AcTVism präsentiert Snowden in München: „Die Mainstreammedien ignorieren uns“

Am 15. Januar 2017 veranstaltet das gemeinnützige Onlinemedium acTVism Munich im Muffatwerk München eine Konferenz mit Edward Snowden, Jürgen Todenhöfer, Jeremy Scahill, Richard Wolff, Paul Jay und Srecko Horvat. Unter dem Titel "Freiheit & Demokratie – Globale Themen im Kontext" sprechen die Gäste über westliche Außenpolitik, Überwachung und Medien. RT Deutsch sprach mit dem Veranstalter Zain Raza.

Via RT Deutsch

Herr Raza, Sie laden für den 15. Januar 2017 zusammen mit ihrem Verein acTVism Munich e.V. zu einer hochrangig besetzten Veranstaltung ein. Unter anderem wird Edward Snowden live zugeschaltet. Welche Motivation steht hinter ihrem Engagement?

Unser Hauptantrieb ist es, Menschen weltweit zu informieren, Zusammenhänge zu analysieren, legitime Kritik zu äußern und Lösungswege aufzuzeigen. Weitere Herausforderungen, wie Umweltprobleme, Armut, Krisen und Kriege, stehen schon vor der Tür. Wir halten es deshalb für wichtig, eine Veranstaltung zu organisieren, bei der die Wurzeln der Probleme unseres Systems benannt werden und Menschen motiviert werden, sich für sinnvolle Veränderungen einzustehen.

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AcTVism Munich basiert also auf ehrenamtlicher Arbeit. Dennoch wünschen Sie sich wahrscheinlich, von den etablierten Medien beachtet zu werden. Dass die Gäste, die sie für den 15. Januar eingeladen haben, gesellschaftlich relevante Themen behandeln, steht fest. Haben viele Mainstreammedien auf Ihre Pressemitteilungen reagiert und angekündigt, Reporter zu schicken?

Seit Jahren versuchen wir, unsere Inhalte auf größeren Medienplattformen zu verbreiten. Wir schreiben die etablierten Medien ständig an, erhalten aber keine Antwort. Auch wenn wir Inhalte von renommierten Experten wie Noam Chomsky, Edward Snowden, Jürgen Todenhöfer, Heiner Flassbeck, Yanis Varoufakis, Glenn Greenwald oder dem ehemaligen technischen Direktor der NSA William Binnie sowie dem ehemaligen CIA-Analysten Ray McGovern bringen und nach Unterstützung bei der Veröffentlichung anfragen, bekommen wir leider keine Antwort.

Interesse an unserer Veranstaltung am 15. Januar 2017 zeigen bisher nur lokale Radiosender wie Radio Lora und Medienportale wie RT Deutsch, Kontext TV, die NachDenkSeiten und Weltnetz TV.

Wie erklären Sie sich diese Reaktion?

Da wir keine Antwort erhalten, kennen wir den genauen Grund nicht. Unser gemeinnütziges Medienportal baut auf Aktivismus und Medienkritik auf. Wir vermuten, dass der Informationsfluss durch die etablierten Medien kontrolliert und manipuliert wird. Sie haben keine Pflicht zur Rechenschaft oder Transparenz, befinden sich im Wettbewerb und dienen in erster Linie den Vorstellungen ihrer Eigentümer.

Sollte ein Medienportal investigativen Journalismus betreiben und gegen die Interessen von Geldgebern verstoßen, dann könnte der Sponsor seine Werbung entfernen. Die Werbung ist also nicht nur eine Form der Subvention, sie dient auch als Kontrollmechanismus. Noam Chomsky nennt diese indirekte Einflussnahme „institutionelle Filter“.

Wenn ein Medienportal wie acTVism Munich e.V. ohne Einflussnahme durch den Staat oder von Konzernen, ohne Werbung und nur durch Spenden finanziert, transparent und verantwortungsvoll arbeitend, an Zulauf gewinnt, dann fühlen sich die etablierten Medien bedroht. Wir bieten ein alternatives Modell an. Wieso GEZ zahlen, wenn wir Informationen frei zugänglich zur Verfügung stellen? Unser Modell ist unserer Meinung nach eine Bedrohung ihrer Darstellung der Wirklichkeit.

Kurz zusammengefasst: Was haben Besucher von dem Event zu erwarten? Welche Themen werden behandelt und warum lohnt es sich vor Ort dabei zu sein, anstatt nur den Livestream der Veranstaltung im Internet zu verfolgen?

Die Experten auf unserer Veranstaltung haben ihr Leben riskiert, um die Öffentlichkeit zu informieren. Leute wie Edward Snowden, Jürgen Todenhöfer oder Jeremy Scahill unterscheiden sich von den üblichen „Terrorexperten“, die immer wieder in den Leitmedien erscheinen und noch nie in einem Geheimdienst gearbeitet oder sich in Kriegsgebieten außerhalb der Pressezonen bewegt haben und sich auch nicht für die andere Seite, jene der Opfer, interessieren oder aus deren Blickwinkel berichten.

Bei unserer Veranstaltung wird es um Bürgerrechte und Massenüberwachung, um westliche Außenpolitik, die Rolle Deutschlands und der Rüstungskonzerne gehen. Wir wollen in diesem Zusammenhang auch über Medien, die Notwendigkeit unabhängiger Medien, politischem Aktivismus und Freiheit im ökonomischen System reden. Es lohnt sich auch vor Ort zu sein, da wir Infostände haben, man in Kontakt kommt und sich über Lösungsansätze austauschen kann. Man kann auch Fragen in einer Box hinterlegen, die dann den Experten gestellt werden.

