Ungarischer Minister kritisiert EU-Parlamentspräsident Schulz und Außenminister Asselborn

Scharfe Kritik an der feindseligen Haltung gegenüber der ungarischen Politik durch EU-Parlamentspräsident Schulz und Luxemburgs Außenminister Asselborn übt der ungarische Minister für Humanressourcen, Zoltan Balog.

Von Redaktion/dts

Ungarns Minister für Humanressourcen, Zoltan Balog, hat EU-Parlamentspräsident Martin Schulz und Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn eine Schwächung des "Zusammenhalts in Europa" vorgeworfen. Es sei "gefährlich", dass "sich in Europa immer noch solche Politiker durchsetzen können, die weder die Realität kennen noch ein funktionierendes Rezept zur Lösung der Probleme haben, aber dafür aggressiv nach Sündenböcken suchen", sagte Balog der "Welt". Zuvor hatte Asselborn in einem Interview mit der Zeitung einen Ausschluss Ungarns aus der EU gefordert.

Balog sagte nun, Asselborn selbst sei "ohne Bedeutung", das Problem sei aber dass er "einen Typ Europapolitiker verkörpert, der gefährlich ist". Ein anderes Beispiel sei EU-Parlamentspräsident Martin Schulz, der "auch in so einem Ton" rede. Vor dem EU-Gipfel in Bratislawa am Freitag über die Zukunft der EU nach dem britischen Brexit-Votum unterstrich Balog, dass Europa sich zunehmend regional differenziere. Neben dem mitteleuropäischen Block der Visegrad-Länder rückten auch die Süd- und die Nordeuropäer enger zusammen.

In dieser Konstellation sei die Frage nach der Zukunft Europas eigentlich eine Frage, "wie sich Deutschland in dieser neuen regionalen Auffächerung plaziert". Deutschland sei "ideal dazu geeignet, als Brücke zwischen den Differenzen zu dienen, Mitteleuropa zu verstehen und es jenen im Westen näher zu bringen, die nie die kommunistische Gewaltherrschaft erleiden mussten". Balog betonte dass Ungarn künftig stärker das kulturell-historische Erbe des Habsburgerreiches pflegen wolle, unter anderem mit umfangreichen Programmen zum 100-jährigen Jahrestag der Krönung des letzten Habsburger Kaisers und ungarischen Königs Karl IV., der 1916 den Thron bestieg. Von einer "Re-Habsburgisierung" Ost-Mitteleuropas könne man trotz spürbar engerer Kooperation der Nachfolgestaaten des Kaiserreiches aber deswegen nicht sprechen, "weil Österreich derzeit nicht dabei ist".

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Balog gilt als federführender Gestalter der 2011 beschlossenen europäischen Strategie zur Integration der Roma. Diese Politik habe in den letzten Jahren Erfolge, aber auch Rückschläge erlitten, sagte er. Die Arbeitslosigkeit unter den Roma in Ungarn habe sich seit 2013 von 39,5 Prozent auf 28,2 Prozent verringert, die Zahl der Roma-Studenten an Universitäten verdoppelt. Ein Rückschlag sei die Zunahme von Schwangerschaften bei Minderjährigen. Die größte Gefahr für diese Integrationspolitik der Roma in der EU sei derzeit die Flüchtlingskrise. Denn die Integration der Flüchtlinge werde zum Teil aus EU-Töpfen gespeist, die eigentlich für die Integration "der Roma, unsere eigenen Bürger" vorgesehen waren.

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15 Kommentare

  1. Tja, noch hat Ungarn Politiker, die sich Ihrem Volk halbwegs verbunden fühlen, zumindest exorbitant mehr als z. B. deutsche Politiker! Die mehr oder weniger durch rückgratloses und volksverachtendem Benehmen glänzen! Ganz im Sinne eines Diederich Heßling. Einfach nur abstoßend und ekelerregend.

