USA vs. Russland: Stärke braucht keinen Chauvinismus

Ein Vergleich zwischen den USA und Russland zeigt: Man kann international stark sein, auch ohne Arroganz und Chauvinismus auszuüben. Die Dollar-Dominanz und die wirtschaftliche Übermacht sprechen noch zugunsten Amerikas. Doch wie lange noch?

Von Marco Maier

Es ist allgemein bekannt, dass die politischen Vertreter der Vereinigten Staaten auf dem diplomatischen Parkett gerne herablassend agieren. Als global agierende Supermacht, so glaubt man offenbar in Washington, kann man eine den eigenen Willen oktroyierende Politik diktieren, der oftmals den Eigeninteressen der ausgesuchten Ländern zuwiderläuft. Doch Dank der transatlantischen bzw. proamerikanischen Netzwerke in Politik und Wirtschaft, wird dies immer wieder ignoriert. Dementsprechend wachsen in vielen Ländern auch die antiamerikanischen Ressentiments.

Anders hingegen agiert beispielsweise Russland. Trotz der wiedergewonnenen politischen und militärischen Stärke, sucht Moskau vielmehr nach Verbündeten für eine multipolare Weltordnung, in der auch andere politische und wirtschaftliche Systeme ihren Platz haben. Dem US-amerikanischen (Kultur-)Imperialismus setzt Moskau Diversität gegenüber. Deshalb gibt es seitens der politischen Führung Russlands auch Bestrebungen, ein entsprechendes Gegengewicht aufzubauen. Gespräche auf Augenhöhe sind da angesagt, egal ob es sich nun um größere Volkswirtschaften wie China, Indien oder Brasilien handelt, oder auch um mittlere und kleinere Länder.

Der wohl einzige Grund für die starke Bindung vieler Länder an die USA ist – neben den gekauften politischen und wirtschaftlichen Eliten – vor allem diese wirtschaftliche oder finanzielle Abhängigkeit vom US-Markt. Auch wenn die Amerikaner faktisch nur noch mit Schuldscheinen bezahlen können, weil sie hoffnungslos überschuldet sind. Doch erkaufte Freunde, sowie jene die man "zu ihrem Glück" zwingt, sind auf lange Sicht illoyale Freunde. Wer stets von oben herab behandelt wird, dürfte auch keine Chance auslassen, dem arroganten Befehlsgeber in den Rücken zu fallen.

Insofern ist die russische Strategie von politischen und wirtschaftlichen Beziehungen auf Augenhöhe und mit entsprechendem Respekt langfristig erfolgreicher. Denn wenn politische und wirtschaftliche Beziehungen zwischen zwei Ländern nicht als unausgeglichen empfunden werden, sondern jeder gibt und nimmt, dann entwickeln sich diese auch für beide Partner fruchtbar und positiv.

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Längerfristig ist die Lage für Russland dementsprechend weitaus positiver als bei den der Vereinigten Staaten der Fall ist. Denn die erkaufte und erpresste Loyalität fällt den Amerikanern noch irgendwann auf den Kopf. Dies dürfte dafür den Russen zugute kommen, die bislang auch als loyale Partner (siehe beispielsweise Syrien) aufgefallen sind. Auch hier beweist Moskau immer wieder, dass man auch als starker Staat ohne chauvinistisches und arrogantes Gehabe erfolgreich sein kann.

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14 Kommentare

  1. Als Paul Craig Roberts seinen Doktorvater einmal fragte …

    … warum die Europäer sich allweil den amerikanischen Interessen beugen, selbst wenn es ihnen schadet, bekam er zu Antwort :

    "Geld. Wir geben den europäischen Führern säckeweise Geld und wir haben sie ALLE gekauft."

    Das ist nun schon ein Weilchen her, aber es gibt keinen Anlass zur Vermutung, dass sich das geändert haben könnte – ein paar aufrechte Osteuropäer wohl ausgeschlossen.

  2. Die alte abgetakelte pax americana ist heute ungefähr so attraktiv wie das bröckelnde Sowjetimperium vor 30 Jahren. Die elendesten und willfährigsten Vasallen, allen voran das immer lächerlicher daherkommende und sich selbst abschaffende Merkeldeutschland, werden den tiefsten Fall erleben.

  3. Ja genau so ist das!

    Sicher sind die Russen auch keine Engel aber das können sie sich auch nicht leisten, bei der Bedrohungslage der sie sich (noch) gegenüber sehen.

    Das Russland außerdem eigene politische Ziele hat und diese auch verfolgt ist richtig und völlig legitim! Alle Aktionen die den Russen heutzutage so in der "Presse der freien Welt" vorgeworfen werden sind lediglich als Reaktionen auf die ständigen Angriffe des amerikanisch gesteuerten Westens zu sehen und überwiegend, den Umständen entsprechend verhältnismäßig ausgefallen.

    Die Verantwortlichen der US Politik der letzten Jahrzehnte sind dagegen regelrechte Schlächter, die sich bereits mehrfach direkt und indirekt des Völkermords schuldig gemacht haben.

    Russland war schon einmal in den Klauen dieser Blutsauger und hat dafür sehr geblutet! Mit Jelzins Abgang hat sich das geändert und entgegen der Propaganda der westlichen Qualitätsmedien haben 15 Jahre unter direktem und indirektem Einfluss Putins die Lebensbedingungen der Russen in einem Maße verbessert wie es 1999 bestimmt keiner für möglich gehalten hat.

    Wer will den Russen verdenken das sie auf ein zweites Gastspiel des IWF gerne verzichten und überhaupt wenig vom westlichen Finanzsystem halten.

