Europas Banken im Krisenmodus

Die Deutsche Bank droht zu kollabieren, in Italien kriselt es ebenfalls und die französischen Banken stecken ebenfalls in Problemen. Europa steht vor einer neuen Bankenkrise. Doch die Staaten haben ihr Pulver längst schon verschossen.

Von Marco Maier

Derzeit sieht sich die Deutsche Bank einem massiven Kapitalabzug gegenüber, der von einigen Hedgefonds eingeleitet wurde. In Italien versuchen die Banken mit allen möglichen Mitteln mehr Eigenkapital zu generieren und in Frankreich sorgt eine massiv gestiegene Dollar-Nachfrage der Banken für Rätselraten. Laut Bloomberg haben zwölf Banken bei der EZB in dieser Woche bereits insgesamt 6,348 Billionen Dollar an Liquidität nachgefragt, so viel wie seit rund vier Jahren nicht mehr. Normalerweise liege dieser Betrag bei 250 bis 500 Millionen Dollar – und lediglich um die zwei Kreditinstitute sind daran beteiligt.

Insbesondere die vielen immer noch in den Bilanzen schlummernden "toxischen Papiere" machen den Banken zu schaffen, hinzu kommen für nicht wenige Banken noch hohe Strafzahlungen für Betrügereien und "Fehlverhalten". Die Nullzinsphase und der Umstand, dass viele Staatsanleihen inzwischen im negativen Bereich rentieren, sorgen für zusätzliche finanzielle Schlagseiten bei den Geldhäusern.

Die Eigenkapitaldecken der meisten Banken sind dünn – zu dünn. Selbst die strengeren Vorgaben der EU bringen hier recht wenig, da die Banken kaum in der Lage sind, diese auch nur annähernd zu erreichen. Vor allem sind es nicht die "kleinen" Privatkunden, die zum Bank-run ansetzen, sondern vielmehr Hedgefonds und Investoren. Der frühe Vogel fängt den Wurm und den Letzten beißen dann eben die Hunde.

Auf jeden Fall steuert Europa auf eine veritable Bankenkrise zu, welche mit dem Versuch von "bail-outs" durch die Regierungen kaum unter Kontrolle gebracht werden kann. Einerseits haben die meisten Länder ihr finanzielles Pulver bereits in den vergangenen Jahren im Zuge der Finanzkrise ab 2008 verschossen, andererseits ist das derzeitige im Feuer stehende finanzielle Volumen weitaus größer.

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6 Kommentare

  1. Wir gehen schneller den Bach runter als wir glauben und das alles aufgrund unserer Fachleute auf allen Ebenen, denn gebe es eine gelebte Ethik, dann müßten alle Verbrecher in Wirtschaft und Politik zwangsläufig ihrer Ämter enthoben werden und durch aufrechte Menschen ersetzt werden. Soweit die Theorie. Da wir aber nicht allein auf dieser Welt leben, bleibt es ein schöner Traum und nach den Verlusten stellen sich wieder Gewinne bei den Großen ein und die Bürger werden beim nächsten Crash so tief im Tal sitzen, daß sie Jahre brauchen um wieder auf die Höhe zu kommen, dank unserer weitsichtigen und vorausschauenden Politiker und Wirtschaftsführer, die ja Positionen besetzen aber deshalb noch lange nicht beweisen, daß sie es können, wie man gerade in der Geldbranche sehen kann.

  2. Die Nachfrage nach Dollar dürfte wohl von den USA bzw. der Wallstreet initiert worden sein, denn andere Länder scheinen ihre Dollar vermehrt abzustoßen – bspw. China mit dem Tausch Dollar gegen Gold. Und die europäischen Banken gehorchen halt der Wallstreet.

  3. Man darf bei alledem aber auch nicht den Gutmensch aus den Augen verlieren. Jahrzehntelang das biederman leben eines Hamsters geführt. Jeden Monat 10 bis 30% seines Einkommens dem Wirtschaftskreislauf Monat für Monat entzogen. Es den Banken für 6% Zinsen gegen. Wie und womit die die 6% erwirtschaften war und ist denen doch völlig gleich gewesen. Nun wo alles an die öffentlichkeit kommt, es offensichtlich für jedermann wird dass Geld sich nicht aus sich selbst heraus vermehren kann(kann es schon nur die Waren und Dienstleistungen dann doch nicht). Nun klagen alle die Banken an und plärren wie die Straßenköter.

    Was der Mensch falsch gebaut hat kann er auch wieder zurückbauen und neu errichten. Wegen nem Bankenzusammenbruch hört die Welt nicht gleich auf zu existieren.

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