Die Deutsche Bank habe "Too big to fail" zum Geschäftsmodell gemacht, so der Ökonom Hans-Werner Sinn, auch würden die USA keine Strafe verhängen, welche die Bank existenziell vernichtet. Trotzdem dürfe die Bundesregierung keine Rettungsaktion auf Kosten der Steuerzahler durchführen. Das müssten private Investoren und die Eigentümer machen.

Von Redaktion/dts

Top-Ökonom Hans-Werner Sinn erwartet, dass die US-Strafen für die Deutsche Bank weit geringer ausfallen werden, als bisher befürchtet: "Die Deutsche Bank ist zu groß für einen Bankrott", sagte Sinn der "Welt". "Eine Pleite der Deutschen Bank wäre ein Schock für das Weltfinanzsystem. Die Bank ist einer der größten Derivatehändler der Welt, wenn nicht der größte überhaupt. Bräche der Derivatehandel zusammen, würde das auch viele US-amerikanische Banken belasten. Deshalb werden die USA auch keine Strafe verhängen, die das Unternehmen vernichtet."

Der ehemalige Präsident des Münchener Instituts für Wirtschaftsforschung (Ifo) lehnt Staatshilfen für die kriselnde Bank allerdings ab. Das Institut solle allenfalls durch privates Geld gestützt werden. "Es ist vernünftig, wenn die vorhandene große Bank durch die Wirtschaft gestützt wird; auch wenn solch ein Gigant überhaupt nicht hätte entstehen dürfen", sagte Sinn weiter. "Der Staat sollte sich indes bei den Rettungsaktionen zurückhalten. Das Geld muss von privaten Investoren und den bestehenden Eigentümern kommen, gegebenenfalls auch von nachrangigen Gläubigern."

Der streitbare Ökonom wirft der Politik vor, dass sie es zugelassen hat, dass die Bank zu groß geworden ist. Die schiere Größe des Instituts sichere inzwischen seine Existenz. "Statt zuzulassen, dass sich eine solch riesige Deutsche Bank entwickelt, wäre es besser gewesen, wir hätten mehrere mittelgroße Geschäftsbanken an ihrer Stelle gehabt, die nicht systemrelevant sind und die auch pleite gehen könnten, ohne dass man gleich den Untergang des Finanzsystems riskiert", sagte Sinn der "Welt". "Man hätte die Deutsche Bank nicht so groß werden lassen. Durch ihre Größe nimmt die Deutsche Bank die Steuerzahler in Geiselhaft."

"Too big to fail" sei Teil des Geschäftsmodells der Deutschen Bank und anderer großer Banken geworden, kritisiert Sinn. Die Aktionäre bekämen hohe Dividenden, wenn die Geschäfte gut laufen, und wenn es den Instituten schlecht gehe, müsse die Allgemeinheit zahlen. "Aus dieser Asymmetrie entstehen die gewaltigen Gewinne der Banken. Noch vor zehn Jahren wollte die Deutsche Bank 25 Prozent Eigenkapitalrendite erreichen. Das lässt sich mit dem normalen Bankgeschäft gar nicht erreichen, sondern nur wenn man anfängt, zu zocken und andere auf den Verlusten sitzen lässt", sagte Sinn.

12 KOMMENTARE

  1. Das ist aber eine gewagte These, daß die Bank zu groß sei um bankrott zu gehen. Wie immer im Leben können unglückliche Umstände zum Niedergang führen und das ist niemals zu verhindern, es sei denn es geht zu Lasten Dritter und dann wäre es mehr als eine fragwürdige Rettung, denn der Verlierer dürfte von der Logik her eigentlich immer nur der Verursacher sein und niemals der Unbeteiligte.

  2. Sinn ist mit sehr großer Vorsicht zu genießen !!

    Er ist ja nicht umsonst ein Rothschild-Mann, der jedes Jahr auf den Bilderberger-Treffen anzufinden ist.

