Wider den Zentralismus: Dezentralisierung bringt Freiheit

Je größer und zentralistischer eine politische Einheit wird, umso weniger Freiheit kann sie gewähren. Eine dezentrale Strukturierung mit größtmöglicher Autonomie der einzelnen Teile bringt deutlich mehr Vorteile mit sich. Dies gilt auch für die Europäische Union.

Von Marco Maier

Grundsätzlich gilt die Devise, dass kleinteilige politische Einheiten deutlich flexibler agieren können als große zentralstaatlich organisierte Einheiten. Insbesondere dann, wenn es sich hierbei um Staaten handelt, die eine größere Diversität – religiös, kulturell, Völkerschaften – aufweisen. Denn wer innerhalb eines Staates (oder auch Staatenbundes) eine größtmögliche Freiheit genießt, wird sich angesichts der bestehenden Vorteile kaum davon loslösen wollen. Die Freiheit, "man selbst" sein zu können und trotzdem auch den Schutz einer größeren Gemeinschaft mit sich zu wissen, sorgt für Zusammenhalt.

Gerade in nationalistischen Kreisen wird der Zentralstaat immer wieder als bessere Lösung propagiert. Doch eine einzige Machtzentrale, in der dann (insbesondere bei stärker diversifizierten Staaten) zumeist auch noch bestimmte Gruppen bevorzugt werden, sorgt für massive Reibungen und Separationsbewegungen, teils sogar für Terrorismus. Zudem neigen Zentralstaaten (siehe Frankreich aber auch die Ukraine) zur Gleichmacherei und zur Unterdrückung von Minderheiten, weil sich alles der dominanten Leitkultur unterzuordnen hat.

Auch die Europäische Union, die immer mehr zu einem zentralistischen Gebilde avanciert, sieht sich deshalb immer weiter wachsenden Anti-EU-Bewegungen quer durch die Staatengemeinschaft gegenüber – auf die man dann jedoch stupiderweise mit noch mehr Zentralismus antwortet. Dabei müsste die EU eigentlich die Dezentralisierung und umfangreiche Föderalisierung Europas zum Ziel haben, um so die wunderbare Vielfalt des Kontinents zu bewahren, anstatt überall Gleichmacherei zu betreiben.

Man muss nur einen Blick in die Geschichte wagen: Das alte Deutschland mit den vielen Fürstentümern und Königreichen hat deutlich mehr Kreativität und Vielfalt gefördert als es in der heutigen Bundesrepublik der Fall ist, in der der Föderalismus nur noch ein billiger Abklatsch dessen ist, was einmal war. Oder Italien: Selbst der heute verarmte Süden der Halbinsel war einmal ein lebenswertes und blühendes Fleckchen, der nicht von irgendwelchen Subventionen und Sozialtransfers aus dem Norden abhängig war.

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Vor allem jedoch kann man mit einer umfangreichen Dezentralisierung und Föderalisierung auch die Macht der Parteien und Politiker deutlich reduzieren, indem man – ähnlich wie zum Beispiel in der Schweiz – umfangreiche Instrumente der direkten Demokratie installiert und den Bürgern selbst das Recht dazu gibt, politische Entscheidungen auf Basis von Argumenten zu treffen und die politischen Vertreter diesen Bürgerwillen dann in Form von Gesetzen, Verordnungen und dergleichen umsetzen. Die Staaten selbst und auch die EU dürften dann lediglich die groben Rahmenbedingungen festlegen und sich um jene Agenden kümmern, die auf dieser Ebene sinnvoll sind. Dann klappt es nämlich vielleicht auch mit einem "vereinigten Europa".

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6 Kommentare

  1. tatsächlich müsste man sagen: der nicht-zentralismus bringt die freiheit, denn nur dann ist der eine (zentral) alle (dezentral), d.h. alles ist eins. wird aber, wie immer, niemand verstehen. lieber bildzeitung lesen, saufen und sportschau schauen

    1. man könnte auch sagen: im nicht-zentralismus ist der punkt die fläche, bzw jeder mensch ist seine eigene mitte, egal wo er sich aufhält. das ist seine selbstbestimmung, d.h. freiheit.

  2.  Die Hiweis auf die zentralisierte EU ist ja doch ziemlich bigott. Die EU wurde doch von US-rael,- genauer vom CIA – nur gegründet, damit die amerikanische Ostküste nur ein paar wenige Führungskräfte bestechen muß .Für diese Führungskräfte der EU zählen nur das Geld Washingtons , denen sie sich allein verpflichtet fühlen.Das ideale für den durchgreifenden Staat ist, dass nur wenige Personen in der Lage sind weitreichende Entscheidungen, deshalb der Zentralismus Washingtons.Wenn sich die Völker der EU nicht aus den von Washington aufoktroyierten Verstrickungen befreien und gegen die Vollstrecker des Willens aufbegehren sind sie verloren.Ein sehr markantes aktuelles Beispiel, das von der Allgemeinheit nicht richtig wahrgenommen wird, aber das Ende der europäischen Staaten bedeuten wird, wenn sie nicht aufbegehren ist der Versuch, den EU-Staaten Migrationskontingente aufzuzwingen, andernfalls muß der ablehnende Staat eine horrende Summe für jeden abgelehnten "Flüchtling" gewissermaßen als Surrogat bezahlen(glaube 200.000EUR) Merkel versucht im Auftrag von Zion-Usrael das als "Solidarität" zu verkaufen. Solidarität zum eigenen Selbstmord -diabolische Kuh auf der Weide!!! Zentral gibt es hinsichtlich des erklärten Ziels  "Durchsetzung" keinerlei Probleme. In den sich sträubenden Ländern wird kräftig "eingekauft", um die richtigen Premiers zu bekommen. In der Slowakeischen Republik ist R.Fico von der smer-Partei offensichtlich nicht käuflich. Jetzt wird über Presse, Fernsehen und allen möglichen Schweinereien Fico fies gemacht und der Außenminister "aufgebaut" war er doch dieses Jahr schon bei den Bilderbergern. Für mich steht fest, dass man Fico abschießt und der Außenminister kommt und die Slowakei ist am Ende  durch  Tsunamifiltranten. Zentral arbeitet die EU massivst gegen Fico und für den Außenminister. Wenn ein EU-Staat nicht die EU und NATO verläßt ist er durch den us-raelischen Zentralismus verloren, wobei  er noch durch versprochene Subsidien zusätzlich geködert wird.

  3. einer der relativ wenigen artikel, mit dem ich zu 100% konform gehen kann. 

    aber was nützt es? anstatt sich um die wiederherstellung der handlungsfähigkeit des "alten deutschlands" zu kümmern, bevorzugen weite teile des auditoriums die wahl der AfD. 

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