  2. … und Österreich ist derzeit nicht dabei, weil die Wahlbeteiligung von 600% einfach zu offensichtlich hoch war und weil die Neuwahl durch ein Klebeproblem des Briefumschlages nicht durchgeführt werden kann.

    Also wenn das man kein Zufall ist. Vermutlich ein Einzelfall wie schon in Schottland.

    https://www.youtube.com/watch?v=yAHEbM3lgMs

    oder in Hamburg

    https://www.youtube.com/watch?v=A63UxvvP4jQ

    oder …man läßt es erst gar nciht soweit kommen wie in Katalonien

    https://www.youtube.com/watch?v=fzUCrFo3Vxo

  3. Er hat völlig recht. Darüber hinaus muß man aufpassen, daß die derzeitigen Drahtzieher in der EU nicht eine kommunistische Gewaltherrschaft in ganz Europa errichten.

  4. Dja, Erfahrungen haben ja gewisse (ost)deutsche Politiker für eine Gewaltherrschaft. In der ehemaligen DDR war das ja an der Tagesordnung. Und die Ungarn kennen das auch noch zu gut. So lange ist das ja noch nicht her. Und deshalb sind auch viele Ostdeutsche gegen diese Politik. Die Alt-Wessis waren sehr naiv, als der Wechsel kam. Und das ist jetzt die Quittung.

    1.  @Sachsenmädel Das mit Ost und West und Wiedervereinigung nicht Wiedervereinigung  ist noch vage, offensichtlich supergeheim, da es zum Himmel stinkt. Kam es überhaupt zu einer Wiedervereinigung? Oder kam es nur zu einer Vereigung unter die Hoheitsgewalt von US-rael? Hatte die DDR den Segen der Russen als selbständiger Staat, der sich mir der BRD wiedervereinigen konnte? Was ist mit dem GG , das im Oktober außer Kraft gesetzt worden ist(Art 23 GG). Wie steht es mit den osteuropäischen Staaten? Sollten sie nicht niemals in die NATO? Fragen, über Fragen  die nicht beantwortet werden.

  5. Nennen wir doch das Kind beim Namen: Die Typen sind überheblich und haben nicht mehr alle Latten am Zaun . Etwas Besseres als den Ausschluß aus der EU kann Ungarn nicht passieren

    1. @ kalte Sophie

      ein EU-Ausschluss (egal wer Megaphoniert) ist vollkommener Blödsinn und Defuise!! Liefert den Lügenmedien weitere Munition zwecks Bashings-Terror ..!!

      2004 EU-Erweiterung (inkl. Griechenland) sowie folge Staaten,, good-will schleusung war verherendes und grotesker Fehler – Was heute Attestiert (Sozial und Wirtschaftlich) wird. Diese Länder sind nicht EU-Fähig – auch in den folgenden 50Jahren nicht.

      Weil die EU-Gründer diese Länder nie verstanden und nie verstehen werden..!!

      Die Vereinigte-Königreich und Skandinavischenländer sind ebenfalls vom anderen Kerbholz, England und Wales haben es verstanden,, haben sich vorzeitig den Ticket beschafft!

      Die EU steht in der Scheidepunkt,, das ist auch GUT soo..!
      Ein Challange für jedes Mitglied,, Brüssel-Konsortium ist Out ein NoGo-Institution ..!!

  6. Mein lieber Zoltán,

    sei bitte vorsichtig mit deiner endlosen Sehnsucht nach "Re-Habsburgisierung". Die Geschichte lehrt uns was anderes. Kooperation auf Augenhöhe ja, Neuversklavung nein. Selbst die Erwähnung  der von Inzucht stark heimgesuchten Kaiser-Familie löst in jedem Normalbürger des Landes Schüttelfrost us.

    1. "Selbst die Erwähnung  der von Inzucht stark heimgesuchten Kaiser-Familie löst in jedem Normalbürger des Landes Schüttelfrost aus."

       

      und krätze

      1. Er spricht  ja auch nicht davon, daß er wieder eine Habsburger-Monarchie errichten will sondern nur davon, daß er die kulturell historischen Leistungen der Habsburgerzeit ehren und ihre identitätsstiftende Rolle würdigen will. Jeder der sich mit der diesbezüglichen Geschichte beschäftigt hat kann das nur unterstützen.

