Irak: US-Phosphorbomben gegen den „Islamischen Staat“

Im Kampf gegen den "Islamischen Staat" sollen die US-Streitkräfte laut einem Zeitungsbericht Phosphorbomben eingesetzt haben. Diese gelten jedoch international als geächtet.

Von Marco Maier

Nachdem erst kürzlich Meldungen veröffentlicht wurden, wonach der US-Alliierte Saudi-Arabien Phosphorbomben gegen zivile Einrichtungen im Jemen einsetzte, folgt nun ein Bericht der "Washington Post", wonach die US-Streitkräfte solche Waffen auch im Irak einsetzten. Dort jedoch scheinbar gegen den "Islamischen Staat", wie es hieß.

Auf die medialen Vorwürfe hin sah sich das Pentagon dazu genötigt, eine Stellungnahme dazu abzugeben. Demnach sollen die umstrittenen Phosphorbomben lediglich als "Signalwaffen" eingesetzt worden sein. Hierbei produzieren diese einen dichten weißen Rauch. Gegen Menschen eingesetzt sorgen sie vor massive Verbrennungen und Verstümmelungen, weil das Fleisch bis zu den Knochen wegbrennt. "Wenn US-Streitkräfte diese Munition nutzen, dann tun sie es nach den Regeln des internationalen Kriegsrechtes und in einer Weise, die auch darauf achtet, dass keine Zivilisten oder zivile Einrichtungen gefährdet werden", so hieß es in einer Stellungnahme des Sprechers der US-geführten Koalition im Irak, Colonel John Dorrian.

Angesichts dessen, dass sich die Amerikaner bislang nur selten um das Völkerrecht oder irgendwelche internationale Abkommen scherten, wenn es um den eigenen (geopolitischen oder militärischen) Vorteil geht, sind solche Beteuerungen natürlich nur wenig glaubhaft. Zudem ist der Zeitpunkt der Veröffentlichung des Berichtes interessant, zumal solche Meldungen normalerweise nur dann publiziert werden, wenn faktisch schon Gras über die Sache gewachsen ist.

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11 Kommentare

  1. Dort jedoch scheinbar gegen den "Islamischen Staat", wie es hieß

    ———

    Das heißt gem. 'orwellschem Neusprech' gegen die irakische Zivilbevölkerung und gegen reguläre Truppen der Baghdad Regierung.

    Es sei denn, dass der Mohr – in diesem Falle der von US-rael und Saudi Arabien kreierte IS, d.h. 'Islamischer Staat'  –  jetzt seine Schuldigkeit getan hat und -ähnlich wie die Al Queida– in der Versenkung verschwinden muss (lästige Zeugen müssen beseitigt werden)

    Aber keine Bange, die nächste im Kopf verwahrloste Söldner-Terrortruppe, die sich aus Allahisten speist, steht schon bereit – unter welchem Namen auch immer!

    Der Kampf gegen den 'islamistischen Terror' muss weltweit fortgeführt werden, er ernährt seinen Mann, den mächtigen 'industriell-militärischen Komplex' prächtig und dank des 'weltweiten, islamistischen Terrors' kann man die ähäm….'westliche Wertegemeinschaft' in den besten Orwell Staat umfunktionieren, den wir je hatten!.

    Der Herr Hitler, würde vor Neid glatt erblassen, wenn er denn noch in seinem Domizil in Argentinien hausen würde.

  2. Sie müssen die alten Bomben abwerfen, bevor sie nicht mehr verwendet werden können, damit die Rüstungsindustrie neue Bomben für gutes Geld auf Kosten der US Steuerzahler liefern können. Egal wo, Hauptsache entsorgt, denn die Flugstunde dürfte billiger als die Entsorgung von 4 Bomben zu sein. Und da im Irak, Lybien, Afghanistan keine Rechtsanwälte im Stile der US Rechtsverdreher agieren, haben sie auch keine Klagen zu erwarten. Abgesehen haben das US Militär sowieso die Generalabsolutionfür ihre unmenschlichen Verbrechen , ich vermute auch vom Vatikan bekommen, denn er hat sich bisher zu diesen Kriegsverbrechenaußer in belanglosen, allgemeinen Statements nie geäußert. Warum wohl?

  3. Israel setzte im dichtbesiedelten Gaza auch Phosphor ein, das muss man sich einmal vorstellen. Es gibt im Internet unglaublich nahe Aufnahmen davon (zum Beispiel Gaza 2014, das hat man fast schon wieder vergessen). Wie kann man nur so etwas tun?

  4. Warum sollte man nicht seine übriggebliebenen Phosphorbomben bei den IS Dreck entsorgen. Natürlich sollten sie nicht aus Versehen Hilfskonvois treffen. Man muss halt ein bisschen aufpassen wo man hinbombt .

    1. Richtig, diese Teufel sollte man ohne Rücksicht Menschlichkeit auch mit Giftgas oder mit einem Nuklearschlag ausrotten. Keine Gefangenen machen sondern an Ort und Stelle hinrichten, egal ob unter 18  Jahren oder nicht. Das sind keine Menschen, das ist einfacher Dreck.

        1. Hm – lasst euch mal von einem Alten erzählen …

          wie das war, als Phosphorbomben auf Deutschland regneten.

          Wie das war, als die Leute brennend ins Wasser sprangen und unter Wasser weiterbrannten.

          Phosphorbomben sind eine extrem grausame Waffe, und sie verwandelt Freund und Feind unterschiedslos zu Asche.

          1. Je mehr diese Teufel davon an Qualen haben umso sinnvoller. Meinetwegen sollen die wie eine Docht einer Kerze verbrennen und tagelange Höllenqualen unter Gabe von Atropin erleiden, damit sie vor Schmerzen nicht ohnmächtig werden,  bis sie verreckt sind.

  5. Na ja, haben ja Erfahrung damit. In Vietnam, mit Napalm-Bomben. Wobei mir der Unterschied zwischen Phosphorbomben und Napalm nicht klar ist. Brennt beides furchtbar und sind wirklich zu den inhumansten Waffen zählend. Gibt ja noch mehr davon, Vakuumbomben, Neutronenbomben, Plutoniumbomben, etc. Hab wahrscheinlich noch ein paar Dutzend vergessen.

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