Indien: 150 Millionen Arbeiter streiken

Als Protest gegen die Wirtschaftspolitik der Regierung demonstrierten bis zu 150 Millionen Menschen in Indien nach einem Aufruf von 10 Gewerkschaften. Es geht hierbei auch um höhere Mindestlöhne in dem armen Land.

Von Marco Maier

Der Mindestlohn für ungelernte Arbeitskräfte in Indien soll nach Wünschen der Regierung von 6.396 (86 Euro) auf 9.100 (122 Euro) Rupien im Monat erhöht werden. Doch das ist den Gewerkschaften und den Arbeitern nicht genug. Zudem wollen sie den Ausverkauf der staatlichen Unternehmen an private Investoren verhindern. Deshalb wurde zum umfassenden Streik aufgerufen, an dem sich dem Vernehmen nach bis zu 150 Millionen Inder beteiligten.

"Dieser Streik ist gegen die Zentralregierung gerichtet, dieser Streik ist für die Sache der arbeitenden Bevölkerung", sagte Ramen Pandey, der Präsident der Gewerkschaft "West Bengal Indian National Trade Union Congress" zu Al Jazeera. "Unser Streik wird zu 100 Prozent erfolgreich sein", ergänzte er unter der Feststellung, dass dies bislang wohl der weltweit größte Streik sein werde.

Die indische Regierung hingegen will keine zu starke Erhöhung des Mindestlohns umsetzen, weil sie negative wirtschaftliche Auswirkungen befürchtet. Ausländische Investoren – die das Land jedoch eher wegen der absolut katastrophalen Bürokratie meiden – könnten sich so von Indien verabschieden, hieß es. Allerdings würde eine Erhöhung des Mindestlohns auch dazu führen, dass die Armut sinkt und die Kaufkraft in der Bevölkerung ansteigt.

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4 Kommentare

  1. Mindestlöhne um € 100 sind in Asien nicht ungewöhnlich. Zwanzig, dreißig Euro mehr werden tatsächlich als Investitionshemmnis gesehen oder führen zur Abwanderung in ein Nachbarland. Ebenso die Begrenzung der täglichen Arbeitszeit auf 12 Stunden oder eine Grenze der täglichen Überstunden bei 1,5. Wobei oft Arbeiter darum betteln, Überstunden machen zu dürfen, um nicht zu verhungern.

    Privatisierung von Staatsbetrieben. Die schärfsten Gegner sind meist die Chefs, die wie Monarchen herrschen und auch entsprechend abgreifen. Kommt hinzu, daß gehätschelte Monopole jeden Wettbewerb verhindern.

  2. Die Lücken der Kolonialherren wurden durch Inländer und neue Ausländer ersetzt.
    Mahatma Gandhis Geist ist abermals gefragt:

    »Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.«

    »Wenn du im Recht bist, kannst du dir leisten, die Ruhe zu bewahren; und wenn du im Unrecht bist, kannst du dir nicht leisten, sie zu verlieren.«

    »Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier.«

    »Die Nichtzusammenarbeit mit dem Schlechten gehört ebenso zu unseren Pflichten wie die Zusammenarbeit mit dem Guten.«

    »Es gibt Wichtigeres im Leben, als beständig dessen Geschwindigkeit zu erhöhen.«

    »Was man mit Gewalt gewinnt, kann man nur mit Gewalt behalten.«

    »Stärke wächst nicht aus körperlicher Kraft – vielmehr aus unbeugsamen Willen.«

    »Gutes kann niemals aus Lüge und Gewalt entstehen.«

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