Chinas Botschafter: „Zunehmende protektionistische Tendenzen“ in Deutschland

Für den chinesischen Botschafter ist es unverständlich, dass die chinesische Investitionstätigkeit in Deutschland auf Beschränkungen trifft, zumal diese sehr gering seien. Deutschland sendet derzeit die falschen Signale nach China und an die Außenwelt, so Shi Mingde.

Von Redaktion/dts

Der chinesische Botschafter in Deutschland, Shi Mingde, hat sich "wegen zunehmender protektionistischer Tendenzen in Deutschland" besorgt gezeigt. In einem Gastbeitrag für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung", weist er daraufhin, dass Chinas Investitionen mit 0,3 Prozent "nur einen verschwindend geringen" Anteil der Investitionen des Auslands in Deutschland ausmachten. Das entspreche nur einem Zehntel der deutschen Investitionen in China. "Da ist es unverständlich, dass die chinesische Investitionstätigkeit in Deutschland bereits in ihrer Startphase auf Beschränkungen trifft. Das ist ganz offensichtlich nicht hilfreich für eine gesunde Weiterentwicklung der Wirtschafts- und Investitionszusammenarbeit der beiden Länder", warnt der Botschafter.

Unter Hinweis auf die vom Bundeswirtschaftsministerium vorerst gestoppte Übernahme des deutschen Chip-Herstellers Aixtron durch ein chinesisches Unternehmen und die daraus entstandene Debatte, zeigt sich Shi Mingde "besorgt". "Deutschland sendet derzeit die falschen Signale nach China und an die Außenwelt. Außerhalb Deutschlands fragt man sich, ob hier der Handelsprotektionismus dabei ist, sein Haupt zu heben", schreibt er.

Keinen Zweifel lässt der Botschafter auch daran, dass sich Peking vom Verhalten der Bundesregierung gegenüber chinesischen Investoren düpiert fühlt: "Zwischen China und Deutschland besteht eine `umfassende strategische Partnerschaft`. Deshalb sollten beide Seiten ihre Probleme mittels Konsultationen und Gesprächen lösen und nicht ohne vorherige Gespräche mit der anderen Seite einseitig vollendete Tatsachen schaffen oder einseitig Maßnahmen ergreifen. So sollte man einen Partner nicht behandeln. Wir hoffen auch, dass die Kooperationen beider Länder von ihren Regierungen und ihren Unternehmen entschieden werden, andere politische Faktoren oder Interventionen von dritter Seite sollten hier nicht mit hereinspielen."

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Derzeit hält sich Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel in Peking auf, um die chinesische Regierung zu einer stärkeren Öffnung ihres Marktes für ausländische Investoren zu bringen.

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3 Kommentare

  1. …….Deutschland sendet derzeit die falschen Signale nach China…… Hier irrt sich der chinesische Botschafter – richtig ist: die USA senden derzeit die falschen Signale nach China, allerdings über die deutschen Arschkriecher (siehe FS Gabriel).

  2. "Probleme mittels Gesprächen lösen" statt im Alleingang "vollendete Tatsachen zu schaffen".

    Da hat er Recht, der Botschafter aber leider haben wir seit vielen Jahren eine Verwaltung (Regierung kann man das nicht mehr nennen, da sie keine Verantwortung trägt), die ihre Macht missbraucht, um im Alleingang verheerende Tatsachen zu schaffen. Immerhin scheinen sie ihn noch empfangen zu haben. Im Iran hat das nicht mehr geklappt.

  3. Diplomatensprech!

    Mögen die Chinesen ja Vieles sein, aber dumm sind Sie mit Sicherheit nicht! Deshalb wird dem Herrn Botschafter mit Sicherheit nicht entgangen sein, dass sich sein Land im Wirtschaftskrieg mit der Corporation befindet!
    Im Zuge seiner Arbeit wird der Herr Botschafter warscheinlich auch schon etwas von Ceta, Titip und Tisa gehört haben.
    Ich kenne diese Verträge zwar nur zu einem sehr geringenTeil, aber ich könnte mich nicht daran erinnern, dort etwas über Plünderungserleichterungen für China gelesen zu haben.

    Diese betreffen ausschließlich die Corporation als Eigentümer und die Völker der EU (vornehmlich die BRD) als die Weihnachtsgänse! Deshalb hat Groß Britannien nun auch die Geflügelzucht EU verlassen, damit nicht das was Sie hier angerichtet haben, auch auf Sie zurück schlägt!

    Hier gibt es für China nichts zu holen Herr Botschafter – Obwohl ich ihren Wunsch nachvollziehen kann da es kein anderes Land auf der Welt gibt, dass so gerne bezahlt wie Deutschland! Nur wurde der Kuchen hier leider schon verteilt!

    Jetzt muß man das nur noch den Betroffenen auch irgend wie begreiflich machen, weil Die ja auf Grund ihrers Naturells und ihres jahrzehnte andauernden Dressur Akts etwas schwer von Begriff sind.

    Und das macht man am Besten mit totalitärem und diktatorischem Vorgehen!

    Denn Wir schaffen das!!!

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