Deutschland verliert an Wettbewerbsfähigkeit

Die Lohnkosten entwickeln sich zur Achillesferse deutscher Wettbewerbsfähigkeit. Gegenüber den direkten Konkurrenten kommt Deutschland so alsbald ins Hintertreffen. Deutschland hat weltweit die höchsten Lohnstückkosten, schuld daran sind auch die hohen Tarifabschlüsse der letzten Jahre. Nur aufgrund großer Investitionen der Schwellenländer und dem schwachen Euro, geht das noch gut. 

Von Redaktion/dts

Deutschlands Lohnkosten eilen der Produktivität davon: Dadurch verschlechtert sich die deutsche Position auf dem Weltmarkt, und zwar stärker als bisher bekannt. Dies zeigen Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln), die der "Welt" vorab vorliegen. "Die Arbeitskosten in Deutschland sind jetzt schon das fünfte Jahr in Folge stärker gestiegen als im Durchschnitt der Europäischen Union", sagte Christoph Schröder, Arbeitsmarkt- und Tarifexperte beim IW Köln.  Der Ökonom hat die Entwicklung in großen Volkswirtschaften untersucht und kommt zu einem für die deutsche Industrie besorgniserregenden Ergebnis: Die Lohnkosten in der Bundesrepublik steigen einerseits stärker als bei wichtigen Konkurrenten wie den USA oder Japan. Andererseits steigen sie auch schneller als die Produktivitätsfortschritte, wodurch die für die Wettbewerbsfähigkeit maßgeblichen Lohnstückkosten nach oben schnellen.

Nach Schröders Berechnungen hat sich die Produktion der deutschen Industrie gemessen an den Lohnstückkosten allein zwischen 2007 und 2014 um 13 Prozent verteuert. Darin sind die starken Lohnsteigerungen der Jahre 2015 und 2016 noch nicht eingeflossen. Sie dürften den Trend weiter verstärkt haben. In keiner anderen großen Volkswirtschaft ziehen die Lohnstückkosten so sehr davon. In den USA und in Japan hat sich die industrielle Fertigung im gleichen Zeitraum in heimischer Währung sogar verbilligt. In Euro gerechnet produzieren beide Ökonomien nur unwesentlich teurer als 2007. Innerhalb der Eurozone gibt es mit Italien ein einziges großes Land, dessen Lohnstückkosten ähnlich stark ansteigen wie hierzulande: Dort beträgt das Plus 18,7 Prozent. Deutsche Industrieverbände beunruhigt die Entwicklung.

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"Die Lohnstückkosten steigen durch hohe Tarifabschlüsse seit Jahren und haben sich klar von der Produktivität abgekoppelt", sagte Oliver Zander, Hauptgeschäftsführer von Gesamtmetall, dem Dachverband der Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektroindustrie in Deutschland. Nach Einschätzung von Zander haben die stark steigenden Kosten schon jetzt spürbar negative Auswirkungen auf den Standort Deutschland: "Gerade im internationalen Vergleich schwächt uns das beispielsweise bei Investitionsentscheidungen." Der Arbeitgeber-Vertreter rechnet vor: Für ein Produkt, das bei ansonsten gleichen Bedingungen in Deutschland für 1.000 Euro hergestellt wird, fallen in Polen lediglich 755 Euro Produktionskosten an. "So teuer wie in Deutschland ist Arbeit in keinem anderen großen Industrieland", sagte Zander. Die Metall- und Elektroindustrie ist mit fast vier Millionen Beschäftigten der bedeutendste Wirtschaftszweig.

Wenn Deutschland 2016 dennoch starke Exportzahlen meldet, liegt das vor allem an zwei Faktoren, schreibt die "Welt": Zum einen begünstige die globale Investitionsgüternachfrage vor allem aus den Schwellenländern die deutschen Hersteller, die auf diesem Gebiet eine traditionell starke Position haben. Zum anderem helfe der relativ schwache Euro den hiesigen Exporteuren. Wäre die Bundesrepublik nicht Teil der Währungsunion, würde die Landeswährung vermutlich deutlich höher notieren. "Der schwache Euro mag die strukturelle Schwäche für den Moment noch überdecken", sagte IW-Ökonom Schröder. Auf Dauer könne sich die Bundesrepublik dem Preiswettbewerb jedoch nicht entziehen. Denn unter den Bedingungen internationaler Konkurrenz ließen sich Kosten nicht beliebig weitergeben.

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17 Kommentare

  1. Blödsinn !!! Ausgemachter Blödsinn, dieser Artikel.

    Wieso sollten unter florierender Zeitsklavenarbeit, Mini-Jobber und Geringstverdiener nach Jahren der Lohnstagnation, des Dumpings und der Euro-Inflation das Lohnniveau schuld sein?  Weil das deutsche Lohnniveau noch nicht auf dem Level von Indien ist ???!

