Ein portugiesischer Schnellzug entgleiste heute früh auf der Strecke Vigo – Porto, kurz vor dem Überschreiten der Grenze in Porriño. Die Zahl der Todesopfer und der Verletzten kann noch ansteigen. Schwere Zugunglücke sind auf der Iberischen Halbinsel eher selten. Doch schlechte Wartung kann zukünftig für weiter Unfälle sorgen.

Von Rui Filipe Gutschmidt

Ein portugiesischer Personenzug entgleiste auf dem Weg von Vigo – Galizien, Nordostspanien – nach Porto – Portugal – wobei es vier Tote und jede Menge, teils Schwerverletzte gab. Laut offizieller Quellen waren 69 Passagiere im Zug, der in Vigo um 8:02 Uhr losgefahren war und in Porto um 10:18 Uhr erwartet wurde. Doch gegen 9:30 Uhr nahm die Fahrt ein jähes Ende, als der Zug in den Bahnhof von Porriño einfahren wollte. Portugals Eisenbahnunternehmen – CP – hat bislang nur zwei Tote bestätigt, doch die spanische Guardia Civil spricht von vier Todesopfern und 50 Verletzten. Die Ursache für die Entgleisung ist noch nicht bekannt.

Auf der Iberischen Halbinsel gibt es zwar meistens nur kleinere Zwischenfälle im Bereich des Zugverkehrs, aber es war nur eine Frage der Zeit bis es zu schlimmeren Unfällen kommen würde. Aus den bekannten Gründen (Krise), sind Züge, Schienen und andere Infrastrukturen hoffnungslos veraltet und eine Flickschusterei hält den Schienenverkehr notdürftig am Laufen. Oft werden Autos an Bahnübergängen von Zügen erfasst und auch Fußgänger sind manchmal fahrlässig und werden dann von einem Zug erwischt.

Jetzt kann natürlich fleißig spekuliert werden. Ein paar Beispiele wurden da schon in den Raum gestellt:

  1. Menschliches Versagen – der Zug war zu schnell, der Zugführer war übermüdet, betrunken, unter Einfluss von Drogen, Psychopharmaka…

  2. Technische Probleme am Zug (Bremsen, defekte Geschwindigkeitsanzeige usw), auf der Strecke (Schaden an den Schienen, der Hochleitung, einer Brücke)

  3. Ein Attentat – Manipulation der Schienen durch Islamisten, galizischen Nationalisten, ETA, Anarchisten…

Doch es wäre fehlender Respekt gegenüber den Opfern, irgendwelche Spekulationen in den Raum zu stellen. Unter den Todesopfern befindet sich der portugiesische Zugführer, doch die Identität der anderen wurde nicht bekannt gegeben. Außer Portugiesen und Spaniern waren wohl auch einige Urlauber aus Deutschland, England, Frankreich und anderen Ländern im Zug.

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Den Angehörigen der Toten mein Beileid. Den Verletzten wünsche ich baldige Genesung. 

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3 thoughts on “Zugunglück in Galizien – mindestens 4 Tote, zirka 50 Verletzte”

  1. Für mich sieht es so aus, als sei der Zug auf dem falschen Gleis gefahren.

    Benutzte Schienen sind blank, selten genutzte rostig.

    Der Zug steht auf und neben einem rostigen Gleis.

    Den Beileids- und Genesungswünschen für die Betroffenen schließe ich mich an.

  2. Herlichen beileid für die Betroffenen und viel kraft für die Angehörigen.

    Portugal kann nun neues Rollmaterial und Züge beschaffen und aus der EU-Finanzkasse finanziert werden. 

    Die Portugisischen Schnell züge sind mit max. 90km/h unterwegs mehr schaffen weder die Züge noch das Rollmaterieal und Leitsysteme ..!

    Für mich sind das Reginalzüge und keine Schnellzüge,, aber eben für die einen schnell und für die anderen lahme Ententen.

    1. Der Unfall ist in Spanien passiert, und das spanische Schienennetz, soweit es nicht zu den neuen Hochgeschwindigkeitstrassen gehört, ist in einem sehr schlechten Zustand.

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