Türkei: US-Diplomatenfamilien müssen Istanbul verlassen

Auf Anordnung der US-Regierung müssen die Familien der US-Diplomaten in Istanbul die Türkei verlassen. Grund dafür sind offiziell Sicherheitsbedenken.

Von Marco Maier

Offiziell gilt die "zunehmende Bedrohung durch terroristische Gruppen" als Grund für die Anordnung des US-Außenministeriums, dass sämtliche Familien von US-amerikanischen Diplomaten in Istanbul das Land verlassen müssen. Es gebe Informationen, wonach solche extremistische Gruppen US-Bürger in der türkischen Stadt angreifen wollen, hieß es seitens des Außenministeriums in Washington.

Allerdings könnte dies auch eine allgemeine Sicherheitsmaßnahme für die US-Bürger sein, zumal die politischen Spannungen zwischen Washington und Ankara weiterhin zunehmen und man seitens der islamisch-konservativen AKP-Regierung durchaus mit dem Gedanken spielt, die NATO zu verlassen und sich so aus dem US-Netzwerk auszuklinken. Denn eine NATO-Mitgliedschaft steht den neoosmanischen Zielen von Präsident Erdogan durchaus im Weg.

Erst am vergangenen Montag warnte das US-Außenministerium die eigenen Bürger vor einer Türkei-Reise, weil "einheimische und internationale Terrororganisationen" dort tätig seien. Insbesondere der vor allem von Kurden besiedelte Südosten wird als gefährliches Pflaster aufgeführt, zumal sich dort kurdische Milizen – insbesondere jener der als Terrororganisation verbotenenen kurdisch-separatistischen PKK – immer wieder Gefechte mit dem türkischen Militär liefern.

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16 Kommentare

  1. Reisende soll man nicht aufhalten, wenn sie eventuell aus der Nato austreten wollen. Ob nun Rumänien, Bulgarien oder Griechenland die neue Ost/Westgrenze darstellen ist unerheblich, denn die Türkei könnte sich dann mit ihrem Neo-Osmanischen Gedanken allein herumschlagen und den Nahen Osten befrieden. Da wären sie dann die nächsten Jahrzehnte damit beschäftigt und wir könnten uns dort zurückziehen und müßten uns auch keine Gedanken mehr über eine Aufnahme in die EU machen.

      1. Wenn ich mich richtig erinnere, wurde hier vor einiger Zeit schon darüber geschrieben, daß auch die Familien der hiesigen Besatzungssoldaten schon heim ins transatlantische Führerreich gerufen wurden.

  2. Ankara hatte einen Geistesblitz, – kommt ja nicht allzu oft vor !

    Mich würde wirklich mal interessieren, wie sich Egowahn das so vorgestellt hatte !?

    Glaubte er etwa, der westl. Hegemon würde in aller Seelenruhe zuschauen, wie er seine vermeintlichen Gebietsansprüche geltend macht, – wie er gegen jede "demokratische" Vorgabe verstößt und ganz nebenbei den Islam im Westen kultiviert und die US-Kolonie Deutschland aushöhlt und unterwandert, – wie er locker flockig mit dem Russen anbandelt ?

    Und hatte er tatsächlich damit gerechnet, dies alles werde nicht nur gebilligt, sondern auch noch unterstützt ?

    Wie blöd muss man sein um anzunehmen man könne mit den USraelen im Bett liegen, deren Feind dazu holen und 'nen flotten Dreier hinlegen ?

    Der Türke fährt aber nicht nur zweigleisig, nein, er fährt gleich dreigleisig, hat er doch auch Verträge mit der arabischen Welt, die etwas von ihm erwartet.

    Ich hab's immer schon gesagt, der Türke eignet sich nicht für's westl. diplomatische Parkett, die Spielregeln wird er nie begreifen. Die hat er immer schon mit der feinen türkischen Hinterlist verwechselt. Dachte er könne den Westen mit seiner Kindergartenpsychologie austricksen ….

    Einer von Gestern hat da keine Chance !

    1. @Mona Lisa

      Wer diese feine türkische Hinterlist in seinem beruflichen Leben dort vor Ort über Jahrzehnte erlebt hat, der kann ein Lied davon singen und glaubt nicht mehr daran, das diese Experiment in Europa fortgesetzt werden kann, denn die ticken völlig anders und das ist das eigentliche Problem.

      1. Na klar ! Wobei die gegenseitige türkische Hinterlist noch wesentlich moderater ist, als die gegen Ungläubige. Ich hab das hier auch erlebt : In's Gesicht so tun als ob und gedanklich überzeugt davon, dass Ungläubige Abfall sind.

        Also, die Türken, sind mir bisher das Unangenehmste was ich hier aus der islamischen Welt studieren durfte !