    Vielleicht ist ja auch nur die Staatsquote und die Profitgier internationaler Investoren zu hoch und der Grund für vorgeblich rückläufige Preiswettbewerbsfähigkeit ???!!!

    Mitdenken, Leute!

    1. rofitgier internationaler Investoren zu hoch und der Grund für vorgeblich rückläufige Preiswettbewerbsfähigkeit ???!!!

      ———

      So isset, die ehemalige Deutschland AG gibt es nicht mehr, die wurde von den internationlen Heuschrecken (Hedge Fonds) zu Dumping Preisen aufgekauft und Larry Fink, Soros, Rothschild, Warren Buffet & Konsorten ist das Wohl und Wehe der Nation und seines Staatsvolkes sowie Nachhaltigkeit (um ein Schlagwort von Murksel zu benutzen)  schnurzegal, um es vorsichtig auszudrücken.  Was zählt ist  die grenzenlose Gier, Shareholde-Value und die obszönen Boni für die Oberheuschrecken!

      1. Das ist die Realität! Diese Entwicklung ist politischer Wille des eigenen Politpersonals. Dieser begründet sich in der kranken linksideologischen politischen Vorstellung das die Starken geschwächt werden müssen um Gleichheit mit den Schwachen herzustellen! Die Meinung, daß die EU nur funktionieren kann wenn die ökonomischen Unterschiede zwischen den Staaten nivelliert werden (in der Qualität nach unten), ist ein weitverbreiteter geistiger Irrläufer der politischen Drahtzieher.   Deshalb wird alles was Ergebnis deutscher Schaffenskraft ist den internationalen Heuschrecken und Turbokapitalisten ausgeliefert. Es werden unzählige Kanäle ins Ausland geöffnet um Deutschland finanziell auszubluten unter meist betrügerischen Vorwänden. Um die Schädigungen nachhaltig zu machen wird mit Eifer und mit Niedertracht an der Subversierung der kollektiven Schaffenskraft der Deutschen gearbeitet. Was da vor sich geht ist ein soziologisches Krebsgeschwür!

    2. @GEZwungener    …du liegts schon richtig mit deiner Meinung und im Artikel genau bei der Aussage : " "Die Lohnstückkosten steigen durch hohe Tarifabschlüsse seit Jahren und haben sich klar von der Produktivität abgekoppelt"  liegt der Punkt worum es dem Wirtschaftsinstitut und somit der Wirtschaftspolitik geht: "keinerlei Erhöhung des Lohns mehr für Arbeitnehmer !"

      Das Sklaventum im Sinne der "Eigentümer" muss einfach schneller und effektiver umgesetzt werden und hier suggeriert einfach der IW Köln nach Berlin zu IM-Erika und Co "noch mehr Politik zum Wohle des Kapitals anzuwenden"

      Wird es dann medial noch entsprechend unterstützt, glaubt der eine oder andere Arbeitssklave es dann auch noch und verzichtet zum Wohle des armen Kapitalgebers auf seine Lohnerhöhung oder wie fast schon üblich auf seinen Überstundenzuschlag (Gleitzeitmodelle etc)

    3. Danke für deinen Aufschrei. Der Bericht ist eine glatte Lüge! Deutschland hat schon seit Jahrzehnten extrem niedrige Lohnstückkosten!

      Und zwar aufgrund extrem hoher und stetig steigender Produktivität. Wir produzieren immer mehr Produkte mit immer weniger Arbeit.

      Oliver Zander, wer finanziert Sie eigentlich? Kleines Korruptionsproblem?

      1. Das was im Artikel steht, ist aus der "Welt" entnommen.

        Bitte keine unnötigen Beschuldigungen!

        Das, dass Kapital sich die Medien zu Nutze machen ist nicht schön. Wir sollten solche Medien nicht kaufen, die als Sprachroh für das Kapital und im Dienste dieser sind.

        Pressefreiheit ist nicht gleich Meinungsfreiheit, da Pressefreiheit eigentlich Kapitalfreiheit ist.
         

    4. Mit einer Dreckigkeit geht man hin und leiht sich Festangestellte von anderen Firmen aus, die dadurch erhöhten Kosten, fallen dann wahrscheinlich in die Lohnstückkosten und der Hammer dabei ist, das die Firmen die das FestPersonal sich von anderen Firmen leihen, auch noch diese Steuerlich absetzen können.

