Vizepräsidentin von Panama: „Panama ist kein Steuerparadies“

Panama habe viel unternommen und wird auch weiterhin Abkommen schließen, um Steuerhinterziehung und Geldwäsche zu bekämpfen. Keinesfalls ist Panama ein Steuerparadies, sagte die Vizepräsident von Panama. Die Wirtschaft sei breit aufgestellt, der Finanzsektor ist mit 10 Prozent auch nicht sonderlich groß.

Von Redaktion/dts

Die Vizepräsidentin von Panama betrachtet ihr Land trotz der Veröffentlichungen der Panama Papers nicht als Steuerparadies: "Panama ist kein Steuerparadies", sagte Isabel de Saint Malo der "Welt". "Bei den Panama Papers ging es doch nicht in erster Linie um das Land Panama", erläuterte sie weiter. "Die Veröffentlichungen haben ein Schlaglicht geworfen auf ein großes globales Problem, und das war auch dringend nötig." Offshoring sei de facto eine weltweite Angelegenheit, und jedes Land müsse seinen Teil dazu beitragen, diese Situation zu lösen.

"Panama natürlich auch, aber wir haben das auch schon getan." Die Politikerin des mittelamerikanischen Landes sieht Panama inzwischen auf einem guten Weg im Kampf gegen Steuerhinterziehung und Geldwäsche. "Wir bemühen uns, ohnehin geplante Maßnahmen noch schneller umzusetzen", sagte sie. Mit Japan und Vietnam habe ihr Land bereits ein Abkommen zum automatischen Informationsaustausch verhandelt und unterzeichnet. "Auch mit Deutschland sind wir in der letzten Phase der Verhandlungen." Außerdem habe man über die OECD Interesse bekundet, das multilaterale Übereinkommen über die gegenseitige Amtshilfe in Steuersachen zu unterzeichnen.

Wirtschaftliche Auswirkungen auf ihr Land hätten die Panama Papers nicht nach sich gezogen, so de Saint Malo weiter. "Unsere Wirtschaft ist sehr breit aufgestellt." Die Logistikbranche, zu der auch der Kanal und unser Hafensystem gehörten, machten etwa 30 Prozent unserer Wirtschaft aus. Der Finanzsektor nur etwa zehn Prozent.

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Zum Rücktritt zweier Mitglieder einer siebenköpfigen Expertenkommission, die Vorschläge zu einer besseren Prävention von Steuerhinterziehung und Geldwäsche vorlegen soll, sagte die Politikerin: "Das war ein Missverständnis. Bevor sie zurücktraten, haben sie nicht mit der panamaischen Regierung gesprochen." Die Annahme der beiden, dass die Regierung den Report nicht veröffentlichen wolle, stimme nicht. "Im Dekret des Kabinetts zur Bildung des Komitees steht lediglich, dass die Regierung den Bericht zunächst überprüft, bevor er veröffentlicht wird." Zwei der Experten – darunter der Nobelpreisträger Joseph E. Stiglitz – waren zurückgetreten, weil sie fürchteten, dass der Report nicht transparent genug sei.

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2 Kommentare

  1. … O.K,, Panama ist nicht die Quelle und Drehscheibe

    Also dann ist die Schweiz auch kein Steuerparadies,, wir Schweizer sind einfach nur Braf und Bescheiden… den wir können ja nix dafür hätten wir noch unseren BankgeheimnissKoglemenage und Gesetzgebung..

    …darum sind auch 80% der Rädereien durchkreuzen und befahren die Weltmeere unter der Flagge von Panama od Liberia..? Wo der Grösste-Weltgrösste-Volkswirtschaftsvermögen erwirtschafftet wird..!!

    Also.. dem sage ich Nur.. Blödsinn-Hoch-Unendlich!!

    Da wo Ilegales zu Legal umgewandelt wird,, nisten sich auch so genannte Treuhändler u. Fondsmanager ein!! Den dieser wird von denen Regiert u. Kontrolliert!!

    die Dummen sind immer die Bauern – nicht die Barrone!!

  2. Vizepräsidentin von Panama: „Panama ist kein Steuerparadies“

    ————-

    Ob Panama eine Geldwaschanlage ist, kann ich von hieraus schlecht beurteilen.

    Die ganze Aktion gegen Panama wurde von Soros/Rothschild & Konsorten losgetreten um einen lästigen Konkurrenten fertigzumachen, zumal der Konkurrent deutsche Wurzeln hat und die Pass-Amis dort nicht das Sagen haben.

    Tatsache aber ist, dass 'Wilmington' im schönen US-Bundesstaat Delaware eine allererste Addresse für anonyme Geldwäscher und Steuer-Verhinderer ist:

    USA- Besser als Panama (schreibt sogar die gnadenlos pro-amerikanische 'Zeit')

    Die Finanzminister wollen gegen Steueroasen vorgehen. Eine der größten ist bisher allerdings nicht im Fokus: Die USA.

    http://www.zeit.de/2016/17/steueroasen-usa-panama-papers-briefkastenfirma

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