    Man möchte hoffen das Russland und China ihre Abnabelungspolitik vom Dollarsystem fortsetzen und auf absehbare Zeit zu einem erfolgreichen Abschluss bringen, dann hat es auch ein Ende mit den amerikanischen Kriegen, den wirtschaftlichen und militärischen!

    1. Und hoffen wir einmal, dass sich auch das deutsche Volk dann von den US-Blutsaugern befreien kann und endlich seinen freien Weg an der Seite Russlands wählen kann, zum Wohl beider Staaten und möglicherweise aller europäischen Staaten. Vielleicht werden wir dann endlich wieder frei, können einen eigenen Staat mit Verfassung gründen. Ansonsten bleiben wir auf ewig Sklaven entweder der einen, oder der anderen Seite, ihren Machtgelüsten immer ausgeliefert und rechtlos, so, wie seit 1945 bis heute!

    2. Genau meine Ansicht. Noch sind das Militär und die Lobby-Wirtschaft der VS-Amerikaner stark, aber mit der Neuen Seidenstraße und den derzeitigen Vorgängen betreffend der Dollar-Abkopplung wird sich wirtschaftlich einiges in den VSA verändern – dann können sie auch militärisch nicht mehr viele Regionen besetzt halten und zu ihren Gunsten per UCC verwalten, was sie meiner Ansicht auch auch nur erreichen konnten, weil sie durch Lug, Betrug und Vortäuschung falscher Tatsachen (erst) in den 2. WK eingriffen, als alle Kriegsparteien bereits sehr geschwächt waren (und sich danach als Held und Befreier feiern ließen, um anschließend die Neue Weltordnung und die Globalisierung unter ihrer daraus resultierenden Vormachtstellung vorantreiben zu können). Mit der Versiegen der Wirtschaftsgewinne wird auch deren Militär mit den Jahrzehnten immer kleiner werden, sodass sie sich militärisch endlich nur auf ihr Territorium konzentrieren müssen. – Aber naja, vielleicht wird die VSA mit ihren Provikationen zu einem 3. WK auch viel schneller an ihre Grenzen kommen, denn die Russische Förderation und China haben endlich erkannt, dass sie die Machtgelüste der VSA eindämmen können, wenn sie erkennen lassen, dass dieser 3. WK auch das Territorium der VSA ereichen wird – und das lassen sie seit kurzer Zeit durchblicken… – Die VSA sollte sich langsam, aber sicher, warm anziehen und von ihren globalen Weltordnungsinteressen, die eigentlich nur ihre Interessen sind, ablassen. Ich kann mir schlecht vorstellen, dass die Europäer (und das ist nicht die EU!) gerne Krieg für die VSA führen wollen oder für irgendeine andere Nation. Die Deutschen haben ihre bürgerfeundlichen Werte und Rechte bereits mit dem Putsch und der Übernahme der Weimarer Republik verloren, also werden sich die (aufgewachten und informierten) Deutschen äußerst ungern für ein korruptes und menschenfeindliches System einsetzen. Gelle? 😉

       

  4. Der kühle, wenn nicht gar eiskalte Empfang von Präsident Obama beim G20-Gipfel in China spricht eine mehr als deutliche Sprache! Dort ist man nicht (mehr) gewillt, diese arrogantes US-Gehabe hinzunehmen!

  5. »Auch wenn die Amerikaner faktisch nur noch mit Schuldscheinen bezahlen können, weil sie hoffnungslos überschuldet sind. Doch erkaufte Freunde, sowie jene die man »zu ihrem Glück« zwingt, sind auf lange Sicht illoyale Freunde. Wer stets von oben herab behandelt wird, dürfte auch keine Chance auslassen, dem arroganten Befehlsgeber in den Rücken zu fallen.«

    Mit geraubten, schuldlos Gefangenen, und Schuldscheinen als Reichtum wollen die Deppen Kriege gewinnen und eine Neue-Welt-Ordnung, der Neuen Welt Gottes engegenstellen.
    Milliarden und nicht Millionen Menschen weltweit, beten für die Befreiung von diesen Bestien und kämpfen dagegen. Jede Minute kommen 40 solcher Menschen hinzu. 

    Zieht euch schoneinmal warm an, denn für euch wird es kalt; und dann sofort wieder aus, denn für euch wir es höllisch heiß.

    1. " Wer stets von oben herab behandelt wird, dürfte auch keine Chance auslassen, dem arroganten Befehlsgeber in den Rücken zu fallen.« " – Nicht, wenn gerade die Regierenden haufenweise bestochen werden.

      " Auch wenn die Amerikaner faktisch nur noch mit Schuldscheinen bezahlen können, weil sie hoffnungslos überschuldet sind. " – Wir zahlen seit der Besetzung durch die Westmächte alle mit Schuldscheinen (Papiergeld und Münzen ohne Wert).

      " Milliarden und nicht Millionen Menschen weltweit, beten für die Befreiung von diesen Bestien und kämpfen dagegen. " – Dem ist nichts hinzuzufügen.

       

  6. Stärke braucht keinen Chauvinismus

    Gut auf den Punkt gebracht. Interessant, ist daher, dass Putin hierzulandemedien als der Chauvinist gilt. Hingegen Obama als smart und soft. Klar, und Merkel ist Mutti. 

    1. #Grüne Maske,

      wenn Merkel "Mutti" sein soll, dann wäre ich gern ein Waisenkind.

      Merkel war nie Mutti, sie ist es gegenwärtig nicht und wird künftig auch nie eine Mutti sein.

      Eine Beleidigung, für jede liebende und fürsorgliche Mutti.

      Merkel = Mutti enstpricht für mich nur Personenkult.

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