      Sehr wahrscheinlich bekommen beide Firmen also die Entleiher Firma und die Firma die Fremdpersonal hat, vom Staat unterstützung und werfen das in eine Statistik zu den Lohnstückkosten. So kommen hohe Lohnstückkosten zustande die überhaupt nicht so hoch sind oder gar überhaupt nicht bei den Firmen ins Gewicht fallen, aber in der Statistik. Und verschwiegen wird, das die so entstandenen Lohnstückkosten zum teil oder ganz vom Steuerzahler bezahlt werden und das ist meist der Arbeitnehmer.

      Wenn die meisten Arbeitnehmer wüssten wie sie in ihrem Arbeitsleben um ihren wahren Lohn betrogen worden sind und wüssten das sie eigentlich schon mehrfach Millionäre wären.

      Das System würde sofort zusammen klappen, wenn dem Arbeitnehmer alles Rückwirkend bezahlt werden müsste.

      Nur kein System kennt Gerechtigkeit.

       

       

       

       

       

       

  2. Deutschland verliert an Wettbewerbsfähigkeit

    ——

    Was will uns die Redaktion mit diesem Propaganda-Artikel, der auch aus der Feder des BDI oder der Arbeitgeberverbände hätte  stammen könnte, sagen?

    Tatsache ist das es nicht die eigentliche Lohnkosten sind, welche das Problem verursachen , sondern die Lohnnebenkosten (und das schon seit Jahrzehnten), welche die Arbeitnehmer seit Jahren überproportional belasten und die Arbeitgeber verschonen.

    Die Reallöhne steigen doch schon seit Jahren nicht mehr und werden desweiteren von hohen Abgaben und steigenden Steuern sowie Inflation aufgefressen!

    Warum das so ist, liegt auf der Hand. Der erarbeitete Mehrweit der fleißigen Deutschen wird an die 'Schwerstbereicherer'  und an die Hochfinanz-Bankster verfüttert.

    DAS IST DIE REALITÄT!

  3. Ironie an.

    Was für ein Glück für Deutschland, dass Frau Merkel ca. 2 Mio. Schwarzarbeiter, in Fachkreisen auch Fachkräfte genannt, hat nach Deutschland kommen lassen. Wenn die alle für 1 Euro die Stunde arbeiten gehen, (prust, gröl, lach, kreisch, Schenkel klopf) freut sich der Feind der Deutschen – Indstrie und Wirtschaft. Deren Gewinne steigen, als auch die Gewinne der armen Börsianer.

     Der einzige, der kein schwarzen Zahlen schreibt, ist die schwarze Null Schäuble.

    Der wird sich schwarz ärgern…..

    Schwarze Wolken ziehen am dunklen Horizont auf….

    So viel Schwarzseherei …..

     

    Ironie aus.

     

  4. Wir haben ja immer noch die Kirche die uns gerne segnet

    ——–

    Ja, die falschen Pfaffen, die Jesus Christus jeden Tag ins Gesicht spucken, sind auch so ein Blutegel am Volkskörper des Deutschen Staatsvolkes unf arbeiten fleißig mit an der Abschaffung der weißen Europäer. Natürlich immer unter dem Banner der ähäm…'christlichen Nächstenliebe'!

  5. Der Zander – das ist doch der, der in regelmäßigen Abständen…

    nach mehr Negern brüllt, in der Hoffnung, dass die unsere Konstruktionsbüros übernehmen.

    Zander ist ein erstklassiger Volksfeind, der für ein paar Silberlinge Deutschland zerstören lassen will.

    Der kommt mit auf die Liste.

    1. Die Liste müsste eigentlich recht lang sein. Gott sei dank gibt es heute Computer mit unsagbar viel Speicher.

       

      Tag X ist, wenn die  erste Deutsche Stadt wieder in Trümmer liegt und etliche Menschen unter den folgen von Politiker zu leiden haben. Dann wird der Laternen Orden am Seil im Akkord an Politiker verteilt, die sich um das Deutsche Volk und um Deutschland in besonderer Weise verdient gemacht haben. Die Seilproduktion sollte jetzt schon anlaufen, nicht das da von den Politikern jemand merckelt, er käme zu kurz dabei. 😉

  6. Was besagen "hohe Lohnabschlüsse", wenn immer weniger Menschen tariflich beschhäftigt sind und es selbst für diejenigen, die es sind, vielerlei Tricks gibt, die bestehenden Regelungen zu unterlaufen. Die Panikmeldung hat somit nur einen klar erkennbaren Zweck: Die lohnabhängig Beschäftigten einmal mehr davon zu überzeugen, dass Lohnzurückhaltung das Gebot der Stunde sei. In Deutschland daben Verdummungskampagnen wie diese stets den gewünschten Erfolg.

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