Staatsschulden: Schuldenschnitt oder Hyperinflation als Lösung des Problems?

Die meisten Industriestaaten sind hoffnungslos überschuldet. Besser wird es nicht mehr, zumal die Zinsen nicht ewig so niedrig bleiben werden. Da bleiben nur zwei Lösungen übrig: Ein rigoroser Schuldenschnitt oder Hyperinflation.

Von Marco Maier

Der einzige Grund, warum die überbordenden Staatsschulden für die meisten der entwickelten Staaten (noch) kein Problem darstellen, sind die aktuell äußerst niedrigen Zinssätze, die für die Bonds und Kredite anfallen. Doch eine Zinserhöhung kommt so sicher wie das Amen im Gebet und damit kommen dann auch die Probleme bei der Refinanzierung der enormen Schuldenberge.

Wenn nämlich nicht mehr nur 5-10 Prozent der Steuereinnahmen für die Zinsen aufgewendet werden müssen, sondern 20-25 Prozent, sieht es bei den meisten Staatshaushalten angesichts des fehlenden Spielraums durch ohnehin schon hohe Steuerquoten recht schnell mau aus – weitere Steuererhöhungen sind faktisch nicht mehr drin. Immerhin werden von den Steuern schon jetzt auch die Sozial- und Rentenkassen quersubventioniert, weil die Sozialabgaben selbst oftmals kaum ausreichen. Dort massive Kürzungen vorzunehmen ist schwierig, wenn man sich nicht eine breite Bevölkerungsschicht zum Feind machen will.

Das lässt eigentlich nur zwei Möglichkeiten übrig, zumal die meisten Länder ihre Schulden auch in der eigenen Landeswährung aufgenommen haben: Entweder man wagt den Schuldenschnitt (was durch die massiven Käufe von Staatsanleihen durch die Zentralbanken möglich wird), oder man geht gleich direkt zur Finanzierung der Staatsausgaben durch die Druckermaschine über und sorgt so für einen massiven Anstieg bei der Inflation. Beide Möglichkeiten gehen zulasten der Gläubiger, wobei letztere Option zusätzlich noch zu finanziellen Verferfungen bei der Bevölkerung führt.

Auf jeden Fall müssen die Käufer von Staatsanleihen damit rechnen, dass ihre "Investitionen" unter Umständen – allen "Top-Ratings" zum Trotz – schnell einmal wertlos sind. Und im zweiten Fall der Inflationierung Bargeld und Bankguthaben gleich noch mit dazu. Wenn das nicht mal gute Aussichten sind?

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16 Kommentare

    1. Versuchen wir es nochmal zusammen anonymus1.

      Werd das eine noch das andere, ein sich selbst tragendes System das seine Schulden nur soweit ausdehnt wie es seinen Waren und Dienstleistungsausstoß erhöht. Und da alles Fiat Money ist wird es am Ende auch wieder dazu. Die vermeintliche Erbschaft wird versteigert, der Erlös geht an die Bank und die Schulden verschwinden dorthin wo sie hergekommen sind, im nirgendwo. Das ein wirklich fairer Generationenvertrag würd ich meinen. 🙂

       

  1. Beim Schuldenschnitt sind Renten und Versicherungen weg …

    bei Inflation hingegen ist Alles futsch, außer Sachwerten.

    In beiden Fällen trägt der kleine Mann die Pappnase.

    Also : Freie Auswahl.

  2. @Marco Maier

    Warum wird niemals angedacht, der sogennnate Staatsschuldenschnitt??? Keiner traut sich das zu Sagen……..Warum müssen die Privatbanken immer nur auf Kosten anderer "Kohle" machen?(EZB-also WIR).

    FED und Co darf man hier nicht vergessen………

    Ja ja ich Weiß schon.gegen die Dingsbumbs kriecht ein jeder,außer ein ehemaliger Österreicher aus Braunau…….Und Krieg will ich keinen,nur einen Schuldenschnitt! Und wenn diese diesen nicht machen,sollten WIR eine Gemeinnützige Bank errichten. So könnten WIR den Sumpf OHNE Blutvergießen austrocknen!mfg-

    Austriak

  3. Lieber Marco

    Da macht du gleich Nägel-mit-köpfen so eifach lässt sich es nicht erkären und schon garnicht mit 2Lösungsvorschlägen alles unter dem Teppich kehren.

    Marco, bedenke es wirt nicht mehr mit Goldreserven die Staatsverschulds Mässlatte ausgehebelt- sondern mit Imaginären Geldwerten wo sich der im umlauf zirkuliert und ein gegen Anreitz in Bewegung setzt. Diese werden durch die Nationalendruckpresse ausgegliechen – sobald wieder mehr Konsumiert wird gleicht sich die Menge an Geldwert ausgeglichen. Was leztendlich nur Buchungswert dar stellt.

