Jemen-Krieg: US-amerikanischer Weißer Phosphor für Saudi-Arabien

Die USA lieferten Weißen Phosphor an Saudi-Arabien. Diese nutzen diesen Kampfstoff unter anderem auch bei der Bombardierung eines Spitals von "Ärzte ohne Grenzen" im Jemen.

Von Marco Maier

Weißer Phosphor ist ein chemischer Kampfstoff, der zu massiven Verbrennungen führen kann. Bei einem von den Saudis durchgeführten Angriff auf eine jemenitisches Krankenhaus am 15. August, welches von der internationalen Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" geführt wurde, war ebenfalls Weißer Phosphor im Spiel. Made in USA. Damals starben 11 Menschen und weitere 19 wurden verletzt.

Selbst in den US-Medien wird die Lieferung von Weißem Phosphor an Saudi-Arabien inzwischen thematisiert. Angesichts der Bilder und Videos, die in den sozialen Netzwerken geteilt wurden, schrieb die "Washington Post", dass die Saudis den Kampfstoff im Krieg im Jemen verwenden. Geliefert wurde dieser offenbar von den Vereinigten Staaten. Offiziell ist der Export des chemischen Kampfstoffes seitens Washington lediglich für Signalfackeln und Rauchbomben erlaubt: Wenn die Munition explodiert, wird der Weiße Phosphor freigesetzt der sich dann in der Luft entzündet und einen dicken weißen Rauch produziert. Doch gegen Menschen eingesetzt kann die Munition diese verstümmeln und das Fleisch bis zu den Knochen verbrennen.

Inzwischen haben die US-Behörden zugegeben, Weißen Phosphor an die Saudis geliefert zu haben. Allerdings wollte man nicht mitteilen, wie viel des chemischen Kampfstoffes in welchem Zeitraum in das Land exportiert wurde. Zudem wurde nach der Begutachtung von Bildern in den sozialen Netzwerken festgestellt, dass diese Phosphorbombe offenbar US-amerikanischen Ursprungs seien, man diese jedoch nicht zu einem spezifischen Kauf zurückführen könne, da einige Markierungen verdeckt wurden.

Die US-Waffenlieferungen an Saudi-Arabien stehen immer wieder im Fokus der Kritik. Denn neben dem Weißen Phosphor, der eigentlich nicht in von Zivilisten bewohnten Gebieten eingesetzt werden darf, lieferten die Amerikaner auch Streubomben an das wahhabitische Königreich. Damit machen sich die Amerikaner an den Kriegsverbrechen im Jemen mitschuldig.

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5 Kommentare

  1. Herr Marcus Maier,

    Ihr Vortrag ist gelinde gesagt, verharmlosend in Bezug auf die Substanz bzw. die Modifikation Phosphor weiß!.

    Die Verbrennungen und das dabei entstehende Diphosphorpentoxid P2O5 (Nebel) sind die eine Sache, die andere die extrem hohe Giftigkeit dieser Substanz!

    Ich als promovierter Chemiker sage Ihnen, lieber arbeite ich mit Kaliumcyanid in einer Küche für Lebensmittel, als mit P weiß im Chemielabor!

    Hinzu kommt noch, daß für militärische Zwecke der P weiß sich im ebenfalls hochgiftigen Schwefelkohlenstoff in Lösung befindet, nach deren Verdunstung sich P weiß von selbst entzündet!

    Ansonsten ist die Verwendung solcher Substanzen nicht neu.

    Die Brandbomben der Inselaffen auf Dresden, eines der größten Kriegsverbrechen gegen Zivilisten, enthielten schon das gleiche Gemisch!

     

     

     

  2. Vor wenigen Tagen wurde der Anblick eines nackten weinenden Mädchens aus Vietnam, daß vor den Brandbomben wegrannte wegzensiert, nicht jedoch, weil man das verbotene weiße Phosphor im Einsatz sah, sondern weil man ihr Scham vermuten konnte.

    Wer auch immer so etwas macht, er ist abgrundtief verdorben. Wer weißen Phosphor auf Menschen wirft hat sein Recht auf Menschsein verwirkt. Ein Scheusal.

     

  3. Wieso wird's gemeckert ..? 

    Erstesmal nicht Liefern und nicht Liefern lassen.. falls desto trotz geliefert wurde dann schweigen und NiX kommentieren.

    DEUTSCHLAND Beliefert Tonnenweise Chemikalien und Rüstungsgüter – Wieviel wird noch Täglich durch andere und rest der Welt .. beliefert?

  4. Verbrecher sind nicht die-die es einsätzen und verwänden

    Sondern die jenigen,, die diese Chemikalien und Rüstungsgüter "" Entwickeln-Herstellen-Lizenzieren-Produzieren-Verkaufen-Vermarkten-Vernehmlassen-Legalisieren"" gar an solches Arbeiten und Lohnkassieren .!

    So schauts aus .. 

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