Heute wird die Linkspartei nicht müde, offene Grenzen und die Aufnahme von Wirtschaftsflüchtlingen zu fordern. Doch in den 80er-Jahren nahm die DDR keine von ihnen auf, sondern schob sie umgehend in den Westen ab.

Von Marco Maier

Die Linkspartei, in der nicht wenige Ex-SED-Kader nach wie vor eine politische Heimat finden, geriert sich heute als jene Partei, die wohl neben den Grünen am lautesten nach einer umfangreichen Öffnung der Grenzen für Armuts- und Wirtschaftsflüchtlinge aus aller Herren Länder plädiert und auch keine Scheu davor zeigt, den letzten Rest des deutschen Sozialstaats den Neuankömmlingen zu opfern. Doch angesichts der historischen Tatsachen aus der Zeit der letzten Jahre der DDR, wirkt deren Verhalten doch auch heuchlerisch.

Denn in den 1980ern flogen die Iljuschins und Tupolews der DDR-Fluggesellschaft "Interflug" Zehntausende an Armuts- und Wirtschaftsflüchtlinge aus der ganzen Welt nach Ost-Berlin ein, von wo aus sie durch die SED-Führung direkt nach West-Berlin abgeschoben wurden. Im real existierenden Sozialismus war kein Platz für diese Menschen, weshalb die Deutsche Demokratische Republik auch nicht dem Flüchtlingsabkommen der UNO beigetreten war.

So berichtete damals der "Spiegel", dass die Asylbewerber beim DDR-Bahnhof Friedrichstraße einfach nur über die Grenzsperre kommen mussten und dann ungehindert mit U- und S-Bahn die Berliner Mauer passieren konnten. Denn nach diesem Grenzbahnhof hielten die Züge erst wieder im Westteil der Stadt. Doch dort "prüft selten jemand die Ausweise, schließlich haben die Einreisenden nach Bonner und alliierter Auffassung nur die Demarkationslinie, nicht aber eine völkerrechtlich anerkannte Grenze überschritten.", so der "Spiegel" damals.

Weiters berichtete das Magazin damals, in einem völlig anderen Tonfall als heute im Zuge der Migrationskrise: "Von den 73832 Asylbewerbern des vergangenen Jahres nahmen 60,8 Prozent diesen Weg. Etwa die Hälfte davon stellte den Antrag in West-Berlin direkt. Im ersten Halbjahr 1986 nutzten 53,9 Prozent der 42268 Immigranten die Schleuse über Schönefeld. Das liegt alles noch weit unter den fast 108000 Asylbewerbern von 1980, dem bisherigen Rekordjahr der Einwanderungswelle."

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Sogar Wolfgang Schäuble, der heute die Migrationspolitik Merkels ohne aufzumurren deckt, warnte damals als Kanzleramtsminister, dass die deutsch-deutschen Beziehungen "in Gefahr" seien und forderte Unisono mit dem CSU-Chef Franz Josef Strauß eine Verschärfung des Asylrechts. In der DDR hingegen ließ man sich dann durch eine Erhöhung des zinslosen Überziehungskredits "kaufen" und sagte zumindest zu, die Tamilen – damals eines der größten "Flüchtlingskontingente" auzunehmen. Zudem würde man "Bürger einer Reihe von Staaten" nur mit Sichtvermerk im Pass in den Westen lassen. Allerdings mit der Ausnahme West-Berlins, welches "unter Besatzungsrecht" stehe und deshalb nicht Bestandteil der Bundesrepublik sei.

Weiters berichtete der Spiegel damals, dass die "Interflug" beispielsweise im afrikanischen Staat Ghana mit dem Hinweis auf einen "komfortablen" Transit nach West-Berlin für Asylanten-Transporte warb. Und: "West-Berliner Stichproben ergaben vergangene Woche, daß DDR-Paßbeamte in Schönefeld sogar gefälschte Transit-Visa, von Schlepper-Organisationen in der Türkei ausgestellt, anstandslos gegen echte umtauschten.", so der Spiegel weiter.

Angesichts dieser Scheinheiligkeit der Sozialisten darf man sich durchaus die Frage stellen, ob diese überhaupt das Recht dazu haben, Forderungen nach einer restriktiveren Asylpolitik zu kritisieren. Immerhin wollte die DDR selbst ja auch keine Armuts- und Wirtschaftsflüchtlinge aufnehmen, sondern diese zur Selbstbereicherung (Interflug verdiente wohl nicht schlecht daran und auch der Westen zahlte für eine Reduktion) als Transitland einfach nur auf die andere Seite des "antifaschistischen Schutzwalls" weiterleiten und so wahrscheinlich auch eine innenpolitische Destabilisierung der Bundesrepublik erreichen. Und während der Westen Deutschlands also mit Asylanten "geflutet" werden sollte, blieb der Osten weitestgehend "arisch rein".

Den damaligen Spiegel-Artikel finden Sie hier.

