China-Besuch: Duterte sucht die Annäherung an Peking

Anstatt wie von Washington gewünscht die Kriegstrommeln zu schlagen, sucht der philippinische Präsident einen Weg des Ausgleichs mit China. „Wir haben kein Interesse an dem, was andere Länder sagen. Ich will nur mit China reden", so Rodrigo Duterte mit Blick auf die ständigen Einmischungsversuche der USA.

Von Marco Maier

Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte ist heute auf Einladung von Präsident Xi Jinping zu einer viertätigen Staatsvisite nach China aufgebrochen. In einem Interview mit der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua betonte Duterte, wie sehr ihm an freundschaftlichen Beziehungen zum großen Nachbarn gelegen ist und lobte hierbei sowohl das fleißige chinesische Volk als auch die "gute und solide Politik" der Volksrepublik. "Ich würde sagen, China verdient den Respekt, den es heute genießt", so Duterte.

Während vor allem Washington die Philippinen und andere Anrainerstaaten des Südchinesischen Meeres gegen Peking aufzustacheln versucht, hat Rodrigo Duterte eine völlig andere Vision für die nachbarschaftlichen Beziehungen. Über die wirtschaftliche und handelspolitische Zusammenarbeit der beiden Nationen sagte Duterte, dass sein Land im Fremdenverkehr stark sei und über reichhaltige mineralische und landwirtschaftliche Ressourcen verfüge, während China einen riesigen und lukrativen Markt habe. Dadurch sei eine hohe Komplementarität gegeben, die ein erhebliches Potential für eine weitere Zusammenarbeit biete.

Er suche auch den Verhandlungsweg statt der Konfrontation, so der philippinische Staatschef. "Es ergibt keinen Sinn, in den Krieg zu ziehen. Es ergibt keinen Sinn, um Wasser zu kämpfen", sagte Duterte. Es sei besser, über Freundschaft als über Krieg zu sprechen. "Wir wollen über unsere Zusammenarbeit reden und vor allem wollen wir über Geschäfte reden. Ein Krieg würde uns ins Nichts führen." Duterte sprach sich auch deutlich dagegen aus, dass sich einige Außenseiter in den Streit um das Südchinesische Meer einmischen. "Wir haben kein Interesse an dem, was andere Länder sagen. Ich will nur mit China reden", sagte er und fügte hinzu, dass er bereit sei, die Gewässer gemeinsam mit China zu entwickeln. Damit stellt er sich diametral gegen die Wünsche Washingtons.

Besonderen Dank richtete er hinsichtlich der Finanzierung eines Rehabilitationszentrums für Drogensüchtige an China aus. "Manche Länder wissen zwar, dass wir kaum Geld haben, aber anstatt uns zu helfen, kritisieren sie uns nur. China kritisiert nie. Es hilft uns leise", so Duterte, der die Haltung der westlichen Länder verurteilte. Dabei betonte er, dass die Philippinen gerne an den Initiativen Chinas teilnehmen wolle, da dem Land das Geld für die Finanzierung von Infrastrukturprojekten fehle. Insbesondere Eisenbahnlinien und Seehäfen liegen hierbei im Fokus des philippinischen Präsidenten. Auf den Philippinen leben und arbeiten etwa zwei Million ethnische Chinesen. "Deswegen bitten wir um eure Hilfe. Wir bitten Chinesen, den Chinesen hier zu helfen. Sie sind Filipinos, aber auch Chinesen", sagte Duterte. "Mein Großvater war ein Chinese. Nur China kann uns helfen."

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6 Kommentare

  1. Da schäumt aber der NATO- Wsten, entsteht doch mit der immer engeren Zusammenarbeit der BRICS-Staaten ein ernster globaler Machtraum, gegen die Agressivität der USA gerichtet.

    Die Nachbarn Chinas und Brasiliens haben dies im Fokus ! Nur die Deutschen Merkeljubler wollen nicht begreifen, daß eine gute Nachbarschaft zu Rußland überlebenswichtig für unser Land sein wird !

  2. Ohoh jetzt müssen die Amis auch noch die Phillipinen befreien von einen verrückt gewordenen Diktator. Die Kontrolle ihrer Gebiete wird immer schwieriger, was das wieder kostet….man könnte doch wenigsten warten bis die Gelddruckmaschienen die nächsten paar Milliarden Dollar gedruckt haben.

  3. Der Mann gefällt mir, so einen hätte ich gerne als Bundeskanzler. Allerdings bin ich ziemlich sicher, dass man in Washington schon längst fieberhaft an einem Plan arbeitet, um ihn loszuwerden.

    1. Das läßt sich schon daraus ablesen, wie Duterte von noch vereinzelt gekauften Pressefritzen die Worte im Munde verdreht u. nach außen gekehrt werden. Ich persönlich glaube auch zu verspüren, daß massiv Kapitat v. den Philippinen abgezogen wird.

      – Nur meine persönliche Meinung.

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