Die Gesundheitsdiktatur – Der gesunde Sklave und der Griff in unsere Tasche

Der Gesundheitswahn und die Biolabel sind nicht für jedermanns Geldbeutel. Man macht uns ein schlechtes Gewissen und sagt uns dann, dass wir für ein ungesundes Leben einen Preis zahlen müssen. Mit anderen Worten: Nur Reiche dürfen essen, trinken, rauchen und so ungesund Leben wie sie wollen. In Wahrheit aber geht es darum mit Dingen Geld zu machen, auf die der Mensch nur ungern verzichtet. Aber es soll auch davon ablenken, wer uns wirklich vergiftet und woran wir wirklich sterben.

Von Rui Filipe Gutschmidt

Die portugiesische Regierung hat es nicht leicht. Die Sozialdemokraten versprachen die Lohnsteuer wieder auf das Niveau absenken, auf dem sie vor der Krise, der Troika und der höchsten Steuererhöhung aller Zeiten war und gleichzeitig müssen sie die Anforderungen aus Brüssel erfüllen. Not macht erfinderisch und so gibt man mit der einen Hand, was  man mit der anderen wieder nimmt. Indirekte Steuern, ist das Zauberwort, das dies möglich macht. Dabei gehen sie genauso hinterlistig vor wie alle anderen auch. Man erhöht einfach Steuern auf die Dinge, auf die der Bürger nur äußerst ungern verzichtet. Die Steuern auf Brettspiele oder Musikinstrumente zu erhöhen würde nichts bringen. Aber die Tabaksteuer füllt den Staatssäckel, da ein Raucher nur sehr schwer aufhören kann. Wer heute noch raucht, der tut dies weil er süchtig ist. Nikotinsucht ist nur schwer zu überwinden und in Zeiten wie diesen, mit einem erhöhtem Stressniveau, fällt dies dem Süchtigen besonders schwer. Der Zigarettenschmuggel andererseits hat sich verdreifacht und trotzdem steigen die Steuereinnahmen. Aber auch auf Salz, Zucker, Fett sollen mehr Steuern erhoben werden. Darum wird es Zeit die perfide Strategie hinter der „Gesundheitskultur“ mal näher zu betrachten.

Lesen Sie auch:  Die Gefahr der genmanipulierten Impfstoffe II

Die Steuererhöhung hat also nichts mit unserer Gesundheit zu tun. Genauso wie mit vielen anderen Dingen auch, geht es unter anderem darum, den Menschen einen Lebensstil aufzuzwingen und um auf Kosten der breiten Masse viel Geld zu machen. Es ist eine Marketingstrategie mit extrem aggressiver Lobbyarbeit. Nicht nur der Gesetzgeber unterliegt der Manipulation der Unternehmen, die mit ihrer cholesterinarmen Margarine, mit Vitaminen oder Omega-3-Fettsäuren angereicherten Nahrungsmitteln und einer ganzen Palette an Nahrungsergänzungsprodukten, magischen Pflanzenextrakten und so weiter, viel Geld verdienen. Auch Ärzte, (Kranken)-Versicherungen, Medien und Schulen werden mit eingespannt, um uns alle zu manipulieren. Ja, die ganze Gesellschaft hilft fleißig mit, um einen Gesundheitswahn zu unserer „Leitkultur“ zu machen. „WIR konsumieren zu viel Salz! WIR essen zu Fett! WIR bewegen uns zu wenig! Trinken zu viel Getränke mit Zucker, essen zu viel Süßigkeiten, Knabberzeug und, und, und…“, wird uns ständig eingebläut.

Auch die Umwelt leidet – so wird man nicht müde uns einzutrichtern – unter unserem Konsumhunger. Tatsächlich konsumieren wir immer mehr Fleisch und für die Ernährung von riesigen Viehherden wird immer mehr Weideland gebraucht. Dann kommen die „Veggies“ mit ihrem ach so „gesunden“ Vegetarieressen, wie Fleischersatz aus Gensoja, der auf riesigen Anbauflächen in tropischen Drittweltländern, durch Brandrodung geschaffen, gedeiht. Nicht gentechnisch verändertes Soja (da die meisten Länder Genfood nicht für menschlichen Konsum erlauben und dieses nur als Tierfutter oder zu „Biodiesel“ verarbeitet werden darf) wird mit Pestiziden, Fungiziden und Herbiziden besprüht und trotz EU-Richtlinien landen dieses Gift in unserem Essen und ultimativ in unserem Körper. Überhaupt hat wohl „niemand“ ein Problem damit, dass unsere Luft, unser Wasser und unser Essen von Industrie, Landwirtschaft, Vieh- und Fischzucht und von den Energieerzeugern vergiftet werden. Was soll das Ganze dann?