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13 thoughts on “Sozialistische Scheinheiligkeit: Als die DDR Asylbewerber einfach in den Westen abschob…”

  1. Ist interessant zu sehen wie sich sukzessiv der Wind in den öffentliche Medien dreht. Bisher dachte ich dass das alles "Clubintern" abgesprochen und rational, gegen jeden Widerstand, abgearbeitet wird. Nun zeigt sich mehr und mehr dass das dann wohl doch nich der Fall ist und die angeblich so straff durchorganisierte Elite gar nich so Elitär und ohne Plan is und die Entwicklung erst jetzt beginnt ab bzw. ein zu schätzen.

     

  2. Siehe da !

    Oder auch nicht, die Migrationswaffe gegen uns ist uns also geläufig !

    Wisst ihr was ? Ich hab null Bock auch nur noch einen Finger zu rühren, der Steuern einfährt, mit denen unser Untergang finanziert wird. Am liebsten würd ich auch nix mehr kaufen und die MwSt. latzen, warum gehen wir nicht klaufen, wie die Bereicherer ?! Die bereichern sich auf unsre Kosten und dafür bekommen wir den fucking Koran, die Fresse voll und die Mädels dürfen die Beine spreizen ! Ich glaub ich steh im Wald !

    Scheiß Laden ! Am besten wir hauen auch ab und nach uns die Sintflut !

    Putin, wenn du eine schickst, dann aber ne richtig fette …. nach uns soll keiner mehr davon was haben ! Mann, hab ich ein Prass ……….

  3. Die Linken freuen sich doch, wenn alles finanziell am Boden liegt und so lange kann das gar nicht dauern, wenn es so weiter geht. Die werden dann sagen, seht ihr euer System ist auch nicht besser, als es unseres war, auch dem Unterang geweiht. Man kann wirklich nicht verstehen, dass die Altwessis sich das gefallen lassen von Linken regiert zu werden. Honeckers werden noch im Grab Beifall klatschen, dass es ihre Leute geschafft haben.

  4. Ach Gottchen, die Vergesslichen.

    Wir erinnern uns alle noch daran, wie lange „Die Linke“ gedisst worden ist. Niemand wollte sie haben, die Heimatpartei von SED-Chef Erich Honecker. Nach vielen Namensänderungen hieß die Vorgängerpartei der PDS dann „Die Linke“. Heute ist Erichs Partei in Helldeutschland salonfähig (z.B. Ideen von Rotrotgrün).

    Analog des Buchstabentausches von SED zu PDS müsste AFD zunächst EDA heißen, bevor über die Metamorphose mittels des Namens „Die Mitte“ dann die Bürgerakzeptanz zum Eingießen von teurem Sekt (kein Krimsekt!) in edle Gläser des Bundestages gegeben wäre. Immerhin hat man eine Vorlage. Denn was diese LINKEN Diktatorsposse können, kann jeder.

  5. Kann ich auch nicht verstehen, weshalb die Linke alle Asylanten in Deutschland haben will. Als "Laie" sollte man ja vermuten, dass sie den Überfall arabischer Banditen, gesponsort durch Katar, Saudiarabien, Türkei, USA,GB und FR, auf Syrien scharf geißelt. Und jene zum Aufbau der zerstörten Städte / Einrichtungen auffordert, bzw. die Kosten dafür zu tragen. Dazu werden kritische Geister innerparteilich an den Rand gedrängt, und Armleuchter bestimmen die Richtung.  Vermutlich begreift man die verquere Logik nur nach 3 Jahren Parteilehrjahr. Offensichtlich sind deren Verluste bei Wahlen noch zu gering. Hatte die früher mal als eine Komponente des Protestes gesehen, war wohl ein Irrtum.

  6. @ Susan 22:06

    Meine Zustimmung. Verstehe auch die Redaktion von Contra Magazin nicht, die das nicht einstellen und solche niveaulosen Kommentare zulassen. Da muss die Red. besser hinschauen.

  7. Man kann die damalige SED-Führung mit den heutigen Linken nicht vergleichen. Damals war man konsequent und hat keine ausländischen Störpotentiale zugelassen. Ausländische Arbeiter haben immer zu Konflikten und Problemen (Kriminalität) geführt, ausgenommen die Vietnamesen. Man hat so wie es sein sollte auf die funktionierende Familie und verstärkten Wohnungsbau gesetzt und die Grenzen zuverlässig geschützt. Da hätte es eine Flüchtlingsapokalypse wie heute nie gegeben.

  8. Die sind das V- Zeug wenigstens losgeworden.Zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

    Oder anders gesagt: Dem Gegner noch einen reingewürgt. So doof waren die auch nicht. Die wussten was sich da an Pack sammelt. Warum also nicht an den erklärten Feind weiterreichen. Der konnte sich dann über seine Menschenfreundlichkeit beeumeln und die Konseuenzen selber tragen. Eine geniale Lösung würde ich sagen.

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