        Stellt euch nur mal vor : Ihr lebt Jahrzehntelang in der Türkei und bringt es fertig unter den Einheimischen zu leben obwohl ihr sie völlig ablehnt. Dann tut ihr ständig so, als würdet ihr euch "integrieren" obwohl euch die Menschen, deren Religion und das System zuwider sind.

        Das wär' für mich ein Unding, das könnte ich überhaupt nicht !

        Aber die Türken bringen das fertig – Allah sei Dank !

        Grottig ist das, einfach Grottig !

    2. Ob sie gezwungen sein werden Deutschland seine Souveränität wieder zurück zu geben?

      Ob die USA noch eines Tages gezwungen sein werden, etwas zu tun, von dem sie es nie für möglich gehalten haben, das sie es tun müssen, oder ob die USA die Drecksarbeit geschickt den Deutschen überlässt und der Deutsche schon wieder als Buuhman da steht.

       

  3. Naja bevor sie rausgeschmissen werden ist das schon ein vernünftiger Schritt. Ich glaube schon das die Türkei die Nato verlassen wird, man hat ja jetzt einen verlässlicheren Partner der nicht versucht hat zu putschen. Jetzt rappelts im Transatlantikzoo jetzt sitzen sie auf ihren Bäumen, hört ihr es…..uh uh uh.

  4. Bei unzüchtigen Partnern der USA fliegen schon einmal mehrere Bomben in die Luft oder begeht der IS einen Anschlag. Bevor sich die Türken bei ihnen Freunden bedanken können , ziehen diese Ihre Vertreter lieber ab. 

  5. Ich würde sagen, daß die Anglosachsen und die Türken sehr gut zusammenpassen. Sie haben fast idente Ziele, nämlich die Neokolonisation. Ein Zelebrieren alter Größe! Nur, niemand will sie. Und das ist die zweite Überseinstimmung!

      1. Stimmt auch! Bei der NATO gibt es nur das mit uns oder gegen uns! Allerdings ist die Türkei nach den USA die militärisch potenteste Macht der NATO. Neben der rein militärtechnischen Komponente spricht auch ihr starker Nationalismus für die Türken. Im Falle eines Krieges werden die, genau wie die Russen kämpfen wie die Teufel, während die Mehrheit der durchgegenderten Westeuropäer kaum für was anderers als den Latrinendienst zu gebrauchen ist!

        Machen wir uns nichts vor, ein Ausscheiden der Türkei aus der NATO, also ein offizielles, denn eigentlich ist das bereits geschehen, wird das amerikanische Angriffsbündnis massiv schwächen, denn von den 28 Mitgliedsstaaten sind vielleicht 6 militärisch irgendwie von Bedeutung (die Türkei eingeschlossen), den Rest kann man getrost vergessen!

      2. Das die NATO kein verlässlicher Bündnispartner ist, wurde nach dem Abschuss der russischen Maschine deutlich. Der erste Kommentar vom Sprecher des weissen Hauses lautete: "Das ist eine Angelegenheit zwischen der Türkei und Russland."

        Das er sagr "Wir untersuchen den genauen Vorhang" wäre ja wohl das mindeste was man von einem Verbündeten erwarten kann.

        Fazit: Wenn Russland angreift ist jeder auf sich gestellt und bei Putin stehen sicherlich ganz andere Länder oben auf der Liste, als die Türkei.

         

         

  6. Wenn Erdogan wirklich schlau und listig ist verläßt er die Nato, hat er doch so die Möglichkeit, eine Superschaukelpolitik zugunsten eines neu zu etanlierenden Osmanischen Reiches zu betreiben. Hinzu kommt der diabolische Oded Yinon Plan, dessen Zielerreichung  auch über und durch die NATO angedacht ist. Wie jede internationale Organisation ist auch die NATO einzig und allein landsmannschaftlich gegründet worden, damit eine Handvoll Supergehirne oder wie man es auch nennen mag, über die Welt zu regieren vermag.

  7. Die Amerikaner sorgen sich um ihre Landsleute. 

    Das ist richtig so. So muss das sein.

    Ich wünschte die Deutschen würden auch eine Reise-

    warnung für die Türkei heraus geben. Aber unsere Bürger

    lassen sie dort hin in Urlaub fahren. Unsere Politiker wollen

    die Türken nicht verärgern!

    Unsere Politiker haben noch nicht gelernt, dass die eigenen 

    Bürger vorgehen.

    Davon mal abgesehen, ich kann Landsleute, die in der Türkei

    Urlaub machen wirklich nicht verstehen.

    Dieses Jahr waren dorthin weniger gefahren, aber immer noch

    zuviele.

     

     

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