Indien: Organische Landwirtschaft statt Gentechnik ist erfolgreich

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Ein Reisfeld (Reisterrassen).

In Indien setzt man lieber auf organische Landwirtschaft statt auf Gentechnik. Dabei zeigt es sich: Die Behauptungen, nur mit GMO-Pflanzen ließe sich die wachsende Weltbevölkerung ernähren, sind nicht wahr.

Von Marco Maier

Immer wieder liest und hört man davon, dass nur die großflächige Anwendung von gentechnisch verändertem Saatgut in der Landwirtschaft dazu beitragen könne, die wachsende Weltbevölkerung mit ausreichend Nahrung zu versorgen. Doch die Propaganda von Monsanto, Syngenta & Co, die von deren Lobbyisten in die Medienwelt getragen werden, entpuppt sich als Unwahrheit.

So zeigen nämlich Untersuchungen, dass die GMO-Landwirtschaft oftmals nur unwesentlich höhere Erträge abliefert als jene der organischen Anbauweise, doch im Gegenzug ist das Saatgut teurer und man ist zusätzlich noch auf spezielle Pestizide angewiesen, die auf diese genetisch veränderten Pflanzen abgestimmt sind. Zum Beispiel das höchst umstrittene Monsanto-Herbizid Glyphosat (Roundup). Insgesamt ist das Ganze also ein Minusgeschäft für die Bauern, während sich die Saatgutkonzerne eine goldene Nase verdienen.

In Indien jedoch findet derzeit eine sogenannte "organische Reisrevolution" statt, die verdeutlicht, dass man auch mit konventionellen, organischen Reissorten ein höchst respektables Ernteergebnis erreichen kann. So zeigen die Reisbauern im Bundesstaat Bihar, dass sich mit einer von einem Franzosen in Madagaskar entwickelten Anbaumethode die Reisernte unter Umständen sogar verdoppeln lässt. In verschiedenen Ländern angewendet, zeigen sich damit jedenfalls um 20-100 Prozent höhere Ernteerträge bei einem geringeren Saatguteinsatz.

Der Grund dafür ist eine Anbaumethode, die als "System of Rice Intensification" (SRI) bekannt wurde. Demnach werden die jungen Reispflanzen unter anderem in einem größeren Abstand angesät anstatt in Büscheln und die Reisfelder auch nicht mit Wasser geflutet, sondern einfach stets sehr nass gehalten. Zudem wird dem Unkraut mechanisch – also mit der Hacke – zu Leibe gerückt, wodurch der Boden zusätzlich aufgelockert wird. Gedüngt wird ebenfalls organisch. Das Ergebnis: Bei deutlich geringeren Kosten kommen die Bauern auf einen deutlich höheren Ernteertrag.

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4 KOMMENTARE

  1. Die organische Landwirtschaft hat gute Zukunftsaussichten..sie ist nachhaltig und nicht so zerstörerisch wie die konventionelle.

    Denken wir zb. an verunreinigtes Wasser durch letztere.

    Ein Land mit so vielen Einwohnern wie Indien..muss sorgsam mit seinen natürlichen Resourcen umgehn..das haben wohl einige Inder verstanden.

  2. Das ich nicht lache, wir lesen es endlich im Klartext. In Europa bedeutet es, statt 3% nun 60% der Bevölkerung in der Landwirtschaft. Wozu Unis, wozu Elektrizität? Alle mit Hacke auf die Felder 16 Stunden, Tag für Tag. Und wozu landwirtschaftliche Maschinen? Pferde zerstören die Acker noch viel weniger als die. Also Pferde züchten. Vollbeschäftigung und Hungerkatastrofen garantiert. Das ist das große grüne Glück, alles geht doch langsam in diese Richtung. Die sind schlimmer als die Kommunisten

    Und noch etwas: Handbearbeitete Acker mir Genreis und speziellen Anbaumethoden bringen doch 3 mal mehr. Also wozu nur 2-mal?

    P.S. Ich mag keine Gentechnik in der Landwirtschaft. Wegen z.B. Bienen, aber dieser totale Unsinn. Da werde ich krank ohne Genrfraß zu fressen.

    • Die geschilderte Anbau-Methode ist sicher nicht für jedes Land das Gelbe vom Ei. Aber bei einer Milliarden-Bevölkerung wie in Indien, wo Massen-Anteile von der Bevölkerung kein ausreichendes Auskommen in der Wirtschaft generieren können, ist das zumindest für eine respektable Zeitspanne eine durchaus beachtenswerte positive Verbesserung – dies ohne die Böden völlig zu vergiften. Ausserdem macht sich Indien damit unabhängiger vom Agrar-Import.

      Ansonsten zeigen die gentechnisch veränderten Organismen und die permanente Bespritzung mit Pestiziden schon längst rund um den Globus – voran in den USA – dass die Erträge der Monokulturen in der Agrar-Produktion stetig abnehmen. Da sollten sich schon alle Betroffenen – Produzenten und Konsumenten – mal am Kopf kratzen und überlegen, was da besser zu machen ist. Die oben geschilderte Methode ist immerhin ein valabler Ansatz in den Dritt-Welt-Regionen, um dieser – mit unübersehbaren negativen Folgen begleiteter und krankmachender – Giftspritzerei zu entkommen.

      "Das Magazin „Modern Farmer entdeckte, dass es eine Bewegung unter den Bauern gibt, gentechnisch veränderte Organismen (GVO) zu vermeiden, und zwar aus rein wirtschaftlichen Gründen."

      "Allein der Einsatz von Herbiziden stieg in den Jahren 2001 bis 2010 um bis zu 26%. Dies vor allem, weil GVO-Saatgut einen dramatischen Anstieg der Resistenzen gegen diese Herbizide zeigt."

      USA: Immer mehr Landwirte kehren Monsanto den Rücken
      https://netzfrauen.org/2014/09/22/back-roots-immer-mehr-landwirte-kehren-monsanto-den-ruecken/

       

       

      • @Elisa

        Da gibt es an diese Aussage wenig auszusetzen. Bis auf Eins: Mit welchem Recht versucht der "Westen" Anderen vorzuschreiben wie sie Ihre (nicht nur) Agrarwirtschaft zu führen haben. Das nennt sich Neokolonialismus. Wieso müssen die Inder nach deutschen Vorstellungen leben? Es scheint die Mentaluiät der Grünen zu herrschen. Vor 35 waren sie sehr modern und Zukunftsorientiert. Heute versuchen sie um jeden Preis ihr bürgerliches Wohlstand zu bewahren. Ohne auf die Welt zu achten. Es soll sich auf keinen Fall etwas ändern. Das ist arrogant und überheblich. Verbote und Zwang bis zum Krieg sind dafür die geeignetesten Mittel. Und langsam die Einzigen. Seit langem kenne ich keinen Grünen der sich nicht ständig neue Verbote ausdenkt.

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