Spekulationen über Euro-Austritt Italiens stoßen in Rom auf Widerspruch

Italien wird weiterhin in der Eurozone bleiben. Das wollen auch die Italiener, unterstreichen die jüngsten Umfragen, sagt Gutgeld. Italien müsse nun strukturelle Reformen umsetzen, das werde aber nur gelingen, wenn der strikte Sparkurs beendet wird. Die ersten Erfolge seien bereits sichtbar. – Der Ökonom Stiglitz liegt hier wirklich falsch, müsste man meinen…

redaktion/dts

Spekulationen über einen möglichen Austritt Italiens aus der europäischen Währungsunion stoßen in Rom auf entschiedenen Widerspruch. "Die jüngsten Umfragen unterstreichen, dass die Mehrheit der Italiener den Euro behalten will", sagte Yoram Gutgeld, ein Parteikollege von Ministerpräsident Matteo Renzi, der "Welt". Er ist Parlamentsmitglied und gilt als enger Wirtschaftsberater des Premiers. Zwar räumt Gutgeld ein, dass Italien die vergangenen 20 Jahre nicht für strukturelle Reformen genutzt habe, um im Euro wettbewerbsfähig zu bleiben.

Doch das werde sich nun ändern. "Jetzt müssen wir die verlorene Zeit wieder aufholen", sagte Gutgeld. Die Bevölkerung habe inzwischen verstanden, dass ein "Weiter so" nicht funktioniere. "Die Italiener wollen Reformen", sagte er. Der Umbau werde aber nur gelingen, wenn der strikte Sparkurs beendet werde. "Wir müssen das Regelwerk in Europa anpassen. Einige Regeln haben zu Reformen geführt, andere haben eher nicht so gut funktioniert. Dazu gehören auch die starren Fiskalregeln."

Gutgeld widersprach dem Ökonomen Joseph Stiglitz, der mit einem Ausscheiden Italiens aus der Eurozone rechnet. Der US-Wirtschaftsnobelpreisträger hatte in dieser Woche in einem Interview mit der "Welt" erklärt, er glaube nicht, dass das Land künftig noch Teil des gemeinsamen europäischen Währungsraums sein werde. "Den Italienern wird gerade klar, dass Italien im Euro nicht funktioniert", so Stiglitz. Gutgeld betonte demgegenüber, dass Italien reformfähig sei. "Wir haben den Arbeitsmarkt bereits reformiert und jetzt mit das flexibelste und modernste Arbeitsmarktrecht in Europa."

Die ersten Erfolge seien bereits sichtbar. Es gebe drei Prozent mehr Arbeitsplätze im Privatsektor. Ein anderes großes Projekt sei der politische Entscheidungsprozess, der vereinfacht werden soll. "Das wird mit der Verfassungsreform kommen, über die die Italiener Anfang Dezember abstimmen." Gutgeld gibt sich sicher, dass Premier Renzi seine Landsleute überzeugen wird: "Das Referendum ist eine riesige Chance, das Land wieder in die Erfolgsspur zu bringen."

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14 Kommentare

  1. Die Italiener dürfen NOCH nicht austreten

    Jeder italienische Haushalt ist im Durchschnitt dreimal so wohlhabend wie ein deutscher Haushalt,

    Das heißt : Da gibt es noch viel zu holen.

    Bevor die Italiener nicht mindetens so ausgeplündert sind wie wir, heißt die Devise :

    "Keiner kommt hier lebend raus!"

  2. "Italien muesse  strukturelle bla, blablaaa umsetzen. Die erste Erfolge seien bereits sichbar, bla bla blaaa."  Wo denn???

    Wie oft habe ich das nun schon vernommen. Alles ein Krampf. Glaube nix mehr.

  3. ITA pariert dem Weg der Engländer,,
    aber eben ohne ITEXIT,, dafür EURIXIT

    – Erstmals der grösste Nettozahler u. Handelspartner weg,
    dann verlässt wohl einer mit grösseren BiP sinkenden Schiff,,

    – Wielange wird der unsinkbare Kolosträger die Stellung halten können..?
    ob mit/ohne 3Weltkrieg od Stellungskriegen im EU-Zentrum und EU-Hinterland

  4. Aber das Problem erledigt sich doch schon bald von selbst. Deutschlands Wirtschaft wird jetzt einen gnadenlosen Abgang erleben. Und damit ist der Zahlmeister am Ende. Und damit die EU und alle Schmarotzer seit zig Jahren. Also mir gefällt das. Besser, als wenn man weiter ausgesaugt wird.

  5. nicht nur die Italiener haben erkannt das Italien im Euro nicht funktioniert, die nächsten Wahlen werden es zeigen, dann ist nicht nur der ital.Premier Renzi weg vom Fenster, auch Merkel ,Hollande und Kern.

    Auch in Niederlande wird schon ein Referendum für einen Nexit nach dem Vorbild des Brexit Votums von der drittstärksten politischen Kraft im Lande erarbeitet.

    Sputnik: Nexit und Stopp der Sanktionen gegen Russland.

    Auch in NL macht sich der Unmut auf das EU Monster in Brüssel immer breiter , was Länder immer vorschreibt was sie zu tun und zulassen haben, wie beispielsweise die Sanktionen gegen Russland .

  6. Für Renzi ist das Schiff schon gesunken, das ital.Volk wird es bei den wahlen zeigen. Die Banken in Italien sind so gut wie Pleite,drei von den banken müssen die nächsten Wochen mit ca. 40 Milliarden gerettet werden, und dreimal dürft ihr raten vom wem !

    Nicht die Verantwortlichen -wie Gläübiger und Spekulanten nein, die dummen EU Steuerzahler sind wahrscheinlich wieder mal am Zuge …….

    Von Griechenland und Portugal will ich gar nicht erst schreiben – auch da sieht es nicht besser aus.

    1. @ Emma

      die Geldbörse nie offen herhalten,, zugreifer findet sich schneller als du es dir erahnst,,
      darum verschwindibus und leg dir bald möglichst einen blödsinn mehrere Keuschheitsgürtel an und Gelübte für Seelenfrieden damit das DURCHDRINGEN schmerzlos über dich ergehen zu lassen. 

      fliese, fliese hinweg – weg von der EUDORADO.. od.so..

  7. Na klar, Strukturreformen, Flexibilisierung des Arbeitsmarktes … blabla
    Das ewige "race to the bottom" – Spiel geht in die Verlängerung! Was nicht in GR, Pt, ES funktioniert hat, wird ganz bestimmt in IT funktionieren – is´ klar …
    IT müsste um ca. 30% intern abwerten, um gegenüber DE halbwegs gleich zu ziehen – ein absoluter Albtraum! Die Eurozone wird zerbrechen – ohne jeden Zweifel! Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass genau das gewollt ist, weil so dermaßen dämlich kann niemand sein, dass er als "Experte" immerzu gegen die absoluten Basics der VWL berät. Aber der Top-Ökonom ist ja eigentlich Wolle Schäuble, der immerzu erklärt, sparen ist immer gut – was kompletter und nachweislicher Unsinn ist. So wird eine ganze Generation gut ausgebildeter junger Menschen auf die Arbeitslosen-Halde geworfen! Ob sich Europa davon je wieder erholt? Ich glaube nicht! Aber ich hoffe es!!

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