China: Investitionen im Ausland steigen 2016 weiter stark an

Chinesische Unternehmen investieren immer mehr Geld im Ausland. In diesem Jahr soll mit einem Volumen von umgerechnet 150 Milliarden Euro ein neues Rekordhoch erreicht werden. Auch in Zukunft will man deutlich mehr Geld in die Märkte weltweit investieren.

Von Marco Maier

Hohe Exportüberschüsse und gut gefüllte Unternehmenskassen machen es den chinesischen Konzernen leicht, im Ausland zu investieren. Den chinesischen Statistiken zufolge erreichte das Investitionsvolumen chinesischen Unternehmen im Ausland im Zeitraum von Januar bis August 2016 umgerechnet ganze 106,83 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Plus von 53,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Insgesamt erwartet man für das Gesamtjahr 2016 ein Investitionsvolumen von mindestens 150 Milliarden Euro, nachdem im Vorjahr 131,81 Milliarden Euro im Ausland investiert wurden. Damit wäre dies ein erneutes Rekordjahr. Auch in den kommenden Jahren will China ein Investitionswachstum im Ausland erreichen, welches weiterhin im zweistelligen Prozentbereich liegen soll. Bereits im Jahr 2019 dürfte wohl die Marke von 200 Milliarden Euro überschritten werden.

Insbesondere die chinesische Telekommunikationsindustrie erhofft sich so beispielsweise den Zugang zu Märkten in Entwicklungsländern. Im vergangenen April hat Chinas Mobilfunkdiscounter Sharing Mobile mit 200 Millionen US-Dollar 80 Prozent der Aktien eines nigerianischen Telekommunikationsanbieters übernommen. Dies stellte das erste Mal dar, dass ein chinesisches Privatunternehmen einen ausländischen Telekommunikationsanbieter übernimmt. Auch die Luftfahrtindustrie und die Atomkraft sollen künftig eine wichtige Rolle spielen.

Die Volksrepublik China wird damit zu einem immer wichtigeren globalen Investor, wobei nicht nur Unternehmen in Europa und Nordamerika auf der "Speisekarte" stehen, sondern insbesondere auch die industrielle Entwicklung der ärmeren Länder dieser Erde fokussiert wird. Dort sind es vor allem Infrastrukturprojekte, die verwirklicht werden, wie zum Beispiel eine Eisenbahnlinie durch Äthiopien, welche das Land mit dem Hafen von Dschibouti verbindet.

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2 Kommentare

  1. Als Gegenpol zu den VSA ist chinesische Expansion sicher zu begrüßen. Es ist aber eher kein Weißer Ritter, was da aus dem Osten kommt. Die pekinger Tributpolitik ist in vielen Jahrhunderten erprobt. Und ebenso alt ist das Menschenbild dort. Herren und Knechte.

    Der Dritte-Welt-Optimist Pepe Escobar darüber, warum die Amis die neuen Seidenstraßen fürchten:

    http://einarschlereth.blogspot.is/2016/10/warum-die-neuen-seidenstraen-washington.html?m=1

  2. China versucht seine Dollarreserven möglichst gewinnbringend und nachhaltig einzusetzen: erstens so lang der Dollar noch einen gewissen abstrakten Wert besitzt und die die "Dollar-Glaubensgemeinde"  gross genug ist sowie zweitens, einfach um seine Dollars loszuwerden und um so schnell wie möglich aus dieser "Gemeinde" auszutreten. 

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