        1. Nun, diese "kulturell historischen Leistungen" -schön formuliert- trugen nicht wenig dazu bei, das Ungarn 2/3 seines Territoriums verloren und ein Land zweiter Klasse degradiert hat.

        2. Indetitätsstiftende Rolle….

          Huh, ich vermute stark lieber Kollege, die betroffenen Kapitels dieser Geschichte sehr oberflächlich zu kennen. Ungarn war in den XV-XVI Jh. eine dominierende Zentralgroßmacht mit drei Meeresküsten in Europa. Die türkische Invasion dann die Habsburgszeiten, später der russisch-jüdische Kommunismus mit Hilfe des Westens erledigten ihre Arbeit…

          1. Die Habsburgergeschichte ist vor allem eine österreichische. Die Ungarn haben in der Regierungszeit Kaiser Franz Josefs I selbst und eigenständig beschlossen sich mit Österreich im sogenannten Dualismus zusammen zu tun, weil auch unter anderem, man sich  mit der von den Habsburgern geprägten Kultur identifizieren konnte! Was offensichtlich auch noch heute (s.o.) der Fall ist.

  7. Es ist total verständlich das nicht besonders große Länder wie Ungarn wie Tschechien etc keine Hunderttausende von sogenannten Asylanten aufnehmen können. Das war eine falsche Rechnung Frau Merkel. Sein Versagen auf andere Länder abzuschieben zu wollen ist ja wohl die allerletzte Hinterhältigkeit Eu Partnern gegenüber. Diese Länder haben lange genug unter Bevormundung euerer SED Verbrechen gelitten. Frau Merkel inzwischen haben sehr viele den Wolf im Schafspelz erkannt. Raus mit diesen SED und Stasi Gesindel aus Europa.

  8. Es geht doch gar nicht darum Fluechtlinge, jetzt aufzunehmen, sondern diejenigen die von anderen Staaten in millionenfacher Zahl dann spaeter nicht abweisen zu koennen. Ungarn kann sich vielleicht jetzt weigern Asylbetrueger abzuweisen. Werden diese jedoch von anderen Laendern wie z.B. Deutschland eingebuergert, koennen diese nach einiger Zeit, mit dem EU-Pass als EU-Buerger ganz legal sich ueberall in der EU wo es ihnen gefaellt, oder wo bereits ihre Freunde und Verwandte leben niederlassen, wohnen oder arbeiten, oder anderes. Da Ungarn ein schoenes Land ist, wuerden viele dorthin gehen. Ungarn wie auch andere Laender koennten gar nichts dagegen unternehmen, sog. Niederlassungsfreiheit. Wie sollten sie denn dagegen argumentieren? Auch zahlenmaessig gaebe es keinerlei Beschraenkungen.

    Und seien wir mal erhlich die Meisten die nach Deutschland kommen, kommen doch nur wegen der 4 Euro am Tag fuer den Anfang. Gibt es die nicht mehr, kaeme keiner mehr. Und gibt es die nicht mehr, nachdem sie eingebuergert sind, werden wohl viele auch nicht da bleiben. Keiner kommt hierher weil er "Deutscher" sein will. Das is laecherlich. Die meisten werden in ihrer Kultur weiterleben wollen, und das koennen sie nur wo viele aus ihrer Kultur bereits leben, oder wo sich vielle ansiedeln wollen.

    Klein Britannien hat das erkannt und bereits das Weite gesucht. In 2 Jahren, wenn sie draussen sind brauchen sie keine nicht europaeische EU-Buerger aus EU-fernen Kulturen mehr aufnehmen. Das diese Gefahr besteht sieht man doch an Calais, wo Illegale unbedingt nach UK wollen. Warum denn? Ist denn Frankreich ein schlechtes Land? Lebt es sich dort nicht gut genug?

     

     

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