näher kommt seine Meinung dem, was wirklich geschieht.

          Wobei "Medienkompetenz" auch nur ein relativer Begriff ist : Man hat mehr oder weniger davon, aber ausgelernt hat man nie.

      1. "Mit Deinem letzten Satz bin ich nicht einverstanden : Das Internet bietet erst die Grundlage, auf der man sich eine Meinung bilden kann."

        Das ist ein schwieriges Thema. Eine Meinung kann man sich bilden aufgrund verschiedener Informationen, die man erhält. Und hier beginnt das Problem. Niemand kann letztlich die Qualität dieser Informationen überprüfen. Der Mensch hat die Eigenschaft eher denjenigen Informationen zu vertrauen und zu glauben, die der eigenen Auffassung entsprechen. Ein Leser des Contra-Magazins wird eher den hier präsentierten Informationen vertrauen, als den Informationen, die über den Mainstream verbreitet werden. Das ist ein rein subjektives Vorgehen und muss mit der Realität nichts zu tun haben. Man müsste beide Informationsquellen überprüfen, um sich tatsächlich eine objektive Meinung bilden zu können.

        Ich will das jetzt nicht unnötig ausdehnen. Sie wissen sicherlich, wie ich es meine. Es ist äusserst schwierig, die Flut an Informationen zu bewerten und diese auch in den richtigen Kontext zu stellen.

         

  3. Ich denke mal das sich schon etwas im Internet bewegt. Umsonst schreiben sich die Menschen ihren Frust nicht vom Leib und der wird auch gelesen. Natürlich versuchen jetzt die Eliten unsere Meinungsfreiheit zu unterdrücken aber das klappt immer weniger. Steter Tropfen höhlt den Stein, also weiter machen 🙂

    1. Es bewegt was in den Köpfen, aber was ist mit den Beinen? Sehen Sie bitte mal als Beispiel auf die Friedensbewegungen. Vor dem Internet sind die Leute auf die Strasse gegangen. Die Polizei musste kommen und das Fernsehen war da. Es wurde Aufmerksamkeit erzeugt. Heute sitzen die Menschen anonym hinter ihren Rechnern und schreiben sich die Finger wund. Was glauben Sie, hat im Endeffekt die grössere Wirkung.

  4. Radikale Sprache und Hassprediger.

    Der Böhmermann arbeitet für den öffentlichen Rundfunk und nicht im Internet.

    Im Internet kann kein Anspruch auf Objektivität und Wahrheit gestellt werden. Der ÖR wäre dazu verpflichtet.

    Im Internet kann, wenn auch mit Mühe, die Realität gefunden werden. Die MSM sind Propaganda.

  5. Warum wohl wird von der UNESCO, die den "global citizen" zum weltweiten Bildungsziel erklärt, die verstärkte Nutzung von social media im Unterricht empfohlen?

    Motto der UNESCO: "Bringing peace to the minds of men and women". (unesco.org)

    Deutsch: "Frieden bringen in das Denken von Männern und Frauen".

    Frieden in das Denken bringen…

    1. Frieden in das Denken bringen…

      ——

      Ja unsere landsmannschaftlichen Freunde, welche die UNO (ein Rothschild tool) seit jeher kontrollieren, bringen uns 'Frieden in das Denken'.

      Da ist es wieder 'tikkun olam', d.h. 'die Welt heilen' (die Welt reparieren) kommt aus der okkulten Kabbala und soll die Welt im Sinne der  ..ähäm,..Auserwählten' 'heilen'. 

      Wie das 'Frieden in das Denken von Männern und Frauen' letzendlich aussieht, kann man daran festmachen, wie der Apardheitsstaat Israel mit den Palis umgeht.

  6. Wenn an dem was man so sagt was dran ist, gibt es nur Hoffnung für die Zukunft, wenn wir lernen das Internet richtig zu nutzen.

    ——–

    Solange das Internet total von der 'Landsmannschaft' kontrolliert wird, wird man das Internet auch nicht richtig nutzen können.

    Der Manipulation und Kontrolle (durch Zensur) sind Tür und Tor geöffent.

    Was man ja auch zeitweilig an diesem 'alternativen' Blog festmachen kann.

    Wer sich informieren will, wieweit das Internet vom 'Stamm' oder der 'Landmannschaft' kontrolliert und manipuliert wird, findet die Informationen im Internet beim 'Datenmüll'.