  3. ………..holt das Geld von den Banken, schließt nicht,s mehr ab , keine Kredite mehr, nichts mehr auf Raten, verkauft die Aktienanteile, friert sämtliche Zahlungen ein, hortet Bargeld………….und jede Bank wird unweigerlich sterben.Die Bank hat kein Eigenkapital, sie generiert künstliches Geld, sie verkauft Schulden und Illusionen, mehr nicht, sie spekuliert, tätigt Geschäfte im Namen von Tagträumern und Illusionisten………."das Geld wird nicht weniger, das hat nur dann ein Anderer."

  4. Wie es sich abzeichnet läuft das 'too big to fail' auf ein 'too big to save' mit einem nicht 'too big to jail' hinaus, denn bei diesem Gamblingsystem wird früher oder später eine der Großbanken das gesamte Weltbankensystem mit in den Bankrott reiißen, ganz einfach weil das private Geldgebersystem seine Grenzen hat und aus dem Mangel an Masse schon allein aus den Regreßverpflichtungen der CDS, die das Handtuch schmeißen müssen.. Wie naiv sind eigentlich diese Finanzstrategen die auf Staatshilfen hoffen, die selber pleite sind und nur noch von der EZB, mit wenigen Ausnahmen, gestützt werden müssen?

  5. Hans-Werner Sinn: Deutsche Bank ist zu groß für einen Bankrott

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    Manches Mal sagt der neo-wirtschaftliberale Neo-Con, SINN ja ganz vernünftige Sachen, aber wenn es um die Banken und die Geldherstellung geht, dann merkt man auf wessen Seite er letztendlich steht: Auf der Seite der Hochfinanz!

    Wieso ist die Deutsche Bank zu groß für einen Bankrott? 

    Auch Staaten sind nicht zu groß für einen Bankrott.

    Nur ist das der worst-case für die Hochfinanzbankster und die sog. 'Intern. Finanziers', weil sie sich dann so verzockt haben, dass sie ihre ähäm…'Ivestitionen' und 'Einlagen' als Totalverlust abschreiben müssen und ihre Verluste nicht 'sozialisieren', d.h. auf den Steuerzahler abwälzen können.

    Im übrigen ist die 'Deutsche Bank' ja keine deutsche Bank mehr, sondern sie befindet sich mehrheitlich im Besitz von ausländischen Anteilseignern, darunter viele Briefkastenfirmen aus dem Steuerparadies Wilmington, Delaware/USA, sodass man davon ausgehen kann,dass die üblichen Verdächtigen, wie Larry Fink mit seiner Abwrackungsfirma BlackRock und andere gefräßige Hedge-Fonds Heuschrecken die ehemals deutsche Bank fest im Würgegriff halten.

    Spricht da überhaupt noch irgendjemand Deutsch im geschäftsführenden Vorstand?

    Und da kriminelle Hochfinanz-Bankster Gesindel, das aus der ehemals grundsoliden Geschäftsbank Deutsche Bank ein hochkriminelles  Wett-Kasino gemacht hat, gehört in der Tat hinter Gitter. Da ist wohl an erster Stelle Merkels Busenfreund und Stammesbruder , Josef Ackermann zu nenen, der sich vermutlich noch rechtzeitig abgesetzt hat.

    Josef Ackermann will alles richtig gemacht haben

    http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken-versicherungen/deutsche-bank-josef-ackermann-will-alles-richtig-gemacht-haben/12866168.html

    Es ist schon eigenartig: Überall wo 'Monkey Business' läuft und einstmals grundsolide Firmen oder Unternehmen ruiniert werden, sind unsere 'Auserwählten' nicht weit. Ich erinnere in dem Zusammenhang auch an die Firmen-Jongleur Ron Sommer von der deutschen Telekom. Ich könnte aber leicht ein Duzend ähnlicher Beispiele anführen.

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