Putins Türkeibesuch: Differenzen zu Syrien müssen geklärt werden

Am 10. Oktober wird Russlands Präsident, Wladimir Putin, seinen türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan in Istanbul treffen. Der Syrien-Konflikt steht ganz oben auf der Agenda. Kommt die Stunde der Wahrheit?

Von Marco Maier

Auch wenn es in der letzten Zeit, seit dem Putschversuch in der Türkei, wieder eine Annäherung zwischen Moskau und Ankara gibt, so bestehen zwischen beiden Ländern immer noch große Differenzen hinsichtlich des Syrien-Konflikts. Auch muss sich Putin fragen, wie sehr die Türkei, die nach wie vor Mitglied der NATO bleiben will und in Syrien eine interventionistische Politik betreibt welche völlig konträr zu den russischen Vorstellungen steht, überhaupt als Partner infrage kommt.

Putin und Erdogan werden am kommenden Montag die Fronten klären müssen. Die Linie Moskaus ist klar: Syrien muss als Staat im Gesamten bestehen bleiben, islamistische Terrorgruppen werden gnadenlos bekämpft und ein von außen gelenkter Regime-Change wird prinzipiell abgelehnt. Ankara hingegen betreibt eine Politik der Balkanisierung Syriens, unterstützt dschihadistische Milizen und ist einem Sturz von Präsident Assad grundsätzlich nicht abgeneigt. Auch in Sachen Krim unterstützt Erdogan die nationalistische Regierung in Kiew. Denn die Türken sehen sich als Schutzmacht der muslimischen Krimtataren und misstrauen den Russen hierbei vor allem aus historischer Sicht.

Der Versuch Moskaus, neue Verbündete zu finden und die internationale Position der USA zu schwächen, indem man (im Gegensatz zu den USA, die zu Korruption, Regime-Changes und Erpressung greifen) mittels diplomatischem Geschick auf bisherige US-Alliierte einwirkt, entpuppt sich zumindest im Falle der Türkei wohl als Eigentor. Erdogan ist offenbar ein guter Spieler, der sich mit der Scheinannäherung an Moskau einerseits plötzlich enorme Bemühungen zur Reparatur der bilateralen Beziehungen in Washington erspielte und gleichzeitig das durchziehen konnte, was er eigentlich schon lange machen wollte: Eine Invasion in Syrien. Wie man sah, wurde dieses Manöver bis auf ein paar kritische mediale Stimmen sowohl von Washington als auch von Moskau toleriert.

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Am Montag sollte also die Stunde der Wahrheit kommen und es sich zeigen, ob die bisherigen politischen Gesten Ankaras in Richtung Moskau auch wirklich ernstgemeint waren, oder ob man einfach nur ein hinterhältiges doppeltes Spiel spielte, die "Ungläubigen" belog und sich damit jene geopolitischen Vorteile erkaufte, die zur heutigen Lage in Syrien führten. Vor allem jedoch muss Putin gegebenenfalls zeigen, dass er seine Gutmütigkeit nicht ausnützen lässt und seinen Versuch zur Normalisierung der Beziehungen eben auch wieder aufgeben kann. Dann werden die türkischen Truppen in Nordsyrien eben zukünftig Gefahr laufen, gemeinsam mit den Dschihadisten und Terroristen (mit denen sie sich verbrüdert haben) weggebombt zu werden.

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8 Kommentare

  1. Türken sind Schwanzlutscher und sonst nichts!! Haben nichts zu suchen im Irak, Syrien oder sonstwo!! Irak bleibt irakisch!! Syrien bleibt syrisch!! Kurdistan bleibt kurdisch!! Kosovo bleibt serbisch!! Griechenland bleibt griechisch!! Usw.!!! 

    1. @ Grille

      Bist wohl ein IS Ableger oder soo..

      Die Türken machen das mit bravur,, es ist Ihr Hinterland zu dem Grenzsicherungsmassnahmen ergreifen..

      Die Türken haben verpflichtungen gegen über die Menschen in Irak und Syrien auch gegen über der EU..

      Wenn die Amis Mossul und Raqqua einnehmen,, so muss dieses Land alleine 5mio. weitere Flüchtlinge aufnehmen und Sie humanitär versorgen..

       

      1. @ Wahrheitssager

        Der IS und auch AL-Nusra werden von der Türkei finanziert, unterstützt, bewaffnet und rekrutiert!! Ohne die Türkei gäbe es längst keinen Ärger mehr!! Und übrigens behalt deine linke Propaganda bitte für dich!! 

    1. Den Russen gehts um Rückkendeckung und Rückzugsortsicherstellung sowie Freiepassagen und ums Logistischenversorgung,, Den die Russischemarine könnte immensen Schaden innert wenigen Tagen erleiden und somit handlungunfähig werden.

      "" ab November werden die Amis zuschlagen ""

      Russischebär wird als gegenschlag in Baltikum einmaschieren und eine Landschneise zwischen Littauen und Polen ziehen und die Enklave "Kalingrad" mit Festland Weissrussland-Russland zu erschliessen.. (In dieser Schneise wird seit Generationen von Turkvolkern bewohnt dem Tataren und anderen Minuaritäten)

      Danach könnte ich mir vorstellen das Teile von Ukraine zu Weissrussland-Russland Annektiert wird..

       

      Marco hat recht,,

      Das zermürfniss zwischen den beiden Staaten handycapierte aus dem "Krimkrieg 1856"  Damals rückte und öffnete sich das Osmanischereich für Westmächten und Westmächte nahmen die Einladung gerne an..

      Die Westmächte wollten um jeden Preis verhindern das,, "das panslavismus und panorthodoxismus" sich unter der Schirmherrschaft des Zarren ausweitet.. als Rotelinie wurde der Donau und Transistrien vorgemerkt..

      Dieser ist der Wichtigste Kriegshandlungereigniss,, wo alle sich beteiligt haben ausser dem Preussen..

      Leider wird dem "1853 Krim" zuwenig Angenmerk gelegt obwohl dieser als 1.Weltkrieg Nominiert werden müsste..

      Aber eben,, da waren die Amis nicht dabei daher wird es als Prohezioskrieg od Krimkrieg unter dem Teppich gekehrt..

  2. Putin sollte kurzen Prozess machen, wenn die Türken wieder einmal doppelgleisig fahren. Dann werden die türkischen Truppen in Nordsyrien eben zukünftig Gefahr laufen, gemeinsam mit den Dschihadisten und Terroristen (mit denen sie sich verbrüdert haben) weggebombt zu werden.

  3. Wer seinen Freunden unversehens ein Messer in den Rücken rammt …

    … ist weder Vertrags- noch Satisfaktionsfähig. Er ist ein Gauner.

    So einer ist Erdogan, und natürlich weiß Putin das.

    Vielleicht sollte er dem Kalifen mal zeigen, wo Barthel den Most holt.

    Deswegen verstehen sich Merkel und der Kalif so gut : Merkel ihrerseits hat bei erster Gelegenheit ihren Mentor Kohl hinterrücks abgestochen, um seinen Platz einzunehmen.

    Die haben den gleichen miesen, widerlichen Charakter.

  4. Ein doppeltes Spiel mit Putin und Russland treiben? Das ist schon anderen Regierungschefs sehr schlecht bekommen.

    Ich zweifele keine Sekunde daran, dass Putin sehr deutlich, knochenhart und nachhaltig zeigen wird, was er davon hält, wenn man sein Entgegenkommen missbraucht! Im Gegensatz zu vielen westlich orientierten Politdeppen ist er eben nicht dumm, im Gegenteil!!!!!

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