Lesen Sie auch:  Covid-Fälle steigen in den am meisten geimpften Ländern, nicht in den am wenigsten geimpften

Es geht um mehrere Strategien, die Hand in Hand arbeiten und so eine Gesundheitskultur erschaffen, die nicht mit dem philosophischem „Ein gesunder Geist in einem gesundem Körper“ zu tun hat. Es geht ums Geld verdienen, bei einer Nahrungsergänzungsmittelindustrie, eine Reihe von Wundermitelchenproduzenten und Schlankheitsfanatikern, Ernährungsspezialisten, Kochbuchautoren und Fitnessexperten und eine ganze Reihe an unseriösen Scharlatanen aber auch durchaus seriösen Wissenschaftlern. Dann sind da noch die Steuern, die mit allem „Ungesunden“ eingenommen werden, da „unser Fehlverhalten“ dem Gesundheitssystem so viel Geld kostet. Dann ist da noch die Ablenkung von den Umweltgiften. „Es war das Rauchen, das passiv Rauchen und nicht die Auto- oder Industrieabgase die das Asthma ausgelöst haben“, oder „sein Alkoholkonsum hat seine Leber zerstört – nicht die giftigen Stoffe mit denen er auf Arbeit hantierte.“

Loading...

Es geht hierbei nicht darum, das zu viel Salz, Zucker oder Fett, uns nicht schaden oder exzessiver Alkoholkonsum, Rauchen oder Drogenmissbrauch uns nicht ins Grab bringen. Aber es muss endlich mal Schluss sein mit der Heuchelei, den Übertreibungen und dem großen Abkassieren. Wir leben mehr und mehr in einem System, in dem die Konzerne das Sagen haben. Jetzt machen sie auch noch eine Gesundheitsdiktatur daraus. ICH will weiter essen was mir schmeckt. Es darf nicht ein weiteres Privileg der Reichen sein. Ich bin kein gesunder Sklave und meine Taschen sind immer leer.

Wenn ihnen dieser Artikel gefallen hat, können sie uns mit einer Spende (hier) unterstützen. Es besteht auch die Möglichkeit ein ePaper oder ein eBook im Shop (hier) käuflich zu erwerben.

Teilen Sie diesen Artikel:

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: redaktion@contra-magazin.com nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

9 Kommentare

  1. Jeder Koerper hat seine eigene individuelle Menuekarte. Darum laesste es sich schwer vermitteln u. es ist nicht ratsam eine eigene erfolgreiche Erfahrung auf andere zwingend umzulegen. Es bleibt also bei einer Mitteilung.

    Nach meiner persoenlichen Erfahrung, und ich achtete schon immer was ich ass, gilt es die Auswahl des Menues staendig zu wechseln, bzw. erneuern. Es lohnt  frische oder tiefgefrorene Produkte zu investieren. Damit, will ich sagen, kein welkes Gemuese, keine aufgewaermten Speisen zu sich zu nehmen. Abends nicht zu spaet die letzte Mahlzeit zu sich nehmen. Gen food, fast food sind fuer mich ein Tabu! Oele mit Bedacht auswaehlen. Usw. und so fort.

    Jeder horche in sich selbst hinein welche Signale an Befindlichkeit der Koerper nach dem Essen sendet. Darauf solte man reagieren und man sich dabei selbst der beste Vorsorgearzt. Ernaehrungslehre gehoerte verpflichtend als Pflichtschulfach bereits in die erst. kl. Grundschule

    An mir wurde bisher noch kein Dr. reich..

    Anderseits argert es mich, wenn ich sehe, wie ungesund sich manche ernaehren, deren Arzt u. Krankheitsfolgekosten dann auf meiner Brieftasche umgelegt werden.

     

  2. "Ich will weiter essen, was mir schmeckt" – Dieser Satz ist ebenso eine Worthülse wie "ausgewogene Ernährung".–  Im Wissen, das uns Bedürfnisse suggeriert werden, das wir mit Werbung manipuliert werden, mit Aromen und synthetischen Geschmacksstoffen zu wiederholtem Konsum eines Nahrungsmittels angeleitet werden, sollte uns der Verstand sagen, was zwischen die Zähne kommt. und dazu Bedarf es Aufgeschlossenheit und Informationen. Essen sollte nicht zur Befriedigung niederer Triebe dienen (Esslust), Nahrung sollte eher als Medizin gesehen werden. Und, werter Herr Gutschmidt, zum Sklaven macht sich ein jeder selbst.

  3. @edmundotto

    ''Essen sollte nicht zur Befriedigung niederer Triebe dienen(Esslust),Nahrung sollte eher als Medizin gesehen werden.''

    Sehr richtig.

    Hierzu noch folgendes:

     

    Unsere Nahrungsmittel sollten Heil-

    unsere Heilmittel Nahrungsmittel sein.

    Hippokrates v.Kos

    Die Erhaltung der Gesundheit beruht auf der Gleichstellung

    der Kräfte.

    Gesundheit dagegen beruht auf der ausgewogenen Mischung

    der Qualitäten.

    Hippokrates v.Kos

     

  4. Man sollte mehr auf seinen Körper hören

    Der Gesunde entwickelt Appetit auf das, was der Körper gerade braucht.

