USA: Untrügliche Zeichen einer Blasenbildung

Einige Indizien sprechen ganz klar dafür, dass sich die Vereinigten Staaten wieder im Blasenmodus befinden. Der nächste Crash ist unausweichlich und dürfte in den nächsten beiden Jahren stattfinden.

Von Marco Maier

Es gibt verschiedene Indikatoren, die eine Blasenbildung an den Finanzmärkten verdeutlichen. Vor allem dann, wenn man bestimmte Verhältnisse betrachtet und sie mit früheren Blasen und Crashs vergleicht. Auch heute befindet sich die US-Wirtschaft offentlichtlich im Blasenmodus.

Ein Beispiel dafür ist das Verhältnis zwischen den Finanzanlagen der Haushalte und den verfügbaren Haushaltseinkommen. Wie eine Grafik von "The Felder Report" verdeutlicht, gab es sowohl vor der "DotCom-Blase" 2000/2001 als auch vor der Immobilienkrise 2007/2008 einen rapiden Anstieg im Verhältnis dieser beiden Kennzahlen. Und heute? Heute sieht es nicht besser aus, wie man sieht:

Die Relation von privaten Assets zu den Haushaltseinkommen. Bild: TheFelderReport.com
Die Relation von privaten Assets zu den Haushaltseinkommen. Bild: TheFelderReport.com

Doch das ist nicht alles. Man muss sich auch einmal ansiehen, wie sich das verfügbare Haushaltseinkommen zusammensetzt. Dort nehmen die Sozialtransfers einen wachsenden Anteil ein. Noch 2007 machten diese einen Anteil von etwa 15,5 Prozent der verfügbaren Realeinkommen der Haushalte aus. Seit 2010 bewegt sich der Anteil faktisch konstant bei knapp über 20 Prozent und weist seit 2013 einen langsamen aber sukzessiven Anstieg auf.

Der Anteil der Sozialtransfers an den verfügbaren Haushaltseinkommen in den USA wächst.
Der Anteil der Sozialtransfers an den verfügbaren Haushaltseinkommen in den USA wächst.

Das heißt: Immer mehr US-Amerikaner sind zu einem immer größeren Teil von den Sozialtransfers der öffentlichen Haushalte abhängig, gleichzeitig wachsen jedoch die Werte der Anlagen im Vergleich zu den Einkommen (aber auch real von 53 auf 72 Billionen Dollar) deutlich an. Diese Verzerrung kann nicht mehr lange gut gehen. Insbesondere auch deshalb, weil das reale Medianeinkommen der Haushalte inzwischen deutlich unter dem Wert von 2000 befindet.

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Denn die höheren Vermögenswerte bringen auch höhere Mietkosten mit sich und viele Amerikaner – insbesondere jene, die auch auf Sozialtransfers angewiesen sind – stehen vor massiv wachsenden Wohnkosten. Immerhin wollen die Eigentümer der Immobilien auch eine entsprechend hohe Rendite erzielen, und wenn die Wohnungen und Häuser deutlich teurer werden, müssen auch die Mieten entsprechend anziehen. Doch wenn die Mieter diese nicht mehr bezahlen können und Zahlungsausfälle folgen, wird auch die Bedienung der Immobilienkredite der Eigentümer schwierig.

Auf jeden Fall bröselt in den Staaten die Mittelschicht weg, während die oberen 10-15 Prozent derzeit noch von der Geldschwemme in die Finanzmärkte profitieren. Doch weil das Spiel auf Dauer nicht funktionieren kann – wie schon die früheren Exzesse zeigten – ist der Crash unausweichlich.

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13 Kommentare

  1. Mit anderen Worten..der kapitalistische Motor stottert..ächzt..und stöhnt.

    Dann ist ein Boxenstop auch in Deutschland nicht fern..Commerzbank..Siemens..etc.

    Sollen die Fluchti's den Wagen anschieben..oder dienen sie als Kolbenfresser.

    Leute kauft euch Kämme..gibt 'ne lausige Zeit.