    Also,, je mehr Geld um so mehr Konsum somit verbilligt sich das Produkt von Hersteller/Handwerkers.

    Bedenke,, die Raitingagenturen sind Käufliche-Institute die auf Bashing und sonstigen Emissionen scharf sind.

    Zinzsatztregulierung ist nicht weiter als Absichtserklärungen die von LIBOR festgelegt wird.

    Ost-EUROPA wird als Trash gehandelt da diese Wirtschaften sogenanten Geldwert überschritten haben und kein fluktuation herrscht. Hinzukommen die SüdEuropa Staaten in folge Buchungswert von der niedrigen Zinzsatzt profitieren durften und auf Pump die Staatsverschuldung in die Höhe trieben – Die Maroden EU-Länder.

    EURO ist immer noch als Relevant zu gewichten als der US-Dollar – Aber bis Weltwirtschaft diese ins Abseitsdrängt und kein Nachfrage darstellt.

    EUROPA Steuert zielgerade auf Rezession zu diese wird durch Inflation ausgeglichen so lange die Druckmaschinen auf Hochturen laufen wird auch die Inflation zu nehmen aber wie gesagt durch LIBOR wird das zürück gehalten..

    Aktuell dürfen Nationalbanken keine Reserven für Banken oder Institutionen aufbewahren – denn die müssten eben zürück bezahlt werden – Daher wird ein Zinzsatzfällig wenn Gelder/Geldwerte/Buchungsgeld beim Nationalbanken gelagert wird – Um Sicher zu stellen das-das Geld noch sein Wert hat denn mann/frau deponiert hat als Notgroschen od Investitionkapital für die Rente…..

     

    1. Nationalbanken erheben sogenante "Negativzinzsatz" bzw. "Strafzinzen" auf die Gelder die Einbezaht/Hinterlegt wurden..

      Also 0.5 bis 2% p.A. Penalty gebühren werden fällig.

      Daher muss es zum Konsum angefeuert werden – Wer Spart zahlt mit Zinzeszins drauf…

  4. Die Durchschnitszinsen der ausstehenden Staatsanleihen liegen in praktsich allein Staaten nach wie vor deutlich über den aktuellen Marktzinsen, d.h. selbst wenn die Zinsen um ca. 2 Prozentpuntke steigen würden, würde die Zinslast nur nicht mehr weiter fallen. Und auch bei einem Zinsanstieg um 4 Prozentpunkte, bleibe die Zinslast weitaus niedriger als noch in den 1990er Jahren. 

     

    Weshalb aber sollten die Zinsen deutlich steigen? Das würde nur geschehen, wenn das (nominale) Wirtschaftswachstum deutlich anzieht, dann aber steigen auch die Steuereinnahmen kräftig. 

     

    Abgesehen davon fallen die Staatsschuldenquoten mittlerweile in einigen Staaten oder stagnieren zumindest. 

  5. Es ist noch eine weitere Möglichkeit offen :

    In einem durch das Kapital kontrollierten "sozialistischen" Wirtschaft in der das Vermögen vollständig kontrolliert ist und die Produktion vollständig kontrolliert ist und die Verwaltung, und das Individuum z.B durch Abschaffung des Bargeldes vollständig kontrollierbar ist und somit 100% abhängig von den Machthabern , braucht das "internationale Kapital" die Verschuldung, die heute die Kontrolle über die Gesellschaft ermöglicht, nicht mehr.

  6. Vielleicht erinnern Sie sich daran, dass 2008 notleidende Banken noch mit einem Bail-out gerettet wurden. Das heißt mit dem Geld der Steuerzahler. Nun ist es so, dass marode Finanzinstitute mit einem Bail-in wieder aufgerichtet werden. Sprich: Durch die teilweise Enteignung von Aktionären, Einlegern und Sparern. Erst dann kommt der Steuerzahler dran. Die Italiener haben erst vor Kurzem von der Bail-in Regelungen Gebrauch gemacht. Und zwar im Juli 2016 bei gleich vier Banken in der Toskana. Nur ist das an vielen hierzulande "vorbeigegangen". Bei den Italienern jedoch nicht.

  7. Schuldenschnitt kommt für Deutschland nicht in die Tüte!

    In Deutschland müssen Lebensversicherer, Riester- und Rentenkassen 25% der verwahrten Gelder in Staatsanleihen investieren – also einen gewaltigen Batzen zur Staatsrefinanzierung beitragen. Für den Staat ist das quasi ein "kostenloser Dauerkredit". Er leiht (über diesen kleinen Umweg) das Geld der Bürger, denen der Zugriff darauf auf Jahre vertraglich verboten ist (Fälligkeit erst zur Rente) und zahlt darauf mickrige Zinsen aus den Steuergeldern der selben Bürger. Wollen diese Rentensparer irgendwann nach Laufzeit ihr Geld aus Rente oder Lebensversicherung ausgezahlt haben, wird einfach auf jüngere Sparer umgeschuldet.