  7. Doch im Mainstream verbergen sich Lügen und Halbwahrheiten besonders gut, da 90 Prozent der Nachrichten dort der Wahrheit entsprechen. 

    ——-

    Selten so gelacht. 

    90 Prozent der von den MSM verbreiteten Info-Müll entsprechen der Wahrheit?

    Außer den Sportnachrichten und den Nachrichten über die Entwicklung des Dax oder des Dow-Jones Index ist vermutlich alles manipuliert und gelogen.

    Umgekehrt dürfte der Schuh daraus werden: 90 Prozent Manipulation und dreiste Lügen, 10 Prozent Wahrheit.

  8. Die alten Medien sind wie der Eisenbahnverkehr, das Internet ein Kraftfahrzeugs Straßenverkerhrsnetz. Was ist freier? Was gefährlicher ? Fürchtet der Staat 1000 Bürger in einer Eisenbahn oder 1000 mit einem Auto?  Die Menschheit weiter, bringen einzelne Idealisten wie Henry Ford. Die Macht des Einzelnen hat immer die Wahl den Vielen oder den Wenigen zu dienen. Der einzelne schimpft auf den Stau in dem er steht, stteht als Teil davon. Es gibt keine anderen Informationen und gab es auch nie, als ein Netzwerk von Menschen. Nachrichten Dienste lassen alle Informationen an einer Stelle zusammenfliessen, die dann entscheidet, welche Wahrheit wieder in die Masse dringt. Es wird zwei Menschheiten geben. Eine emanzipierte und eine verblödete. Und sie werden friedlich nebeneinander leben. Es gibt 10 bis 20 fundamentale Wahrheiten, die in den Massenmedien und Öffentlichkeiten gar nicht als Frage vorkommen, oder als gegensätzlich dastehen. Alternative Medien, arbeiten meistens mit ein oder zwei dieser Wahrheiten, ansonsten wie die Massenmedien, nur mit einem wesentlich kleinerem Budget. Ferner geht von keinerlei Informationsfluss gefahrt aus. Der einzelne hat sich seine Wahrheiten schon immer alleine gesucht und sei es im Der Fänger im Roggen woraus sich der Mord an John Lennon quasi selbsterklärend herleiten lässt. Das Argument, das Intertnet schläfere ein und mache träge, lasse die Leute nicht mehr auf die Straße gehen, ist seltsam kurz gedacht. Siehe Pegida, siehe Brexit.Trump wurde wegen seiner Tweets ausgelacht, hat aber ein wirkungsvolles Massenkommunikationsmittel benutzt. 

  9. Diesen „Gut“Schmid kann man nicht verstehen. Während sich seine Mutter 24 Stunden am Tag an der Beatmungsmaschine quält, sorgt er sich um „Das Internet“. Und will, so ganz nebenbei, den Lesern auch noch verkaufen, dass die MSM zu 90% die Wahrheit sagen.

    Irgendwann wird Gottes Strafe auch bei „Shmidt“ einschlagen. Dann wird er seine Mutter erstickt vorfinden, weil es ihm wichtiger war, öffentlich zu lügen.

    Gottes Mühlen mahlen langsam, aber trefflich feinT

  10. Das Internet ist zum Teil großartig. Alles, wirklich alles kannst

    Du lernen. Einen Malkursus kostenlos besuchen, jede Fremd-

    sprache kannst Du lernen. Egal was, das Internet beantwortet

    Deine Fragen. Musik und Filme gratis dazu.

    Doch," wo viel Licht ist viel Schatten."

    So verführen Pornos, Spiele die Menschen zu nicht nötigen

    Beschäftigungen.

    Ganz schrecklich ist die zunehmende Juden-und Israelfeindlichkeit.

    Die verbreitet sich mit vielen Lügen und Unterstellungen in  etlichen

    Blogs aus. Nicht nur in türkischen und arabischen.

    Diese Menschen unterwandern alles was geht um andere, uns

    zu indoktrinieren. Das ist die große Schattenseite des Netzes.

     

     

  11. Komisch, Rui Filipe G., die Massenmedien, laut Ihrer Aussage zum Manipulieren da, haben 90% Wahrheitsgehalt während im Internet die Gefahr der Verschwörungstheorie lauert? Was haben dann "Hacker, Blogger, freie Journalisten, Freigeister aller Art" bitte davon die Unwahrheit zu verbreiten?

    Die bekommen wir über die aktuelle Kamera und die Tagespropaganda schon ausreichend geliefert.

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