    Extremes Beispiel : Schwangere Frauen.

    Jeder, der eine kennt oder kannte, weiß, was ich meine.

  5. Auch eine gesunde, bezw. vorausschauende Ernährung betreff der Alterung beruht auf Disziplin zur rechten Zeit. Nur zur Erinnerung, Körper, Geist u. Seele bilden eine Einheit.  Wer es anders haben will, kann es anders haben. Letztendlich ist jeder seines Glückes Schmied.

  6. Natürlich haben Sie recht, dass mit  Bioartikeln, Nahrungsergänzungsmitteln etc Geschäft gemacht werden soll und dabei der Fokus zur sehr auf den Konsum gelegt wird und der Einfluss von Umweltgiften fast vollkommen ausgeblendet wird. Aber Ihre Philosophie "Ich fresse nur das, was mir schmeckt" ist wieder nur ein Extrem in die andere Richtung.

    Gesundheit kommt nicht aus Extremen, weder des einen noch des anderen Extrems/ Wahns.

    1. Also wenn schon, dann sollte man auch richtig lesen und zitieren…

      "ICH will weiter essen was mir schmeckt." Das heisst nicht, dass es ungesund sein muss. Ich kritisiere hier nur den Zwang! Krankenhausessen schmeckt nach nichts. Statt Salz kann man Kräuter nehmen, statt Kristallzucker Honig! Aber wenn jemand keine Vollkornbrötchen mag, dann sollte man ihn nicht zwingen auf seine Laugensemmel zu verzichten. Denn das ist dann wirklich Extremismus ^^

      1. Schon mal eine richtige Semmel gegessen, ein richtiges Brötchen? Ihr Wessies habt doch davon nicht die geringste Ahnung…

        Das Problem ist aber nicht auf Örtlichkeiten beschränkt, – oder wenn doch, dann zwischen den Ohren… Selbst meine Mutter frißt immer noch dieses Industriefett, auch Margarine genannt. Sie ist derart beratungsresistent, daß sie diesen industriellen Zuschlagsstoff (Jod-) Salz im Supermarkt kauft, Fleisch und Wurst und Käse mit diesem Scheiß frißt und trotzdem immer noch am Leben ist… Tja, offenbar lassen sich die Gene nicht so sehr verarschen wie die gewöhnlichen Konsumenten…

        Die müssen z.B. ihre Legasthenie allenthalben prostituieren, auf Salz schimpfen. Wer mal länger geschwitzt hat, z.B. in den Bergen, der weiß, daß dem Körper irgendwann neben Wasser essentiell was fehlt – freilich nicht das raffinierte Industrie-Salz…  / Öhm… Zucker – raffiniert…?

        Aber, um mal wieder sachlicher zu werden, – das Solidaritätsprinzip funktioniert nicht, jedenfalls nicht in der jetztigen Form. Warum soll ich Gesunder (außer dem Beinbruch vor ein paar Jahren), der nicht mal weiß, wo er den nächsten Arzt finden könnte (Gelbe Seiten? Google? Wassen noch für´n Scheiß?) den restlichen menschlichen Schrott alimentieren und finanzieren? – Nö, diese Zwangsvergesellschaftung paßt mir nicht, die Verteilung von unten nach oben…

        Wenn es Zeit ist, muß man halt gehen… Und nicht millionenschwere Apparaturen zu Lasten der Allgemeinheit betreiben.

        Wer ahnt, daß er demnächst aus diversen Gründen ins Koma, die Agonie oder sonstwas fällt – der mag sich die passende VERSICHERUNG (Scheißvereine, die sich im konkreten Fall juristisch herauszuwinden wissen) wählen. – Mich aber in Ruhe lassen!

         

  7. Die derzeitige Politik macht den Staat zum Krake, der nicht genug Geld des Bürgers bekommen kann, um es umzuverteilen. Sei es im Inland und aufgrund der europäischen Verschuldungskrise auch zunehmend im Ausland. Klientelpolitik und das Dogma der EU fordern Tribut.

    Für die Konsumgüterindustrie jedweder Art geht es darum, einen möglichst großen Anteil des verfügbaren Einkommens in die eigenen Kassen zu lenken. Was man nicht für sich abknapsen kann landet in der Bilanz anderer Firmen oder Branchen. Insofern ist es für den Staat gleichgültig, ob das verfügbare Einkommen für Nahrungsmittel, Urlaub oder Kneipenbesuche ausgegeben wird. Allenfalls die unterschiedlichen Ums.-Steuersätze verändern etwas den Betrag, der beim Staat landet.

    Der Bürger merkt jedoch, wenn der Anteil des verfügbaren Einkommens am Bruttoeinkommen aufgrund hoher Steuer- und Sozialabgaben kleiner wird und er immer weniger Herr über seine Bruttolohnsumme ist. Dies trübt die Lebensfreude und es legt sich eine Netz von Unzufriedenheit über das Land.

     

     

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.