Insgesamt mehr als 3.500 Tonnen an Kerosin wurden von Flugzeugen in den letzten Jahren über deutschem Staatsgebiet abgelassen. Es ist aber unklar, wie viel davon auch den Boden erreichte.

Von Redaktion/dts

Zivile und militärische Flugzeuge haben seit 2010 mehr als 3.500 Tonnen Kerosin über deutschem Boden abgelassen. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hervor, über die die Zeitungen der Funke-Mediengruppe berichten.

Pro Jahr habe es in diesem Zeitraum durchschnittlich 22 Fälle gegeben, davon drei bis vier durch Militärluftfahrzeuge. Das Ablassen von Treibstoff, das sogenannte Fuel Dumping, ist ein Notverfahren, um eine sichere Kontrolle und Landung des Flugzeugs zu ermöglichen. Unklar ist, wie viel Prozent des Kerosins den Boden erreichen und welche Situationen jeweils zum Kerosin-Ablassen geführt haben. Laut Bundesregierung wird bei dem Schnellablass das Kerosin mit Hochleistungspumpen in kleinste Tröpfchen verwirbelt und von den Turbulenzen hinter dem Flugzeug zu einem feinen Nebel verteilt.

Weiter heißt es, dass rechnerisch circa acht Prozent der insgesamt abgelassenen Treibstoffmenge den Erdboden erreiche – allerdings bei einer Mindestflughöhe von 1.500 Metern, bei Windstille und einer Bodentemperatur von 15 Grad Celsius. Der Grünen-Abgeordnete Markus Tressel fordert von der Regierung, künftig auch die Gründe für den Treibstoffablass zu erfassen und die heutigen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt umfassend zu erforschen. "Wir brauchen in diesem Bereich eine verlässliche und aktuelle Datengrundlage." Weiter sagte Tressel, die Bundesregierung vermittle mit ihrer Antwort, dass sie zumindest mit einem Auge wegschaue.

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10 thoughts on “Seit 2010 mehr als 3.500 Tonnen Kerosin über Deutschland abgelassen”

  1. Die Bundesregierung schaut mit einigen Augen weg…..ab 2030 sollen keine Benzin- und Diesel Autos mehr zugelassen werden !

    Vielleicht sollten wir schon mal über Pferde-oder Kamelzucht nachdenken…….

    1. Ich habe jemanden im Bekanntenkreis, deren Bauernhof nahe einem Flughafen (MUC) weder Äpfel, noch Getreide, oder Gemüse noch verkaufen kann, weil bei fast jedem Landeanflug Kerosin abgelassen werden muß, was sich an den angebauten Produkten niederschlägt.

      Das anzuzweifeln wäre reiner Sarkasmus.Denn leugnen kann man das nicht. Schadenersatz wird nicht bezahlt.

  2. Es ist doch völlig gleichgültig, wieviel Prozent des Kerosins den Boden erreicht haben. Durch die "Vernebelung" bleibt der Rest kurzzeitig in der Luft. Da die Dämpfe aber schwerer als diese sind, erreicht er bald den bodennahen Raum. Es lebe der Umweltschutz!!!

  3. Ist das nicht Umweltsverschmutzung und daher gegen das Gesetz, und ist das nicht auch eine Gesundheitsgefaehrdung der Menschen. Das Zeug ist ja nicht gerade gesund. Wieso ist das ueberhaupt erlaubt? Wusste gar nicht dass es erlaubt ist Kerosin ueber die Koepfe der Menschen auszuschuetten.

    Versucht mal selbst einen Kanister Benzin oder aehnliches irgendwohin auszuschuetten in einen Bach oder auf einem oeffentlichen Platz, einfach so ausleeren. Mal sehen wie schnell und wieviele Polizisten herbeieilen und einen sofort hops nehmen. Und will gar nicht wissen wieviel Strafe man dann zahlen muesste. Bei den Schwachen bedienen sie sich ja immer gern und reichlich.

    Ach uebrigens zahlen die Fluggesellschaften dann eigentlich Strafen wenn sie einem auf diese Weise die Gesundheit und die Umwelt schaedigen? Es muesste nur mal Einer diese Figuren auf Millionen verklagen, dann hoert das auf.

    Ach und welche Notsituationen denn? Von diesen Notsituationen wurde aber gar nichts berichtet. Dachte immer das Fliegen waere sooo sicher, und jetzt kommt raus dass es allein ueber Deutschland 22 (!!) Notfaelle pro Jahr gab die wohl so ein Ablassen erforderten. Interessant! Scheint dass das Fliegen wohl doch nicht so sicher ist. Ahnte schon immer dass das eine fette Luege war.

  4. In keiner Publikation habe je eine Mitteilung gefunden, ob recherchiert wurde bzw zugegeben wurde, was das Militär an immensen Umweltschäden (Militärfahrzeuge, Panzer) verursacht. Die Umwelt retten und Preise zu verteilen ist sicher klug, aber das Militär ist bestimmt ein größerer Verursacher von Umweltschäden. Warum wird das verschwiegen. Haben die Grünen das Thema aufgegriffen?

    1. 2030– und dann Panzer, Lkw, gepanzerte Manschaftswagen usw. mit Elektroantrieb. 20 km vorwärts und 10 Stunden nachladen. Hai, das wird lustig!! Da brauchen die "Friedenstreiber" nicht 5 Monate bis vor Moskau, sondern etwa 10 Jahre! das ist dann kein Krieg mehr sondern "Sommerfrische"!!

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