Regionalismus statt Zentralismus

Zentralstaatliche Verwaltungen sind ein politisches Unding. Kleine Einheiten lassen sich viel besser verwalten und ermöglichen zudem auch deutlich mehr Mitbestimmung der Bürger.

Von Marco Maier

Zentralistische politische Gebilde neigen zu Verkrustungen, Überregulierung und Fehlorganisationen. Ein Paradebeispiel dafür ist die Eurozone, die Länder mit verschiedensten wirtschaftlichen und politischen Ausrichtungen in ein Korsett zwingt, welches für manche von ihnen zu straff und für manche zu lasch ist. Das Ergebnis: negative Verwerfungen, die allen Mitgliedern der Währungsunion schaden.

Auch sonst zeigen sich immer wieder zentralstaatliche Grenzen, die aus der Starrheit des Systems resultieren. Italien ist ein Paradebeispiel dafür, wie man durch die weitestgehende Zentralisierung einen von Subventionen und Unterstützungsleistungen abhängigen armen Süden geschaffen hat, der dem wohlhabenden Norden "auf der Tasche liegt". Auch Frankreich (welches als Vorbild für "moderne Zentralisierungstendenzen" gilt) sorgt mit seiner Staatsform immer wieder für interne Probleme.

Um Wohlstand zu schaffen braucht es Freiheit und Selbstbestimmung, eine gesunde Mischung aus Kooperation und Wettbewerb. Dezentralisierung und Vielfalt sind es, die zu einer kulturellen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Blüte führen können. Die heutige Schweiz ist ein gutes modernes Beispiel dafür, wie einerseits größtmögliche kommunale und regionale Autonomie gewährleistet werden kann, gleichzeitig jedoch auch ein Mindestmaß an Solidarität zwischen den Kantonen besteht (z.B. Mindestsätze bei den Steuern um einen zu starken Steuerwettbewerb zu verhindern und einen kleinen Finanzausgleich zur Stützung der schwächeren Kantone).

Doch in den Hauptstädten hat man Angst vor dem mit einer Dezentralisierung einhergehenden Machtverlust für die regierenden Eliten. Die sich dadurch bietenden Möglichkeiten für die Menschen für die sie eigentlich verantwortlich sind werden hierbei jedoch völlig ignoriert. Wer Machtmenschen an die Macht bringt, sorgt dafür, dass sie sich auch dort festsetzen.

Loading...

Wenn ihnen dieser Artikel gefallen hat, können sie uns mit einer Spende (hier) unterstützen. Es besteht auch die Möglichkeit das neue ePaper oder ein eBook im Shop (hier) käuflich zu erwerben

Spread the love

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: [email protected] nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

8 Kommentare

  1. Dem sagen wir ,, Kantönligeist und jeder Politische-Gemeinde darf sen eigenes Süppchen kochen. – Danach fusionieren Gemeinden zu einem einzigen Stastaapparatur,, Siehe Kanton Schaffhausen, alle Gemeinden haben sich vereingt zu einem Apparat!

     

     

  2. Ein Artikel, auf den ich lange warten musste.

    Ergänzend möchte ich anmerken, dass im Regionalismus es auch Krisen unendlich schwerer haben sich flächendeckend gleich zu Megakrisen auszuweiten – dieser Schutz gilt übrigens auch für herbeigeführte Krisen wie Euro-Schuldenkrise oder Flüchtlingsinvasionskrise, die ohne EU-Zentralismus in dieser schädlichen Größenordnung nie möglich gewesen wären.

    „Doch in den Hauptstädten hat man Angst vor dem mit einer Dezentralisierung einhergehenden Machtverlust für die regierenden Eliten.“

    Ja das dürfte tatsächlich der Hauptgrund der zunehmenden Zentralisierung in Verbindung mit der (One World) Globalisierung sein.

    Und unsere „Menschenfreunde“ von der Rotzgrün-Front, die als Oberschlaue über EU-Kritiker und Regionalpatrioten als „dümmste besiedelte Bundesländer“ schimpfen und in ihrer abgehobenen Überheblichkeit glauben mit „die offene Gesellschaft auch unter Druck verteidigen“ hier den tragischen (Anti)Helden spielen zu müssen merken selbst gar nicht, wem sie damit wirklich die Steigbügel halten: Den Globalisten, Kriegstreibern und Menschenausbeutern, dem Großkapital, den Super-Milliardären und den Chefs der unersättlichen Multis.

    Ja, Soros hat es erkannt: Was Besseres als der Sozialismus, der die Menschen per Überstaat klein und per Zentralismus unfrei hält, kann dem Kapitalismus gar nicht passieren – diese Drecksarbeit kann für ein paar Pöstchen (Brüssel) oder Brotkrumen („Unterstützung" Linker) prima delegiert werden.

  3. Übersichtliche und leicht verwaltbare Regionen lassen sich nicht so ungeniert Ausplündern! Die Leute würden zu viele Fragen stellen, wenn sie einen Überblick über die sie selbst betreffende Region hätten. Darum wird man sowas niemals wieder zulassen – niemals!

  4. Diese EUdSSR ist die Rückkehr in den Absolutismus, nach den 4 K Führungsprinzipien:

    kommandieren – kontrollieren – kritisieren – korrigieren, was 1789 zur franz Revolution

    geführt hat.

     

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.