    Versicherungen und Rentenkassen managen für den Staat diese Umschuldung und damit die Kreditverlängerung auf ewig. Als Belohnung für diese Mühe sorgt der Staat regelmäßig für neue Gesetze oder Zwänge, dass der Bürger noch mehr private Vorsorge mit Kapitalprodukten betreiben muß. Selbst eine schnöde Rentenbeitragsanpassung um 1% spült den Akteuren zusätzliche Milliarden in die Kassen, wovon wiederum 25% in Anleihen fließen müssen, mit den restlichen 75% darf am Kapitalmarkt gezockt werden.

    Und jetzt kommts! Da Versicherungen ganz hervorragend mit Banken verwoben sind, wird ein Teil der (Bürger-) Beiträge als Sichteinlagen auf Bankkonten deponiert. Das wiederum ermöglicht Banken die Giralgeldschöpfung um den Faktor 10 der Einlagen. Dieses zusätzlich 'künstliche Geld' existiert nur als Zahl im Bankcomputer und wird als Kredit vergeben (z.B. Dispo-Kredite oder Konsumerkredite) und bringt gewaltig mehr Zinsen – Zinsen von den Bürgern, die eigentlich Vorsorgesparen wollen um der Altersarmut zu entkommen. So spült sich das Geld der kleinen Leute immer schön weiter nach oben.

    Ein Schuldenschnitt in Deutschland würde dieses System mit einem Schlag kollabieren lassen. Versicherungen und Banken wären über Nacht zahlungsunfähig, der Staat würde von niemanden mehr einen Cent Kredit bekommen und zwei Generationen wären ihrer Altersvorsorge beraubt – mit allen nachfolgenden Konsequenzen! Revolution und Bürgerkrieg wären noch die harmloseren Folgen…

    Noch mehr Bürgerkontrolle + gesteuerte Inflation wird wohl die bevorzugte Gangart der Berliner Raubritter sein. 

  8. "Immerhin werden von den Steuern schon jetzt auch die Sozial- und Rentenkassen quersubventioniert," Interessant, wie über die Jahrzehnte die Lügen der Politik in das Allgemeinwissen sogar von Journalisten, die ja nun wirklich sich nicht über mangelnde Bildungsstände beklagen können und eigentlich in der Lage sein müssten, die sich über Jahrzehnte hinziehenden Lügendgespräche und Handlungen von Realtitäten und Handlungen unterscheiden zu können. HANDLUNG, kOHL – Man – hat 2 Billionen DM mit Gesetzgebung den Rentnern aus den Guthaben der Rentenversicherung des Bunden(Vorgänger früher waren mehr und hiessen teilweise anders) entnommen und seinen Landeskauf der DDR damit finanziert. Deshalb muss der Deutsche Staat die bestohlene Rentenversicherung mit Steuergeldern querfinanzieren. Ich kann die Lügerei von dem Kofferträger Schäuble manchmal nicht mehr ertragen. SO, NUN ZUM EIGENTLICHEN THEMA: Die Schulden der Staaten, auch BRD und England belaufen sich realiter offiziell auf 2,3 Bio Euro oder Englische Pfunde uind mit allen Schattenhaushalten und ohne es jemals offiziell zuzugeben, auf das Doppelte. Beide Staaten haben runde 5 Bio Euro oder british Pound Schulden. Die übergigantischenSchulden konnten nur entstehen, weil sagtenhafte Veschwender und Volksausbeuter die Völker ausgenommen haben und diE Kohle für sich rausgeschmissen haben. Im Prinzip gehören diese alle wegen Veruntreuung angteklagt und vor ein Gericht gestellt und für Jahrzehnte in den Knast. Nur mal kurz so am Rande erwähnt. Nur hat der Normal weder den Durchblick noch die Macht, diese Bolde ihrer gerechten Strafe zuzuführen. NUN ZUM NOCH EIGENTLICHEREN THEMA: Der Schuldenerlass ist für die Anfangsstaaten der Verschuldeten im Süden meist die bessere Alternative. Für die Doofen im Norden bleibt wohl nur langfristig die Hypterinflation, weil wenn die auch noch einen auf Schuldenerlass machen, reichts ja für die Olivenproduzenten und fruit die Mar Produzenten nicht mehr für den Schuldenerlass. Comporende , signores, cappiche?????

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