Immer mehr Ökonomen kritisieren die Geldpolitik der Zentralbanken und die dafür mitverantwortliche Politik der Regierungen und Finanzpolitiker. Sie fordern die Regierungen dazu auf, etwas dagegen zu unternehmen.

Von Redaktion/dts

Unter führenden Ökonomen wächst die Sorge vor den Folgen der expansiven Politik der Zentralbanken. Allerdings sehen die Experten die Schuld weniger bei den Währungshütern, sondern vielmehr bei der Politik, die die Zentralbanken in eine Art Zwangslage bringt: "Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Geldpolitik keine nachhaltigen Effekte auf Wachstum und Beschäftigung hat", sagte der Wirtschafts-Nobelpreisträger des Jahres 2004, Edward Prescott, der "Welt am Sonntag". 

Eigentlich bestehe die Kernaufgabe einer Notenbank darin, ein effizientes Bezahl- und Kreditsystem bereitzustellen. "Die aufgeblähte Bilanz der US-Notenbank ist ein Zeichen für die Verlogenheit der Finanzpolitiker, die ihre Schulden einfach auf die Bücher der Notenbank überwälzt", kritisierte der Nobelpreisträger. "Für die Entwicklung einer Volkswirtschaft kommt es auf Steuern und Produktivität an", sagte Prescott. Beides liege in der Verantwortung der Politik.

Auch der renommierte Geldtheoretiker Stephen Cecchetti, Wirtschaftsprofessor an der Brandeis International Business School lastet einen großen Teil der Probleme vor allem den Regierungen der Länder an. "Die Zentralbanken sind durch das Versagen der Fiskalpolitik geradezu mit Verantwortung überfrachtet worden", sagte der Ökonom. Insbesondere Länder mit ausreichendem fiskalischen Spielraum sollten mehr unternehmen. "Das würde die Zentralbanken davon entlasten, immer mehr tun zu müssen."

Zuletzt hatte die Bank of Japan eine neue Stufe der monetären Intervention angekündigt. Künftig will sie auch die langfristigen Zinssätze am Kapitalmarkt steuern und gegebenenfalls durch unlimitierte Käufe festsetzen.

Loading...

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: [email protected] nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

3 thoughts on “Ökonomen besorgt über Folgen expansiver Politik der Zentralbanken”

  1. Insbesondere Länder mit ausreichendem fiskalischen Spielraum sollten mehr unternehmen

    Jep das sollten sie. Nur leider gibt es auf dem gesamten Planeten nicht ein einziges dieser Länder mit fiskalischen Spielraum. Schade, die Idee zumindest war gut. Halt nein. Wenn man in DE bspw. das Sozialsystem zerstören könnte, das Rentenalter soweit hochschraubt das keiner mehr die Rente in Anspruch nehmen kann aber alle weiter einzahlen, dann würde in der Tat weiterer Spielraum für die Stützung anderer, vor allem der Kapitalmärkspekulanten und Insider, vorhanden. Ist es das was sie meinen Herr Ceccithetti? Ja sicher! Fiskalischen Spielraum durch eine Kapitalmarkt Transaktionssteuer zu schaffen wird genauso abgelehnt wie die privathaftung bei Verlusten. Anders ist es auch nicht mehr aufrecht zu erhalten. Wenn die Amis in die Bücher der FED einsicht hätten…. naja.

  2. Ist das ein verwirrter Einzeltäter? Ein Verschwörungstheoretiker? Ein frustierter Wissenschaftler? Ein Putinversteher? Ein umstrittener Forscher?

    Wie würde die zwangsfinanzierte Propagandapresse eine solche Person bezeichnen?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.