    1. @Brutus

      …gegen Läuse braucht man nicht unbedingt Kämme! Da gibt's ein (auf Wirksamkeit erprobtes) Granulat in Dosen… von IG-Farben… oder Bayer… oder Monsanto… oder wie auch immer die jetzt heißen. Die 1kg-Dose hat zuletzt 5,40 RM gekostet – zumindest für Großabnehmer. Möglich, dass das Läusemittel mittlerweile etwas teurer geworden ist… Inflation und so. Fragst Du Deinen Apotheker nach Zyklon A, B oder C…. 🙂

      1. @GEZwungener

        ..so ein Umweltsünder aber auch..gleich mit der Chemiekeule drohen.

        Haare ab..somit den Wirt entfernen..und die Läuse müssen sich 'ne andere Bleibe suchen..nicht verzagen..Oma fragen.

  2. Lieber Marco,,

    Du kannst/könntest den FilmStreamen "The big Short" hier wird das US-Mortage mit Trash-LoI (Faule-Kredite) spekulationen aufgegeigt,, am Anfang etwas Fade danach folgt ein kettenreaktion auf's andere wie das Zusammenbruch durch Vrrschwiegenheit hinweg getäuscht wird. 

  3. Der "Crash" wird mit stetiger Erhöhung der umlaufenden Geldmenge hinausgezögert. Dies funktioniert deshalb so gut, weil es zwischen der nicht durch reale Werte gedeckten Umlaufgeldmengenerhöhung und der unvermeidbar folgenden Kaufkraftentwertung einen ausreichend großen zeitlichen Versatz gibt. Inflation ist immer nachlaufend.

    Gleichzeitig vollführt die "Nicht-USDollarwelt" ebenso problemgetrieben eine expansive Geldpolitik, was die Wechselkurse unter den Währungen zum USD relativ stabil hält und den tatsächlichen Geldwertverlust zusätzlich verschleiert. Noch mehr Zeit wird so gewonnen.

    Allerdings beschleunigt dieses Vorgehen enorm die Verarmung, wenn vom "Staat auf Pump" die Transferleistungen nicht zeitnah angepasst werden – was in USA und Europa Realität ist. Dies führt zwar zügig zur Unzufriedenheit der "Unterschichten", zu Gemaule bzw. Revolutionsgelüsten, aber nicht zum Finanz-Crash.

    Der Crash kommt erst, wenn die Inflation die Renditen des Geldadels einholt, diese mit ihren Investments unzufrieden werden, weil sie ihr Vermögen schwinden statt (netto) wachsen sehen. Dann knallt's. 

    1. @GEZwungener

      ..dann haben wir ja noch etwas Zeit bis zum ''Knall''.

      Hier vielleicht ein kleiner Trost..etwas bitter aber naja:

      Es ist unser Irrtum das wir den Tod in der Zukunft erwarten.

      Er ist zum grossen Teil schon vorrüber.

      Was von unserem Leben hinter uns liegt,

      hat der Tod.

      Senesa

      1. PS: kennen sie den schon:

        Nichts ist so kümmerlich,so leidlich

        und so kläglich,

        als das nicht Humor und Witz

        es machten noch erträglich.

        Volksmund(Nazi..?)

    2. Überflüssiges Geld in kleinen Chargen von Gold- und Silbermünzen anlegen. Etwas Barkohle in € und CHF zu Hause bunkern und immer das Girokonto plündern. Das ist gerade meine Vorgehensweise. Überlebenswichtige Lebensmittel hab ich auch gebunkert ebenso so wie Energie. Hoffen wir nicht, dass es zu einem Atomkrieg kommt. Denn dann ist in DE alles für den Arsch und die schönen Vorräte auch. 

  4. Ich antworte mir hier gleich selbst, gerne können Sie es auch direkt ausbessern und diese Antwort hier entsprechend dem Orkus zuführen, denn: klugscheißen will gelernt sein.

    Englische Billions sind natürlich deutsche Milliarden und nicht Millionen. O:-) Englische Trillions dann entsprechend deutsche Billionen.

    Flasche leer, isch abbe fertig. 😉

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