Volkswagen sagt der Kommission zu, bis Herbst 2017 alle betroffenen Fahrzeuge zu reparieren und jedem Farzeughalter soll auch ein Zertifikat ausgestellt werden. An ein Gelingen will die Kommission partout nicht glauben. VW erfülle alle Forderungen, sonst würden die Behörden keine Freigaben erteilen, entgegenet ein VW-Sprecher. 

redaktion/dts

Die Europäische Kommission hat Zweifel, dass Volkswagen die vom Dieselgate-Skandal betroffenen Fahrzeuge wie versprochen vollständig reparieren kann. "Es bleiben wichtige Fragen offen, etwa wie VW garantiert, dass die geplanten Reparaturen auch wirklich erfolgreich sind", sagte EU-Justizkommissarin Vera Jourova der "Welt am Sonntag". Volkswagen hatte der EU-Kommission der Zeitung zufolge am Mittwoch einen Aktionsplan übermittelt. Darin habe der Autobauer zugesagt, bis Herbst 2017 alle betroffenen Fahrzeuge in der EU zu reparieren. Die Fahrzeughalter sollten dann zudem ein Zertifikat erhalten, dass ihre Autos den Regeln entsprechen.

Die EU-Kommission bezweifelt allerdings, dass dies wirklich gelingt. "VW muss sicherstellen, dass Autos über den ganzen Lebenszyklus hinweg mit der Rechtslage konform sind", mahnte EU-Industriekommissarin Elzbieta Bienkowska in der "Welt am Sonntag". "Bislang habe ich nicht die nötige Rückversicherung, dass das auch wirklich der Fall ist." In der zweiten Oktoberhälfte ist ein Treffen von VW-Vorstand Francisco Javier Garcia Sanz und Justizkommissarin Jourova geplant. Auf einem vorangegangenen Treffen am 21. September hatte Sanz den mittlerweile eingereichten Plan in Aussicht gestellt.

Insgesamt nahm die EU-Kommission den VW-Aktionsplan verhalten auf. "Das ist ein Start. Wir sind aber noch nicht am Ende der Straße", sagte EU-Justizkommissarin Jourova. Sie forderte weitere Klarstellungen ein. "Volkswagen muss auch den Problemen von Kunden begegnen, die ein noch nicht repariertes Auto verkaufen wollen."

Loading...

Volkswagen weist die Zweifel an der Wirksamkeit der Reparaturen zurück. "Die zuständigen Genehmigungsbehörden, insbesondere das Kraftfahrtbundesamt in Deutschland, haben festgelegt, welche Bedingungen Volkswagen für das Software-Update erfüllen muss", sagte ein Sprecher auf Anfrage der "Welt am Sonntag". "Volkswagen erfüllt alle Anforderungen, sonst würden die Behörden keine Freigabe für die Rückrufe erteilen." Die EU-Kommission sei von Volkswagen wiederholt und ausführlich über die Rückrufaktion informiert worden.

Bitte unterstützen sie uns!

Wenn Sie liebe Leser, uns unterstützen wollen, dann tun sie das am besten mit einer Spende oder mit einem Dauerauftrag mit dem Kennwort "Contra Magazin" auf folgendes Konto: IBAN: DE28 7001 1110 6052 6699 69, BIC: DEKTDE7GXXX oder per Paypal und Kreditkarte. Wir bedanken uns herzlich!

Loading...

3 KOMMENTARE

  1. VWs werden nicht repariert, sondern umgerüstet

    Der Umrüstsatz unterliegt Bedingungen wie jede andere Technik auch, was Verschleiß und Funktion betrifft.

    Eine lebenslange Garantie ist mithin nicht möglich

    Die wird auch nur von Morons verlangt, vollkommen irrational, wie immer, wenn Sabbel"wissen"schaftler mit der Realität in Kontakt geraten.

    • Was denkst du, wie wird sich eine Umrüstung auf den Wiederverkaufswert auswirken?
      Wird diese Umrüstung den Spritverbrauch ändern, die Leistung?
      Was passiert mit dem Partikelfilter?
      Glaub mir, wenn es mit einer billigen ‚Umrüstung‘ getan wäre, hätte es diesen ganzen Betrug nicht gebraucht.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here