Unsere Redaktion wird auch vor Ort sein und Fragen zu unserem Verein beantworten. Außerdem ist es in diesen Zeiten eine seltene Gelegenheit, live mit Edward Snowden verbunden zu sein, da seine Arbeit durch die Massenmedien weitgehend ignoriert und eine Zusammenarbeit mit ihm durch die Regierung verhindert wird.

Gibt es überhaupt noch Karten?

Es gibt noch zirka 60 bis 70 Karten. Insgesamt standen 650 Karten zur Verfügung. Sollte die Veranstaltung ausverkauft sein, wovon wir ausgehen, dann werden wir wahrscheinlich Public Viewing in einer Nebenhalle anbieten. Außerdem bieten wir einen Live-Stream auf unserer Seite www.acTVism.org an und veröffentlichen die Veranstaltung auf Deutsch synchronisiert mit Untertiteln, vielleicht auch auf Griechisch und Russisch, auf unserem YouTube-Kanal im Internet an. Da wir ein ehrenamtliches Medienportal sind, könnte die Übersetzung allerdings ein wenig Zeit benötigen – aber es wird definitiv gemacht.

Welche Wege gibt es, die Arbeit von AcTVism Munich zu unterstützen? Was ist in Zukunft von Ihnen zu erwarten?

Man kann uns in vielerlei Hinsicht unterstützen. Wir freuen uns besonders über Spenden, die es uns ermöglich, besseres Equipment einzusetzen und kostenintensive Projekte zu realisieren. Außerdem verfügen wir zurzeit nur über ein provisorisches Büro und arbeiten viel mit Online-Tools.

Wir wollen mittels Spenden ein ständiges Büro eröffnen, um unsere Arbeitseffizienz zu verbessern und Dokumentarprojekte sowie weitere Veranstaltungen planen zu können. Aber auch Sachspenden sind willkommen. Eine Mitgliedschaft, ob als aktives Mitglied mit entsprechender Expertise oder als Fördermitglied, ist ebenfalls möglich. Die Fördermitgliedschaft in unserem Verein beträgt 10 Euro im Monat. Zu guter Letzt kann man uns auch auf sozialen Medien unterstützen in dem man regelmäßig unsere Inhalte verfolgt und teilt, um Menschen weltweit zu informieren und zu inspirieren.

Dieser Artikel erschien zuerst auf RT Deutsch und wurde im Rahmen einer Contentpartnerschaft übernommen.

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5 Kommentare

  1. Einige Namen der dort gepushten Prominenten sind mir reichlich suspect. Irgendwie typisch für Events, mit denen RT deutsch verbunden ist. Für mich nicht interessant.

    1. Die dort auftretenden 'Prominenten' gehören allesamt dem linken Lager an und sind in meinen Augen mehr als suspekt. 

      Allen voran der Todenhöfer, ein notorischer Islam-Verharmloser (Schuld sind immer nur die Weißen), Richard Wollf ist ein bekennender Marxist und über Paul Jay schreibt Gilad Atzmon:

      Jay is a coward and must have realised that he doesn’t stand a chance of countering my ideas in front of a camera, not even in his own studio.

      I define Jewish Power as the power to divert the attention from Jewish Power and Paul Jay clearly engages in just such an endeavour.

      http://www.gilad.co.uk/writings/paul-jay-portrait-of-an-anti-zionist-zionist.html

      Also, was soll diese Veranstaltung bringen, außer dass sie ihre verschrobene, linke Weltsicht unters Publikum verbreiten.

  2. Wenn sich die Menschen vom Mainstream abwenden, dann ist irgendwann der Mainstream kein Mainstream mehr, sondern nur noch ein Nebenfluss also denglisch tributary stream oder auch subsidary stream und irgendwann aufgrund einer schmutzigen Last, die dieser Nebenstrom mit sich schleppt nur noch ein flache reine Schlammrinne. In der sich nur noch die wirklich letzten überzeugten Wildschweine suhlen und andere noch dreckig machen wollen.

    Spiel nicht mit den Schmuddelkindern, sollten wir uns zu Herzen nehmen.

    Wenn es nicht so wäre, dann hätten diejenigen nicht die Notwendigkeit so aggressiv zu sein und wie einige Magazine zahlreiche Qualitätsjournalisten freizusetzen.

    Dem Spiegel fehlt in seiner aroganten Haltung die Selbstreflektion und je häufiger sich dieser Erbenprofiteur des ehemaligen Nachrichtenmagazins hochmütig in 4 gegen Willi Talkshows des Zwangszahlfernsehens mit seiner Weltsicht zeigt, desto mehr wünscht man ihm, daß er in der Lage wäre selbst einen Spiegel sich einmal vorzuhalten und zwar einen ehrlichen und keinen rosa-roten seiner Redaktion. Weil das aber nicht passiert freuen wir uns über jedes einzelne Büro, daß in dem Gebäude frei wird. Vielleicht könnte man dort auch Menschen aus Turnhallen einquartieren. Dan könnten die Kinder wieder Sport machen und zwar nciht nur auf dem Flur.

    Heute beschloss die Bundesregierung doch dei Enteignung von Betrieben, gilt das auch für Medienkriege in dem wir uns nach Einschätzung von Hillary Clinton offiziell befinden?

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